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PeerJ ist ein steter Quell für wirklich interessante Geschichten. Und mit Geschichten meine ich wissenschaftliche Paper. Wirklich, ich kann nur empfehlen sich in dem Open Access Journal mal genauer umzusehen1 – klar die Naturwissenschaften haben hier die Nase vorn, aber es gibt auch Sozialwissenschaften und Wissenschaftspolitische Themen. Und mit Themen meine ich wirkliche wissenschaftliche Paper.

Kürzlich bin ich beispielsweise auf das Paper „Sizing ocean giants: patterns of intraspecific size variation in marine megafauna“ von Craig McClain et al.2 gestoßen. Die Wissenschaftlergruppe rund um McClain ist der simplen, aber durchaus komplex zu beantwortenden Frage nachgegangen, welche die größten Größen sind die die Fauna hervorbringt. Das Paper ist bei PeerJ erschienen und vollständig offen verfügbar. Das schöne daran: man findet das gesamte (!) Paper, also den Volltext, alle Grafiken und den Hinweis auf die Daten, die das Autorenteam bei DataDryad abgelegt hat. Das Ganze ist wirklich spannend zu lesen3, insbesondere die Methodik-Sektion. Bei dem Paper ist auch eine nette Infografik herausgefallen:

Sizing ocean giants: patterns of intraspecific size variation in marine megafauna by McClain et al (CC BY 4.0)

Sizing ocean giants: patterns of intraspecific size variation in marine megafauna by McClain et al (CC BY 4.0)

Auch spannend: man kann kommentieren und zum Beispiel Fragen stellen, denn es gibt eine dezidierte Funktion dafür. Und so hat bereits ein Leser die Frage gestellt, die auch mir sofort in den Kopf schoss: What about size of ocean giants on the geological past? Das Schöne daran ist, dass der Fragende, Kenneth de Baets, seinerseits Wissenschaftler ist und den direkten Anknüpfungspunkt gleich mitliefert:

Some of the biggest representatives of some phyla lived in the geological past, which are only barely touched upon here. We (Klug et al. 2014) recently tried to summarize the largest marine cephalopods and arthropods living in the Paleozoic: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/let.12104/full We pointed out the problems of verifying the largest specimens as well as taking into account geographic and intraspecic variation. Would your method also work to size oceanic giants in the geological past ? It would be great to integrating such data in a new study. More importantly, what do you think is the most important environmental factor driving body size in ocean giants ?

Mehr zu diesem Paper gibt es entweder kurz zusammengefasst im PeerJ Blog, oder direkt im Paper. Wie gesagt, das gibt es im Volltext online und zum Download.

Und noch einmal – ich kann jedem nur empfehlen sich mal ein wenig bei PeerJ zu tummeln. Man kann sich durchaus von Paper zu Paper hangeln (es gibt auf der rechten Seite immer eine Similar Papers Sektion), aber es lohnt auch ein Blick auf die Suche, die man sich recht angenehm modifizieren und abonnieren kann.

Ich jedenfalls bin, auch als Nichtwissenschaftler, steter Besucher und Leser.


  1. Generell lohnt es sich nicht nur in das Magazin zu schauen, sondern auch eimal dahinter. Das Submit- und Kostenmodell ist einzigartig und das Feedback der Autoren im Großen und Ganzen sehr gut. Wer will kann auch in das Open Science Radio reinhören, in dem wir des Öfteren mal über PeerJ sprechen
  2. McClain CR, Balk MA, Benfield MC, Branch TA, Chen C, Cosgrove J, Dove ADM, Gaskins LC, Helm RR, Hochberg FG, Lee FB, Marshall A, McMurray SE, Schanche C, Stone SN, Thaler AD. (2015) Sizing ocean giants: patterns of intraspecific size variation in marine megafauna. PeerJ 2:e715 http://dx.doi.org/10.7717/peerj.715 
  3. Zumindest für all jene die sich für solche wissenschaftliche Arbeitsweisen interessieren.