Leseempfehlung zum Umgang zwischen Journalismus und PR

Ich lese Michael Sonnabend schon eine ganze Weile, folge seinen Aktivitäten auf vielen Kanälen, konnte ihn bereits kurz treffen und schätze seine Meinung sehr. Darüber hinaus halte ich ihn für einen sehr guten Schreiber und möchte hier deswegen auf seinen kürzlich veröffentlichten Text “Schmeißt Eure Pressemitteilungen weg!” verweisen, den ich für absolut lesenswert halte und dessen Kernaussage ich in den meisten Fällen sofort unterschreiben würde:

…Wo der ausgelaugte Medien-Mainstream herrscht, ist selbst für gute PR kaum noch Platz. Bald muss man sich als PR-Verantwortlicher fragen, ob es überhaupt so attraktiv ist, gute Themen immer schlechter werdenden Medien anzudienen. Ein gutes Thema in einem schlechten Medium entwertet vor allem das Thema…

Guter PR muss es heutzutage gelingen, jene besondere Sprache zu sprechen, deren Verlust man bei den Medien so beklagt. Wenn sich die Medien nicht trauen, Ecken und Kanten zu haben, so muss die PR den Mut haben, neue und eigene Wege zu gehen…

Schmeißt Eure Pressemitteilungen weg. Geht Euren eigenen Weg. Dann werden sie Euch folgen.

Eine extrem wichtige Voraussetzung für das Gehen eigener Wege, das Beschreiten von noch nicht ausgetretenen Pfaden und der Findung neuer medialer und vor allem inhaltlicher Formate für (Wissenschafts-)Kommunikation dürfte dann also neben der Einstellung der PR-Profis vor allem der Mut und eine gewissen Risikobereitschaft der obersten Entscheider sein. An innovativen Ideen mangelt es aus meiner Sicht selten – wenn sie auch nicht immer in den Führungsetagen zu finden sind, sondern ein wenig weiter die Hierarchieleiter hinunter!

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Kurz verlinkt: Links rund um die Wissenschaft(skommunikation)

Momentan komme ich leider kaum zum Bloggen, das ist irgendwie doof, derzeit aber leider nicht zu ändern. Damit dies hier aber nicht allzu sehr brach liegt, gibt’s heute zum Wochenstart mal ein paar Leseempfehlungen die auch bei mir noch auf dem “Lesen!”-Stapel liegen.

Das Gemeinschaftsblog zu wissenschaftlicher Kommunikation im Netz. lohnt ja immer einen Blick und so ist es auch nicht verwunderlich, dass es mal wieder Lesestoff gibt auf den ich beim Kollegen Heinz Pampel und seinen Mitstreitern gestoßen bin:

Im SciLog Gute Stube des Kollegen Carsten Könneker gibt’s drei monothematische, aber überaus spannende Beiträge zu Lesen. Bei den Lindau Nobel Laureate Meetings gab es eine ganz besondere Interview-Session, quasi eine Art wissenschaftsjournalistischer Rollentausch. Abseits des üblichen Prozederes traf sich dort nämlich eine illustre Runde aus fünf älteren Herren und sechs Doktoranden unter der Moderation vom nature-Kollegen Adam Rutherford. Das besondere daran: der Rollentausch, denn in diesem Interview befragten die gestanden Nobelpreisträger die Jungforschern. Herausgekommen ist ein ungewöhnliches Interview-Experiment, deren Highlights Carsten Könneker in drei Blogposts zusammenfasst (Teil 1, Teil 2, Teil 3).

Dr. Marc Dressler, Wissenschaftler und Journalist widmet sich in einem Beitrag dem Verhältnis von Wissenschaft und Bürgern. In seinem Beitrag “Von wegen demokratisierte Wissenschaft” (pdf) betrachtet er das Verhältnis von Wissenschaftsbürger und Bürgerwissenschaftler. via TELI-Blog

Bleiben wir bei den SciLogs, denn auch von Interactive Science gibt’s Neuigkeiten. Nach der Präsentation der Forschungsergebnisse der vier Teilprojekte des Forschungsverbundes Interactive Science an der Justus-Liebig-Universität Gießen ist nun auch der Sammelband „Digitale Wissenschaftskommunikation – Formate und ihre Nutzung“ erschienen und frei zugänglich. Heruntergeladen werden kann das 324 Seiten starke Pamphlet auf den Internetseiten der Giessener Elektronischen Bibliothek oder über diesen Link. Alle Achtung!

Zum Schluss gibt’s noch den kurzen Hinweis auf den gestrigen Blogpost von Lars Fischer, dem Fazit zu seiner erfolgreichen Online-Petition “Kostenloser Erwerb wissenschaftlicher Publikationen”. Glückwunsch Lars und danke für Deine Initiative!

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Öffentlicher Wissenschaftler

Wir alle wissen, dass Wissenschaft nicht durch Hokuspokus betrieben wird, sondern durch fleißige Menschen, die hinter den Kulissen emsig forschen. Nur ein Bruchteil dieser Menschen tritt in die (mediale und damit breite) Öffentlichkeit, denn nur ein Bruchteil der Forschungsergebnisse dieser Welt dringen in medienwirksame Sphären vor. Viele andere Forscher bleiben lange, wenn nicht gar immer im Hintergrund. Dies allerdings ist ein Zustand, den man meines Erachtens ändern kann und sollte, wie ich mit dem anstehenden Podcast-Projekt versuchen möchte. Doch mit den uns mittlerweile zur Verfügung stehenden Web 2.0 Werkzeugen haben auch die Wissenschaftler selbst die Möglichkeit ihre öffentliche Wahrnehmung zu beeinflussen.

Wie, das zeigte Christian Spannagel am Anfang der Woche im Rahmen eines Vortrags für die Nachwuchsforschergruppe “Wissenschaft und Internet” an der Heinrich Heine Universität Düsseldorf. Seit gestern ist die Videoaufzeichnung des Vortrags auf den Webseiten der Uni verfügbar (leider nicht zum Einbetten angeboten). Hilfreich beim Ansehen sind weiterhin die Mitschrift von Oliver Tacke, der Wikiversity-Eintrag von Christian selbst und nicht zuletzt seine Vortrags-Prezi.

Es gibt einen aus meiner Sicht besonders spannenden Satz von Christian in seinem Vortrag: “…weil sich mein Wissenschaftsbegriff  in den letzten ein, zwei Jahre ohnehin stark verändert hat.” Das ist ein Statement das man in dieser oder ähnlicher Weise in letzter Zeit häufiger einmal vernehmen kann. Hierzu empfehle ich durchaus mal in ältere Artikel von Christian zu schauen (z.B. diesen oder diesen) oder sich durch seine Links zu Öffentlicher Wissenschaft zu wühlen.

Von meiner Seite dürfte es ruhig noch sehr viel mehr öffentliche Wissenschaftler vom Format eines Christian Spannagel, Oliver Tacke, Florian Freistätter oder Jan Schmidt geben.

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Grau Haare, Bart und Brille? Podcast jenseits des Wissenschaftler-Klischees

Ich bin ja, wie an vielen anderen Stellen schon mehrfach betont, ein großer Fan von Podcasts (seit einiger Zeit ja auch selbst Freizeit-Podcaster). Auch bin ich ein großer Fan von Wissenschaft, seinen Visionen, dem Blick über den Tellerrand hinaus, der Herausforderung sich immer wieder in neue Materie einzuarbeiten und die Zusammenhänge zu verstehen. Und hier kommt meine Idee in’s Spiel, die ich nun schon einige Zeit mit mir herumtrage, oder eher vor mir herschiebe: ich kombiniere beide Teile und mache einen Podcast zum Thema Wissenschaft und Forschung.

Warum?

Warum noch einen Wissenschafts-Podcast? Gibt es denn nicht schon genug? Ja es gibt bereits einige Podcasts mit Wissenschaftsbezug, hier ein paar wenige, deutsche Beispiele:

Mehr Wissenschafts-Pod-/Vodcasts findet man übrigens in der entsprechenden Liste von podcasts.de oder auch auf der Liste von Wissenschaft-im-Dialog.

Hinter den meisten Podcasts steckt ein tolles Team, viel Mühe, teils sogar professionelle Produktionen. Aus zwei Gründen glaube ich aber, dass es sinnvoll ist einen weiteren Podcast in diesem Themenumfeld zu machen. Erstens bin ich der festen Ansicht, dass es nicht genug Podcasts geben kann! Und zweitens gibt es aus meiner Sicht nicht so sehr viele Podcasts die sich dem Menschen hinter der Forschung widmen und noch viel weniger Podcasts, die sich dem Nachwuchs in der Wissenschaftswelt widmen.

Worüber?

Es geht mir in aller erster Linie um die Menschen, die sich in der Wissenschaft bewegen und die Forschung betreiben. Dabei geht es mir aber nicht um jene verdienten Eminenzen, die über viele Jahre der Forschungs- und Lehrtätigkeit bereits ihr wissenschaftliches Renommee gefestigt haben, sondern um eben jene, frisch in dieser Welt sind und sich ihre Sporen erst verdienen müssen – der wissenschaftliche Nachwuchs, die jungen Wilden im Forschungsbetrieb.

Zuhauf hört man, dass es zwar leicht steigende Nachwuchszahlen in der Wissenschaft gibt, dennoch wird vielerorts auch nicht selten geklagt. Mich interessiert die Innenansicht, die ich im Gespräch mit “jungen” Wissenschaftlern ergattern möchte. Wie sehen sie selbst ihre Arbeit? Wie verorten sie sich im Koordinatensystem der Zukunft für das Wissenschaftssystem? Wie sieht das alltägliche Leben als Wissenschaftler ohne professorale Reputation aus? Welchen Zwängen und Drücken unterliegen sie? Wie gehen sie mit Erwartungsdruck seitens ihrer Arbeitgeber oder Forschungsförderer um? Wie gehen sie mit dem wissenschaftlichen “Schatten” ihrer Vorgänger/Chefs/Protegés um? Wie haben sie überhaupt den Weg in die Wissenschaft gefunden? Und warum ausgerechnet die Wissenschaft? Und schlussendlich möchte ich auch gern erfahren welche Visionen sie haben?

Wenn sich all dies in einem netten, nicht so gezwungenen Gespräch unterbringen lässt, dann bin ich schon zufrieden.

Wann geht’s los?

Ich denke ich werde in den kommenden 2-3 Wochen eine erste, evtl. sogar eine zweite Folge produzieren und mal schauen wie es läuft. Derzeit gibt es weder einen eigenen Web-Auftritt dazu, noch einen Namen, ein Logo oder ähnliches. Vorerst werde ich die Podcast-Episoden also hier hosten  und hoffen, dass es beständig mehr werden.

Gut, jetzt wissen wir’s! Oder gibt’s noch was?

Nicht viel, vielleicht aber noch der etwas eigennützige Aufruf:

Wenn jemand eine Idee für einen Namen, oder einen Vorschlag für einen Wissenschaftler hat, der im Rahmen dieses Projekts interessant wäre, dann immer her damit! Postet es einfach in die Kommentare, oder schreibt mir eine Mail an fromm@mfromm.de – ich freu mich über jede Wortmeldung!

Bildnachweis: Neon Mic von fensterbme on flickr.com

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Audiovisuelle und Interaktive Wissenschaftskommunikation

In der letzten Zeit ist ja einiges mehr oder weniger Relevantes zum Thema Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation erschienen. Da ich aber keine Lust und Zeit habe die letzten 4 Wochen aufzurollen, möchte ich mich auf zwei Punkte beschränken, die mir in DIESER Woche besonders aufgefallen sind. Das meiste werdet Ihr ohnehin kennen (bin ja etwas spät dran), denn man konnte an einigen anderen Stellen schon etwas dazu lesen – beispielsweise beim Kollegen Heinz Pampel, drüben im wisspub-Blog, der u.a. auf die DHV-Empfehlungen zum wissenschaftlichen Publizieren sowie auf die Royal Society-Studie zur Vernetzung der Wissenschaft hingewiesen hat.

Zurück also zu meinen beiden Favoriten dieser Woche:

Produktion und Rezeption von Wissenschaft in audiovisuellen Medien der EU

Anfang der Woche kam von Markus Lehmkuhl (Forscher an der FU Berlin, Journalist sowie Herausgeber der WPK-Quarterly) der Hinweis über die PCST Mailing List (International Network on Public Communication of Science and Technology), dass der Abschlussbericht des Projekts AVSA (Audio Visual Science Audiences) erschienen ist. Im Rahmen des seit 2008 laufenden Projekts AVSA wurde die erste vergleichende Strukturanalyse aller Wissenschaftsprogramme im TV und Radio innerhalb von 13 EU-Mitgliedsstaaten durchgeführt. Die detaillierten Ziele lesen sich auf der Projektseite wie folgt:

1. AVSA describes what science, and in what amounts, is actually communicated by science programmes in Europe; trends or results, relevant scientific expertise concerning current non-scientific subject matters, more or less established scientific findings, concepts or theories that are transmitted in a costly way, or scientific explanations with regard to assumed every day needs of the public.

2. AVSA links the classification of science programmes with their use by recipients. It is intended to clarify, how many people from different sections of the European public do perceive science programmes. It is expected that our approach will identify structural lacks with regard to the type of science journalism that is perceived by the public. That means that our approach will provide data that helps to assess, in which parts of Europe for instance young people perceive current scientific findings and in which parts not, although this type of science programme is offered.

3. AVSA links science programmes with judgements of focus groups that will help to assess, how different sections of the European public perceive, what about science is offered by science programmes. Our approach will help to explain why for instance young people in different parts of Europe prefer different types of science programmes respectively why the same type of science programmes is judged differently by certain sections of the European public.

Für die Herangehensweise wurde übrigens eine interessante Definition (PDF) und Klassifikation der Wissenschaftsprogramme erarbeitet.

Nach fast genau drei Laufzeit ist nunmehr also der abschließende Projektbericht erschienen, der übrigens auf der Projektseite kostenlos zum Download (PDF) zur Verfügung steht. Der Bericht ist mit fast 120 Seiten recht umfangreich, es wird also eine Weile dauern bis ich da durch bin, aber erscheint mir auf den Blick durchgängig interessant. Schon an den Kapiteln lässt sich durchaus die Tiefe der Information erahnen:

  • Chapter 1: Profiles of specialised programmes on science in audiovisual media in Europe
  • Chapter 2: Science in media and its respective media environment
  • Chapter 3: Exposure to science programmes in Europe
  • Chapter 4: Motives, expectations and judgements of European audiences towards science on TV
  • Chapter 5: Raising public engagement with science through audiovisual media? Current state and future of science programming in Europe.

Ein Blick in das letzte Kapitel (5) führt einen dann schnell in das Destillat der vorliegenden Arbeit, die eine Unzahl von statistischen und inhaltlichen Daten prozessiert hat:

  • Summary
  • Current state of information journalism in Europe
  • The current state of science popularisation in Europe
  • The current state of edutainment in Europe
  • The future of science journalism in Europe
  • Raising public engagement with science through audiovisual media?
  • Previous policy proposals
  • Recommendations

Wir lesenswert sind übrigens die Recommendations, aus denen ich mal ein paar zitiere:

Broadcasting organisations should

2. recognise the contribution to their organisations of programme-makers and other media professionals with a specialist interest and capacity in monitoring and reporting current developments in science; protect and support that capacity as an important resource for the organisations in times if increasing impacts of science on society

4. develop further the use of web-based media, including ‘social media’, as means to enhance public participation in science-based programmes and the topics they cover; explore and develop further other means of public participation, e.g. ‘citizen science’ projects, encouraging audience ideas and questions as the basis of programme items, organising face-to-face public events and facilitating audience members to perform experiments  online.5. Raising public engagement with science through audiovisual media?

The European Broadcasting Union should

5. further incentivise innovation in science-based programming through targeted programme development funding, commissioning of science-related series in innovative and diverse formats, encouragement of co-production of such series and staging of programme competitions in science-related fields

National governments and the European Commission should

9. defend and promote the independence of media professionals, e.g.  in making judgements of the newsworthiness and merit of developments in science

10. acknowledge the value of many forms of public engagement with science, including critical engagement with the ethical and other social aspects of science, and avoid constraining broadcasting organisations with demands for science programming to meet political needs for boosting support for science

The European Commission should

11. highlight to EU-funded researchers the opportunities and challenges of radio and television and audio-visual communication as valuable means to disseminate scientific research; support researchers in facing those opportunities and challenges through training schemes, developing relations with broadcasting organisations and contracting production companies to prepare audio-visual packages

12. establish targeted media funding programmes to support in-service training of non specialised programme-makers on the use of scientific sources and expertise and to support the development of new concepts targeting at linking scientific expertise with societally relevant subject matters

13. promote and support mechanisms for ongoing interactions across the EU between broadcasting organisations, media professionals of all media, media researchers and independent audio-visual producers and other freelancers and communication consultancies (SMEs) that could address issues raised in this report as well as other issues; such mechanisms could include occasional meetings, an online forum and an independent online publication for the professional communities, which observes and reflects upon recent trends in science reporting across national borders

Liest sich doch sehr, sehr sinnig!

Sascha Lobo… äh, nein, Fraunhofer startet ein “Forschungs-Blog”


Die Fraunhofer-Gesellschaft greift immer tiefer öfter in die Werkzeugkiste des Web 2.0 und stellt sich immer mehr einer Öffentlichkeit, die über ein Fachpublikum hinausgeht. Im Rahmen des Forschungsprojekts “Discover Markets” haben die Münchner in Zusammenarbeit mit Sascha Lobo nun ein neues Blog gestartet: das Forschungs-Blog. Im Grunde ist das soweit nichts wirklich neues (von den Zusammenarbeit mit einem der deutschen Alphablogger mal abgesehen, der übrigens auch die redaktionalle Verantwortung trägt), denn es gibt auch an anderen Stellen schon Fraunhofer-Blogs (z.B. das IAO-Blog, oder das Fraunhofer-CeBIT-Blog). Neu ist im Grunde die adressierte Zielgruppe, nämlich Menschen außerhalb eines Fachpublikums, sowie der Ansatz im Kern des Blogs, dem Dual-Blogging. Dabei wird “ein wissenschaftsnaher Text von Fraunhofer-Forschern veröffentlicht und einem lebensnahen, aus alltagsrelevanter Sicht geschriebenen Text gegenübergestellt” heißt es in der Verlautbarung dazu. Auf dem Blog selbst erklären die Autoren – zu denen neben Sascha Lobo und Fraunhofer-MitarbeiterInnen auch die Wissenschaftsblogger Florian Freistetter und Lars Fischer zählen – das Prinzip des Dual-Blogging etwas weniger verklausuliert:

Als eine Sollbruchstelle der wissenschaftlichen Kommunikation mit der Öffentlichkeit haben wir eine, sagen wir, oft recht hohe thematische Komplexität identifiziert. Die Fachsprache der Wissenschaft entspricht nicht immer unbedingt dem, was man auf Facebook in der Mittagspause freundlich interessiert durchliket. Und das ist ja auch okay. Um aber trotzdem auch für interessierte Laien zu bloggen, haben wir uns das Konzept Dual-Blogging ausgedacht.

Artikel im Dual-Modus haben zwei parallele Textspalten. In der linken ist ein Fachtext zu finden, der eine wissenschaftliche Entwicklung fachlich präzise in der entsprechenden Terminologie beschreibt. In der rechten Spalte findet sich die blogaffine Perspektive des gleichen Themas, lebensnäher und (hoffentlich) unterhaltsam geschrieben, was sich vermutlich besser für die Social-Media-Welt eignet.

Marco Trovatello, den meisten sicher bekannt aufgrund seiner Tätigkeit beim DLR, hat gestern Abend in seinem privaten Blog ein Paar Gedanken zum Fraunhofer “Forschungs-Blog” geäußert, denen ich eigentlich sehr gut folgen kann und die durchaus meine Zustimmung finden. Ich bin gespannt wie sich das Projekt entwickelt, werde es eine Weile beobachten und mir anschließend eine genauere Meinung bilden. Aus meiner bisherigen Warte lesen sich aber die ersten Beiträge (z.B. der von Florian zum Weltraumschrott, oder der aktuelle Dual-Blogbeitrag) sehr gut, sind verständlich, unterhaltsam und informativ.

Man darf wirklich gespannt sein, wie sich das Projekt entwickelt und wie die ersten Reaktionen ausfallen.

Disclaimer: Ich bin übrigens selbst Mitarbeiter der Fraunhofer-Gesellschaft – wirke jedoch nicht beim Forschungs-Blog mit und habe auch eine eigene, arbeitgeberunabhängige Meinung! ;-)

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Interactive Science @ JLU

Es ist ein wenig ruhig geworden hier, ich weiß – momentan haben einfach ein paar Projekte ihren Vorrang! Dennoch nehme ich die Gelegenheit wahr und weise auf eine bzw. eigentlich auf mehrere Termine hin, die mir gerade auf den Tisch geflattert sind.

In der Zeit vom 09. Juni bis zum 07. Juli werden in der Justus-Liebig-Universität Gießen neue Ergebnisse der vier Teilprojekte des Forschungsverbundes Interactive Science (übrigens auch bei den Scilogs) im Rahmen einer Vortragsreihe präsentiert. Hier die Daten in Kurzform, mehr gibt es direkt in der Ankündigung:

  • 09.06.2011: “Macht PowerPoint wirklich dumm?”
  • 16.06.2011: “Digitale Wissenschaftskommunikation: Information, Kritik und Kollaboration”
  • 30.06.2011: “Wissenschaft 2.0Wie Soziale Medien die Wissenschaft verändern”
  • 07.07.2011: “Online-Lectures: eine Chance zur Entwicklung neuer Vortragsformate?”

Alle Veranstaltungen beginnen jeweils um 18Uhr c.t. und finden im Margarete-Bieber-Saal (Ludwigstraße 34, 35390 Gießen) statt. Ich spiele zumindest mit dem Gedanken mir einen Vortrag live anzuhören – für mehr reicht wohl das Fahrtbudget nicht, mal sehen.

P.S.: noch einmal zur Erinnerung was Interactive Science ist:

Interactice Science ist das Gruppenblog des “Forschungsverbund Interactive Science – Interne Wissenschaftskommunikation über digitale Medien“ (Blog wissenschaftskommunikation.info). In diesem Blog werden die Implikationen von verschiedenen Kommunikationsmitteln für die Wissenschaft dargestellt. An dieser Stelle sei auch noch einmal auf die Steckbriefe im Rahmen des Projekts “Interactive Science” hingewiesen: Wissenschaft in Wikipedia und anderen Wikimedia-Projekten (Steckbrief 2, pdf) und Microblogging und die Wissenschaft. Das Beispiel Twitter. (Steckbrief 4, pdf).

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Online-Befragung zur Wissenschaftskommunikation in Deutschland

Heute bin ich über den Twitter-Account des Deutschen Fachjournalisten-Verbands auf die frisch veröffentliche Studie des DFJV zur Wissenschaftskommunikation in Deutschland gestoßen, die sich in der Pressemeldung vollmundig mit der Überschrift “Der Weg aus dem Elfenbeinturm: Wissenschaft kommunizieren” ankündigt. Besagte Studie wurde vom DFJV finanziert und am Institut für Wissenschafts- und Technikforschung (IWT) der Universität Bielefeld durchgeführt. Genauer gesagt führte das Team Pansegrau/Taubert/Weingart/Förster eine Online-Befragung unter “…7.460 Wissenschaftler aus den übergeordneten Wissenschaftsbereichen Natur-, Lebens-, Ingenieur-, Geistes- und Sozialwissenschaften…” durch, wie u.a. aus der Pressemeldung und der Studie zu lesen ist. Die Studie kann über die Seiten des DFJV als PDF heruntergeladen werden – was ich mal getan habe, um sie mir genauer anzuschauen.

Die Eckdaten

Wie bereits erwähnt wurden 7.460 Wissenschaftler online im Zeitraum vom 26.07.2010 und dem 08.08.2010 befragt. In der Studie ist dann weiter zu lesen, dass 1357 Personen zumindest begonnen haben den Fragebogen auszufüllen und 779 Personen die Umfrage auch beendet haben (also alles im Rahmen der aus der Literatur zu Online-Befragungen bekannten Werten).

Der Fragebogen umfasste Fragen zur innerwissenschaftlichen Kommunikation, zu Massenmedien und Öffentlichkeit, zu den Motiven für/gegen die Vermittlung gegenüber einer nicht-fachspezifischen Öffentlichkeit und zur Beteiligung an öffentlichen Veranstaltungen. Bemerkenswert ist hierbei, dass ein großer Teil der Fragen auf diesen letzten Bereich entfiel.

Das Fazit

Im Laufe der Studie kristallisiert sich an mehreren Stellen die Kernthese heraus, dass hauptsächlich die klassischen Arten der Wissenschaftskommunikation wie Pressemitteilung, Pressekonferenzen, Präsenzveranstaltungen (v.a. Vorträge) und die Bearbeitung journalistischer Anfragen dominieren. Obwohl es sehr gute Beispiele dafür gibt, ist von “moderner Wissenschaftskommunikation” im Web und im Web 2.0 (interaktive Websites, Blogs, Twitter, Facebook, etc.) kaum ein Wort zu lesen. In der Diskussion fehlen diese gar komplett. So ist es nicht verwunderlich, dass in der Pressemitteilung zu lesen ist, dass die Studie zum Schluß kommt, dass

Wissenschaftler den verschiedenen Formen der Wissenschaftskommunikation positiver gegenüber stehen, als es das traditionelle Bild suggerieren mag. Wissenschaftskommunikation im Sinne von Berichtspflicht und im Interesse des Fachs (Ressourcenbeschaffung und Nachwuchsrekrutierung) setzt sich sukzessive durch. Allerdings bedient sich bislang lediglich eine Minderheit regelmäßig der breiten Palette an Kommunikationsformaten. Es bleibt zu hoffen, dass die Bereitschaft zur Kommunikation an eine nicht-fachliche Öffentlichkeit an Intensität und Varianz nach und nach zunimmt. (Quelle)

Die Schwachstellen

Ich weiß nicht, ob ich bloß ein bißchen empfindlich bin oder die Studie wirklich so beklagenswert ist, aber ich habe mich schon ein paar Mal bei der Lektüre des Papiers aufgeregt. Ich bin noch nicht ganz durch, möchte aber im Folgenden schon kurz auf diese ersten Aufreger eingehen und einige der – in meinen Augen – Schwachstellen der Studie aufzeigen:

  1. Die Ausrichtung der Studie
    Schon beim zum Begriff der Wissenschaftskommunikation merkt man m.E. eine stark ” einsnullige” Ausrichtung der Studie (oder gar Denkweise der durchführenden Wissenschaftler?).
    Hier setzt man beispielsweise den Begriff der ” …Kommunikation ‚der’ und ‚über die’ Wissenschaft mit einer unspezifizierten aber möglichst breiten Öffentlichkeit…” mit Veranstaltungen gleich (“Damit sind Aktivitäten wie die ‚Jahre der Wissenschaft’, ‚Lange Nächte der Forschung’ und /oder ähnliche Stadtfeste in Verbindung mit Wissenschaft gemeint.”). Im zweiten Fall, der “…Kommunikation der Wissenschaft über die Massenmedien bzw. auch umgekehrt der Massenmedien über die Wissenschaft”, meint man vornehmlich die klassische Pressearbeit (Zeitungen, Magazine, Fernsehen).
    Äh bitte? Wo sind die bereits oben erwähnten Websites, Blogs, Twitter- und Facebook-Accounts, die bereits viele Wissenschaftsorganisationen anbieten und einige Wissenschaftler schon sehr erfolgreich nutzen????
    Anekdote am Rande: bereits auf Seite 2 ist vom BMBW, dem Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft zu lesen. Vielleicht sollte jemand den Kolleginnen und Kollegen erklären, dass besagtes Ministerium nun schon seit einiger Zeit Bundesministerium für Bildung und Forschung heißt und mit BMBF abgekürzt wird. Aber naja…

  2. Die Befragtenstruktur
    In Abschnitt 3, der Beschreibung der Stichprobe und Einschätzung der Datenqualität, lässt sich dann nachlesen,  dass “…dass sich die Stichprobe nahezu ausschließlich aus Professoren zusammensetzt. 89,2 % der Stichprobe gehören dieser Statusgruppe an, gefolgt von 8,1 % Dozenten und wissenschaftlichen Mitarbeitern sowie 2,6 % Lehrbeauftragten.” Eine solche Verteilung ist nahezu entgegengesetzt der Verteilung der Realität.
    Frage ich mich doch an dieser Stelle, ob wirklich die Professoren diejenigen im Wissenschaftsbetrieb sind, die sich mit der aktiven Wissenschaftskommunikation maßgeblich befassen? Ich denke nein.

  3. Die Altersstruktur
    Laut der Studie beträgt das Durchschnittsalter innerhalb der Stichprobe 56,1 Jahre. Es “…zeigt sich, dass sämtliche Altersgruppen bis 65 Jahre leicht oder mäßig unterrepräsentiert sind und die Gruppe der über 65jährigen stark überrepräsentiert ist.” Der Clou: “Die Befragung schließt dabei eine recht große Anzahl an nicht mehr in Dienstverhältnissen befindlichen emeritierten Professoren mit ein.”
    Auch hier stellt sich die Frage ob wirklich die Professoren diejenigen im Wissenschaftsbetrieb sind, die sich vorrangig mit der aktiven Wissenschaftskommunikation befassen, zumal wenn Sie quasi nicht mehr im Dienst sind? Ich denke nein.

  4. Die Gruppierung der Wissenschaftskommunikatoren
    Als “massenmediale Wissenschaftskommunikatoren” gelten der Studie nach eine Gruppe von Wissenschaftlern, die sich durch die folgenden Aktivitäten in den letzte 24 Monaten herausheben:
    (a) Herausgabe von mehr als 10 Pressemitteilungen, (b) Beantwortung von mehr als 10 Presseanfragen, (c) Verfassen von mehr als 6 Beiträgen zu Wissenschaftsseiten / zum Feuilleton, (d) Einsenden von mehr als 6 Forschungsberichten an die Presse und (e) Abhalten von mehr als 6 Pressekonferenzen.
    Auch hier  frage ich mich, wo die Blogs, Twitter-Accounts, Facebook-Engagements so vieler Wissenschaftler abgeblieben sind?
An vielen weiteren Stellen der Studie lassen sich Faktoren und Auslegungen feststellen, die ich in einer Studie mit einem Titel wie dieser (Wissenschaftskommunikation in Deutschland) schlichtweg irritierend sind. Ich wage mich mal etwas hinaus und möchte mal folgende Dinge behaupten:
  • niemand, der heutzutage in Deutschland eine Studie zur Wissenschaftskommunikation in Deutschland durchführt, kommt am Web 2.0 im weitesten Sinne vorbei (oder kann es gar gänzlich ausblenden). Dazu nutzen bereits zu viele Wissenschaftsorganisationen, Forschungseinrichtungen und Universitäten einzelne Formen dieser Kommunikation, seien es Twitter, Facebook, Blogs oder gänzlich andere. Zudem nutzen viele Wissenschaftsjournalisten diese Kanäle zu Informationszwecken, wie auch schon die Trendstudie “Wissenschaftskommunikation” von Alexander Gerber in Teilen zeigte.
  • um den Stand der Wissenschaftskommunikation zu erfassen, sollte man nicht nur an der obersten Schicht kratzen – “oberste Schicht” ist hier auch auf den wissenschaftlichen Status innerhalb der Wissenschafts-Community bezogen. Es reicht schlichtweg nicht die Professoren zu befragen. Hier muss man an die Basis – dorthin, wo die tagtägliche Arbeit in der Wissenschaftskommunikation erledigt wird. Auch dorthin, wo sich Nutzungstrends in den modernen Kommunnikationsmitteln oftmals zuerst durchsetzen, bevor die “Oberen” überzeugt werden.
  • die Betrachtung von Präsenz(!)veranstaltungen und klassischer Presse- oder Medienarbeit greift zu kurz, um umfassend den Stand der Wissenschaftkommunikation in Deutschland zu erfassen.

Ich werde die Studie noch weiter durcharbeiten, vielleicht findet sich noch etwas interessantes, oder gar wegweisendes. Aus dem jetzigen Stand meiner Kenntnis, ist die Studie für mich allerdings wenig wert. Die durchführenden Wissenschaftler mögen mir an dieser Stelle meine Unverfrorenheit verzeihen – ich möchte sie weder angreifen, noch ihre Arbeit in den Dreck ziehen. Aber für mich manifestiert sich in der vorliegenden Studie ein altbackener und leider viel zu versteifter Blick auf ein Themengebiet, von dessen Lebhaftigkeit ich in den letzten 2 Jahren begeistert bin!

Übrigens hat Wenke Richter vor dem Hintergrund der Altersstruktur der Befragten in ihrem Blog digiwis die Frage nach einem Altersstrukturproblem gestellt:

Damit scheint das Bestreiten neuer Wege in der Wissenschaftskommunikation auch wohl ein Altersstrukturproblem zu sein. Nun stellt sich die Frage nach der Ursache. Fehlt es an Kenntnissen über neue Medien und ihre Wirkmöglichkeiten bei den Professoren oder am Willen zur Nutzung?

Sicher hat die Altersstruktur einen gewissen Einfluss auf den Umgang mit neuen Medien. Ich denke aber, dass die Ursache der zurückhaltenden Nutzung von neuen Medien in den Kreisen von Professoren in den oberen Altersklassen bei weitem nicht ausschließlich im Alter begründet liegt. Sicher steht man Systemen, in denen man nicht selbst unterwegs ist kritischer gegenüber. Und bestimmt hat man eine vorsichtigere Meinung von Werkzeugen, die man selbst noch nicht kennt. Aber ich vermute auch, dass viele Professoren in ihrer Arbeit so festgefahren sind (neben Forschungs- und Lehrauftrag ja vor allem auch in der Verwaltung – Anträge, Anträge, Anträge – und den repräsentativen Aufgaben), dass sie sich nicht die Mühe machen wollen/können sich mit neuen Technologien und deren Wirkpotentialen auseinander zu setzen. Das Eingehen von Risikos im Sinne von “Wir probieren das mal, ohne dass wir wirklich wissen, was es uns bringt” ist bestimmt nicht sonderlich ausgeprägt.

Aber ich kann mich täuschen.

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WWW.Wissenschaft.Und.Kommunikation

Alle paar Wochen wieder versuche ich mir einen Überblick über Bewegungen in der Blogosphäre mit besonderem Blick auf das Thema Wissenschaftskommunikation zu verschaffen. Ich verlinke ja hin und wieder einmal auf Beiträge, auf die ich in Blogs stoße. Mit diesem Beitrag möchte ich aber mal ein wenig genauer meine Quellen zum Thema vorstellen Blog – sozusagen mein eigenes Blogradar Wissenschaft(s)kommunikation.Warum also nicht mal öffentlich und an dieser Stelle? Probieren wir es doch mal – here we go.

Definition

Wissenschaftskommunikation ist bereits vielerorts definiert und beschrieben worden. Mittlerweile führt der Wikipedia-Artikel die verschiedenen Aspekte der zahlreichen Definitionen ganz gut zusammen:

Wissenschaftskommunikation beschreibt die Vermittlung von Themen aus Forschung und Lehre gegenüber unterschiedlichen Öffentlichkeiten und umfasst sowohl Wissenschaftsjournalismus und Social-Media-Plattformen wie Wissenschafts-Blogs als auch Wissenschafts-PR und Wissenschaftsmarketing. Gerade im Bereich der Angewandten Forschung sowie im Hinblick auf Technologietransfer bestehen außerdem Parallelen zur Innovationskommunikation. Die Ziele der Wissenschaftskommunikation sind so vielfältig wie deren Bezugsgruppen: Von der Schaffung breiter gesellschaftlicher Akzeptanz für neue Technologien über interdisziplinäre Synergien bis zum gezielten Wissenstransfer und Dialog zwischen Forschung und Wirtschaft. (Quelle: Wikipedia)

Fromm’sche Spezifikation

Nun ist es gar nicht so einfach in der weiten Netzwelt Anlaufstellen zu finden, die sich ausschließlich mit dem Thema Wissenschaftskommunikation auseinandersetzen. Aber das wäre ja auch langweilig. Deshalb habe ich mein Suchraster um die Verknüpfung von Wissenschaft und Kommunikation erweitert. In diesen Bereich fällt beispielsweise auch der Einfluß von Kommunikationstechnologien auf die Arbeit von Wissenschaftlern und Wissenschaftskommunikatoren – Stichworte sind hier Transparenz des Forschungsprozesses, Crowd Reviewing, Wissenschaftliches Publizieren und vor allem auch die Öffnung des Wissenschaftsprozesses (Open Science im Sinne von Open Innovation in der Wissenschaft). Wenn ich alle meine Zielbegriffe verorte und mir die entsprechenden Seiten anschaue, kann ich grob eine Unterscheidung treffen in:

  • Kategorie I: Websites, zumeist Blogs aus der Wissenschaftswelt (bloggende Wissenschaftler, oder Kommunikatoren in Wissenschaftsorganisationen)
  • Kategorie II: Websites, zumeist Blogs von wissenschaftsorientierten Bloggern/Kommunikatoren
  • Kategorie III: Websites von Organisationen (Unternehmen, Unis, Agenturen), die einen thematisch relevanten Content-Bereich aufweisen – unabhängig davon, ob diese Bereiche sich nun News, Aktuelles, Links oder wie auch immer nennen

So, genug der Vorarbeit. Nachfolgend habe ich eine Liste zusammengestellt, die (aufgegliedert in die zuvor benannten Kategorien) mein Informationsradar Wissenschaft(s)kommunikation aufzeigt – und sich übrigens sehr stark an meinem Feed-Reader (ja, ich bin bekennender RSS-Fan) orientiert. Die Liste ist mit Sicherheit noch nicht vollständig, zumal sie a) nur die Websites auflistet, auf denen auch merklich Aktivität stattfindet und b) sich vorerst auf deutschsprachige Angebote kapriziert.

Kategorie I

Kategorie II

Kategorie III

So, soweit zu einem (vielleicht ersten) Teil meines Informationsradars. Sicher werden die meisten von Euch die hier aufgelisteten Blogs und Websites kennen, aber vielleicht ist für den ein oder anderen doch noch eine Neuigkeit dabei.

Übrigens bin ich natürlich auch immer dankbar für weitere Vorschläge in den Kommentaren – Empfehlungen für Input nehme ich also gern entgegen!

UPDATE (1):

Da habe ich mich wohl etwas verzettelt und glatt eine Quelle auf jeden Fall vergessen: wisspub.net. Dieses Gemeinschaftsblog ist aus meiner Sicht eine Mischung aus den Kategorien I und III, denn es vereint die Sicht von Wissenschaftlern (Kategorie I) und Bibliotheken (eher Kategorie III). Wisspub.net ist ein “Gemeinschaftsblog zu wissenschaftlicher Kommunikation im Netz“, in dem es maßgeblich um Open Access, Digitale Bibliotheken, Peer Review, Informationsmanagement und -archivierung sowie um Wissenschaftskommunikation geht.

NACHTRAG:

Ich hab gerade noch einmal mit dem Google NGram Viewer herumgespielt und die 3 Begriffe Wissenschaftskommunikation, Wissenschafts-PR und Wissenschaftsjournalismus gegenübergestellt. Hier das Ergebnis:


Bildnachweise:
We've picked something up on radar! by Don Solo (cc by-nc-sa 2.0)
eigene Google NGram-Abfrage (19.01.2011)

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Kurz verlinkt: Ist die Wissenschaftskommunikation bereit für Social Media?

Michael Sonnabend aka @earl_piggot – seines Zeichens Blogger und vor allem hauptberuflich Leiter der Öffentlichkeitsarbeit beim Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft (Twitter) – veröffentlichte gestern einen ausführlichen Blogpost zur Frage, ob die Wissenschaftskommunikation bereit für Social Media ist.

Verschiedenste Facetten dieser Frage werden ja bereits an anderen Stellen beleuchtet und diskutiert, z.B.:

Disclaimer: Die ist nur eine kurze beispielhafte Auflistung (Basis sind hier gut 2min Google-Suche). Sicher gäbe es hier unzählige Kolleginnen und Kollegen mehr, die man aufzählen könnte (vom internationalen Kreis mal ganz abgesehen). Selbst die gelisteten Kollegen haben unendlich viel mehr zum Thema geliefert.

Der eingangs erwähnte, und im Kern dieses Kurzbeitrags stehende Blogpost von Michael Sonnabend “Austausch auf Augenhöhe” jedoch vor allem einen sehr umfassenden Einstieg in das Thema, da er die Entwicklung von Moment an beschreibt, da die PUSH-Inititative nach Deutschland schwappte:

Vor mehr als zehn Jahren brachte PUSH den nötigen Schwung in die Wissenschaftskommunikation. Vieles hat die Initiative erreicht, allein schon eine größere Aufmerksamkeit gegenüber Themen, die aus den Forschungslaboren nach außen dringen. Heute aber, zwischen Medienkrise und wachsenden Social-Media-Diensten, bedarf es neuer Denkanstöße.

Michael Sonnabend legt ein breites Bild vieler Aktivitäten im Bereich der Wissenschaftskommunikation in Deutschland dar – von den Anfängen der Initiative Wissenschaft im Dialog (WiD), über die Wissenschaftsjahre, die Wissenschaftssommer, die Initiative „Stadt der Wissenschaft“, die seit kurzem in immer mehr Städten stattfindenden Science Slams, bis hin zu audiovisuellen Projekten wie das DFG Science TV der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Am Ende seines ausfürhlichen Beitrags kommt er schließlich auf die Frage zurück, in welche Richtung sich die Wissenschaftskommunikation denn nun weiter entwickeln wird, wo doch “weltumspannende Dienste wie Facebook, Twitter, LinkedIn oder Google Buzz bzw. ein eigenes Blog für Wissenschaftler einen ganzen Pool von Möglichkeiten [bieten], sich selbst und die eigene Arbeit zu vermarkten.”

Die Antwort möchte ich selbstverständlich nicht vorwegnehmen, sonder verweise einfach an dieser Stelle auf den empfehlenswerten Beitrag von Herrn Sonnabend, der übrigens schon 2009, im Nachgang zum Forum Wissenschaftskommunikation (pdf), einen Beitrag zu den Herausforderungen der modernen Wissenschaftskommunikation verfasste.  Auch dieser ist eine echte Leseempfehlung, im Stifterverband-Magazin “Wirtschaft & Wissenschaft” 4/2009 erschienen und online abrufbar:

Michael Sonnabend: “Stellt die Megaphone weg” (pdf)

Viel Spass beim Lesen der Beiträge, beim Nachdenken, Umsetzen, oder Diskutieren (ob hier, bei Michael Sonnabend, oder auf dem diesjährigen Forum Wissenschaftskommunikation in Mannheim)!

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