Kleiner Hinweis in eigener Sache: Rum.Gelaber

Bild von rumgelaber.de

Ich war Anfang der Woche bei Lars Reineke im Rum.Gelaber Podcast zu Gast. Vom Namen ausgehend ließe sich hier sicher eine eher sinnbefreite Schnackerei zweier Personen vermuten, aber Lars schafft es in der Regel doch immer wieder interessante und alles andere als sinnlose Gespräche mit seinen Gästen zu führen.

Ob das auch uns gelungen ist, überlasse ich dem Urteil anderer. Wir haben jedenfalls fast 2 Stunden lang über eine ganze Reihe von Themen gesprochen, darunter unter anderem auch über Gespräche in verschiedenen Kanälen, Gesprächsführung im Allgemeinen, das Bloggen und natürlich auch über das Podcasting (wo ich ein bißchen meine kleinen Podcastproduktionen aufdröseln durfte).

Zum Podcast geht es bitte hier entlang.

Mir hat’s Spaß bereitet, an der Stelle also noch einmal herzlichen Dank an Lars für die Einladung!

Open Science Radio

Ich habe ja an diversen Stellen (z.B. hier und hier) bereits durchscheinen lassen, dass ich totaler Fanboy überzeugter Verfechter von Open Science bin – im letzten Jahr habe ich ja zu diesem Blog auch noch ein zusätzliches Blog begründet das sich explizit mit der Öffnung der Wissenschaft beschäftigt. Da ich zudem ja auch großer Fan von Podcasts und selbst begeisteter Amateurpodcaster bin, und die Zeit ohnehin immer schlecht für mehr Arbeit ist, habe ich vor kurzem ein neues Projekt in’s Leben gerufen: das Open Science Radio.

Mit dem Open Science Radio habe ich einen relativ regelmäßig erscheinenden Podcast in’s Leben gerufen, der sich mit dem Thema Open Science beschäftigt. Dabei soll es sowohl um die einzelnen vielseitigen und -schichtigen Aspekte gehen, aber auch um das gesamte Zusammenwirken. Von Open Access über Citizen Science und Open Data bis hin zu Öffentlicher Wissenschaft und Open Source soll hier alles eine Rolle spielen. Mit dem Podcast möchte ich ein grundlegendes Verständnis schaffen, vor allem aber auch über aktuelle Entwicklungen informieren.

Mittlerweile ist das Projekt einen Monat alt und ich habe bis dato eine einführende “Nullnummer” und 3 reguläre Episoden aufgezeichnet. Ich hoffe, dass ich im Zuge der nächsten Zeit auch sukzessive ein paar Themen tiefgreifender behandeln kann, idealerweise mit einem entsprechend versierten Gesprächspartner.

Ich würde mich freuen, wenn es ein paar Zuhörerinnen und Zuhörer gäbe. Ich bin natürlich jederzeit für Feedback, Kritik und Anregungen (das Format, meine “Leistung” oder auch das Thema betreffend) dankbar!

Offtopic: Online-Kurse für HTML/CSS

Da ich ja doch einige Blogs (neben diesem hier, auch noch offene-wissenschaft.de) und Podcasts betreibe, bekomme ich von Zeit zu Zeit einen Rappel und denke mir dann, dass ich mich doch einmal intensiver mit dem Thema HTML und CSS beschäftigen müsste. Nicht falsch verstehen, ich blogge jetzt seit Ende 2005 auf den verschiedensten Plattformen (seit 2008 bei WordPress) und habe zumindest einen grundlegenden Einblick in die Funktionalitäten von HTML und CSS. Und “grundlegend” heißt hier nicht allüberblickend, sondern “für meine Zwecke ausreichend”. Wo immer ich auch an meine Grenzen stoße rufe ich entweder meinen Admin des Vertrauens an, oder in die Twitter- und App.net-Welt hinein. Aber wie gesagt, manchmal verspüre ich doch den Drang die Dinge im Webversum etwas besser verstehen zu wollen, so auch derzeit wieder. Nun könnte ich mich vor die Suchmaschine meines Vertrauens setzen und mich durch die verschiedensten Angebote klicken, stattdessen hab ich in die oben besagten Netzwerke gerufen:

Warum? Nun ja, eine Empfehlung die auf eigener Erfahrung, oder Mundpropagande gründet, hat bei mir irgendwie mehr Wert, als anonyme Suchmaschinenergebnisse. Zu meinem Glück/Pech hat Holger meinen Ruf retweeted, woraufhin eine erstaunliche Anzahl von Rückmeldungen kamen. Ein paar davon kannte ich, vieles war mir neu. Um andere an dem Feedback teilhaben zu lassen, möchte ich die Ergebnisse hier kurz aufführen. (Anm. d. Red.: ja, bestimmt gibt es irgendwo im Netz eine viel vollständigere, viel tollere Aufstellung mit einer viel besseren Einteilung, Unterteilung oder gar einer sinnvollen Klassifikation. Tja, was soll’s.). Hier sind also die Ergebnisse meiner Frage:

Online-Kurse:

Codecademy
Codecademy bietet das interaktive Programmieren lernen, in der Regel basierend auf einem Anleitungstext und einer Code-Box in der man das Gelesene dann praktisch umsetzen kann und zur Prüfung übergeben kann. Codecademy ist ein kostenloses Angebot und nutzt unter anderem auch Badgification-Mechanismen um den eigenen Lernfortschritt zu protokollieren, Motivation zu erwirken und Community-Aktivitäten zu triggern. Neben HTML/CSS gibt’s hier eine ganze Reihe von weiteren Angeboten zu Python, Ruby on Rails, jQuery, oder auch verschiedenen API’s.

Code School
Code School ist der Codecadamy nicht unähnlich und funktioniert nach dem gleichen System, ist aber designerisch etwas stylischer und arbeitet auch mit Videos. Das Angebot ist zum Teil kostenlos, bietet aber auch entgeltliche Kurse an. Die Plattform bietet ähnliche Badgification-Mechanismen wie Codecademy. Neben HTML/CSS gibt’s hier eine ganze Reihe von anderen Kursen zu Git, Ruby on Rails, Node.js, oder auch iOS-Programmierung.

Code Avengers:
Code Avengers geht einen etwas spielerischen Weg (daher auch der etwas comichafte Charakter) und bietet Angebote in HTML/CSS3 und JavaScript. Das Angebot ist kostenfrei und richtet sich eindeutig an Anfänger, funktioniert aber ähnlich wie die bereits genannten Angebote.

Team Treehouse:
Team Treehouse bietet eine Reihe von Angeboten in der Webprogrammierung (HTML/CSS), PHP, Ruby on Rails sowie Programmierung für iOS und Android. Treehouse zieht extensiven Nutzen aus Video-Lessons und begleitenden Aufgaben. Das Angebot ist allerdings nicht kostenfrei, hier geht’s bei 25$ pro Monat los.

Workshops, Tutorials und Selbstlernkompendien:

Undsoversity
Gerrit van Aaken bietet im Undsoversum einen Video-Workshop zu HTML und CSS an. In ein paar Videos kann man auf der Website bzw. bei Youtube reinschauen, der komplette Workshop ist dann allerdings kostenpflichtig (Einzellizenz für 29EUR).

Video2Brain
Video2Brain bietet eine Vielzahl von Video-Tutorials von denen eine Reihe gratis zur Verfügung stehen, die meisten allerdings bezahlt werden müssen (so kostet bspw. das Tutorial für CSS-Layouts 24,95EUR, dafür aber für 2,5h Laufzeit).

w3schools
w3schools bietet eine Mischung aus einem Kompendium, allerdings erweitert um praktische Boxen in denen man direkt auf der Website das Gelesene praktisch ausprobieren kann. Sehr netter Zwischenweg.

CSS-Tricks
CSS-Tricks bietet eine Vielzahl von Video-Tutorials zu den unterschiedlichsten Themen. Ich finde die Website allerdings etwas unübersichtlich und die Qualität der Videos lässt für mich zum Großteil zu wünschen übrig.

Shay Howe, WebplatformHTML.net TutorialsHTML Dog
Diese Websites bieten klassische Tutorials und Guides für HTML & CSS, also eine Art Selbstlernbibliotheken mit Beispielen – das Ganze dann aber in der Regel grafisch schön gestaltet, ausführlich und kostenlos. Man muss sich einfach durch die Themen durcharbeiten, oder sich die richtige Stelle suchen.

SelfHTML-WikiCSS4You
Diese Websites bieten einen umfangreichen Quell an Refrenzen, Erklärungen und Beispielen für den Umgang mit CSS. Klassische Selbstlern- und Nachschlagekompendien.

HTML5 Rocks
Mit HTML5 Rocks steht ein vollkommen auf HTML5 zugeschnittenes Webtutorial zur Verfügung, dass entlang der klassischen HTML5-Funktionalitäten die Features dieses Standards erklärt und mit entsprechenden Code-Beispielen verdeutlicht.

Was ich nicht berücksichtigt habe:

Es gibt sicher eine Reihe von Angeboten zu HTML und CSS die ich hier nicht aufgeführt habe, weil ich sie entweder vergessen habe, oder weil sie schlichtweg nicht im Feedback enthalten waren. Darüber hinaus habe ich die großen Lernplattformen wie Coursera, Udacity, MIT Open Courseware, Khan Academy, oder ähnliche nicht aufgeführt. Weggelassen habe ich auch Plattformen wie die Google Code University, das Mozilla Developer Network, oder die O’Reilley Courses. Zudem gibt es noch eine ganze Reihe von Angeboten, die auf eine Vielzahl von anderen Programmiersprachen oder -Anwendungen abzielen, von The Code Player über General Assembly, Peep Code, Eloquent Java Script und Bloc bis hin zu Programr und Processing.

Erfahrungen?

Wenn ich nennenswerte Erfahrungen mache, verblogge ich die gern an dieser Stelle. Wenn Ihr nennenswerte Erfahrungen habt, dann verbloggt sie und verlinkt hierher oder schreibt sie hier in die Kommentare.

Einstweilen danke ich sehr für das zahlreiche Feedback!

 

Kurz verlinkt: Wissenschaftskommunikation und Öffentliche Wissenschaft am KIT

Da hier derzeit gerade heftig viel Arbeit aufläuft beschränke ich mich mal auf eine knappe Verlinkung auf zwei Vorträge, die mir gerade in den RSS-Reader gespült wurden.

Bereits im zurückliegenden Herbst 2012 veranstaltete das Karlsruher Institut für Technologie KIT einen einen interdisziplinären Workshop zum Thema »Wissenschaftskommunikation, Utopien und Technikzukünfte«, dessen Programm ziemlich umfangreich war. Mittlerweile sind ein paar Aufzeichnungen erschienen, darunter finden sich ein paar Themen auf die ich gesondert hinweisen möchte:

Ich hab mir die Vorträge selbst noch nicht vollständig zu Gemüte geführt, sondern eher stichprobenartig mal hineingezappt. Den ein oder anderen interessanten Aspekt hab ich schon gesehen, allerdings sind die Folien (wie so oft) sehr textlastig und irgendwie unspaßig. Das mag sicher der Zielgruppe geschuldet sein, ist aber dennoch schade.

Leider sind anscheinend nicht zu allen Programmpunkten auch Videomitschnitte angefertigt worden, oder diese sind noch nicht veröffentlicht worden – ich hätte beispielsweise gern noch den Workshop von Carsten Hennig zum Thema “More Human Than Human? – Menschliche Psyche und technokratische Dystopie in Philip K. Dick-Verfilmungen” gesehen. Aber vielleicht tut sich da noch was. Weitere Videomitschnitte hat Jan-Felix Schrape in seinem Querverweis verbloggt, der übrigens selbst einen Vortrag zu “Wiederkehrende Erwartungen an interaktive Medien” hielt, hier das Video dazu.

Auch eine Einbettung hier ist nicht möglich, schade KIT!

Braucht die Wissenschaft mehr Marketing? #fwk2012

Vorweggenommener Disclaimer: Ich selbst habe zum diesjährigen Forum Wissenschaftskommunikation mit Oliver Tacke einen eigenen Beitrag zum Thema Open Science eingereicht, der es allerdings nicht in’s Programm geschafft hat.

Mir fällt es offen gestanden etwas schwer einen Rückblick zum diesjährigen Forum Wissenschaftskommunikation zu verfassen. Nicht, weil ich nicht auch in diesem Jahr wieder Bekannte und viele neue und nette Menschen kennengelernt hätte, und auch nicht, weil ich nicht auch viele interessante Gespräche geführt hätte. Vor allem fällt es mir schwer, weil all dies eigentlich nicht viel mit dem Inhalt dieser Veranstaltung zu tun hat.

Michael Sonnabend hat mein Gefühl mit seinem Tweet ganz gut auf den Punkt gebracht:

@staudner Eigentlich wie immer: Viele Gespräche, familiäre Atmo, wenige innovative Sessions … #fwk12— Michael Sonnabend (@earl_piggot) Dezember 5, 2012

Klar, ich habe nur einen Bruchteil der parallel stattfindenden Vorträge in den verschiedenen Sessions gesehen und entsprechend nur einen kleinen Teil der Diskussionen mitbekommen. In den von mir besuchten Sessions sind mir allerdings wieder einmal ein paar Dinge aufgestoßen aufgefallen:

Es gibt wenige Beiträge die zum Nachdenken anregen, stattdessen gibt es nach meinem Geschmack einfach zu viele Beiträge in denen sich viel zu sehr auf die eigenen Schultern geklopft wird, ob der vollbrachten Projekte. Die Chance diese Projekte im Kreise der Kolleginnen und Kollegen kritisch zu diskutieren wird (zumindest in den Sessions) oft vertan.

Wir diskutieren viel zu oft dieselben Fragen aus den selben Perspektiven, anstelle die Perspektive auch einmal zu wechseln. Ich besuche jetzt seit 2009 das Forum und jedes Jahr auf’s neue hört man Fragen à la “Wie viel Zeitaufwand soll ich für das Bloggen/Twittern/Facebooken einplanen?”, “Wie gehe ich mit kritischen Kommentaren um?”,  ”Wie sollte ich in 140 Zeichen Wissenschaft transportieren können?”, oder “Woher sollen wir die Ressourcen nehmen die es bräuchte, um xyz umzusetzen?”. All diese Fragen sind sicher richtig und wichtig, wenngleich manche davon etwas naiv formuliert sind. Wir müssen aber irgendwann aufhören diese Fragen immer und immer wieder zu stellen, und damit anfangen auch einmal Antworten darauf zu liefern. Vor allem müssen wir aber damit beginnen den  Antworten die uns bereits gegeben werden, zuzuhören. Vielleicht ist das Zuhören sogar das größte Problem der Wissenschaftskommunikation.

Es gibt im Jahr 2012 noch “Kommunikationsprofis” (ergo Personen die Kommunikation als ihre Profession sehen) die jetzt erst Blogs, Twitter, Facebook für sich entdecken, sich damit befassen, oder es gar noch immer nicht getan haben. Es gibt darüber hinaus noch immer professionelle Wissenschaftskommunikatoren die meinen, diese (nicht mehr so) neuen Medien seien nur etwas für Digital Natives und böten keine relevanten Kommunikationskanäle. Leider schafft es das Forum nicht das einzig richtige Signal in diese Richtung auszusenden: Beschäftigt Euch damit und tut es nicht einfach ab! Klar, nicht jeder muss jeden Kommunikationskanal, jedes Medium oder jedes soziale Netzwerk bespielen. Diese Dinge aber einfach mit der Mär Ausreden der Digital Natives und anderen Trübsinnigkeiten abzutun und sich gar nicht damit zu beschäftigen, ist m.E. der falsche Weg (insbesondere, wenn man seinen Beruf in der Kommunikation hat). Zugegebenermaßen ist es dabei nicht hilfreich, wenn der stellvertretende Generalsekretär des Stifterverbands der Deutschen Wissenschaft, Dr. Volker Meyer-Guckel, in der Abschlußdiskussion genau dies (das Abtun) tut, wenn er sinngemäß sagt, dass er Tweets für überflüssig hält.

Sicher, es gab auch Zeichen, die nach vorn zeigen und sogar dazu aufrufen selbst aktiver zu werden. Henning Krause warb dafür neue Formate in der Wissenschaftskommunikation auszuprobieren, zum Beispiel Podcasts oder TweetUps. Marco Trovatello legte ein engagiertes Wort für die Nutzung von Creative Commons Lizenzen in der Wissenschaftskommunikation ein. Und Marc Scheloske motivierte die Anwesenden mit den vorläufigen Ergebnissen seiner Twitter-Studie sich Twitter doch einmal genauer anzuschauen, da es sehr wohl das Potential birgt wissenschaftsrelevante Inhalte zu transportieren.

Den für mich wichtigsten Kommentar hörte ich aber von Florian Freistetter a.k.a. Astrodicticum - der ansonsten in der Abschlußdiskussion leider eher außer Acht gelassen wurde – zur Frage nach der Wichtigkeit der Wissenschaftskommunikation aus Sicht der Wissenschaftler. Florian merkte völlig nachvollziehbar an, dass es nicht wenige Wissenschaftler gäbe die nicht nur Spaß am Kommunizieren hätten, sondern dies auch noch können würden, dass es aber nur ein vergleichbar geringer Teil wirklich tun würde (und viele davon noch in ihrer Freizeit) solange die Wissenschaftskommunikation nicht in die Evaluation/Bewertung ihrer wissenschaftlichen Arbeit eingehen würde. Das ist nur allzu verständlich, denn wer tut schon etwas gern, das ihm nicht nur nicht anerkannt wird, sondern im Zweifel sogar noch im Wege steht und womöglich künftige Chancen verbaut?

Was folgt?

Was für ein Fazit kann ich daraus ziehen? Das Forum Wissenschaftskommunikation sollte muss provokanter werden, wenn es jemals an den Punkt kommen will in der Wissenschaftskommunikation wegweisende Akzente zu setzen. Das muss nicht gleich eine Kehrtwende bedeuten und an allen Stellen gleichzeitig passieren, aber es reicht m.E. nicht mehr einfach eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die Jahr für Jahr zum Großteil dieselben Themen im selben Tenor präsentiert. Wissenschaft im Dialog hat ja mit dem SciCamp bereits ein spannendes und innovativeres Veranstaltungsformat in petto. Und an dieser Stelle wurden schon Ideen für nächste SciCamps gesammelt – vielleicht sollte man mit dem Forum inhaltlich ebenso etwas mehr in diese Richtung tendieren. Oder verschreckt man sich dann die Mitglieder für die kommenden Jahre?

Ich werde sicher auch im nächsten Jahr wieder einen eigenen Vorschlag für eine Session einbringen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich die Veranstaltung noch einmal voll besuche. Wir werden sehen.

Für den WiD wünsche ich mir für das nächste Jahr ein wenig mehr Chuzpe in der Veranstaltungsorganisation, ein wenig mehr Mut im Selbstverständnis und ein wenig mehr Vorbildfunktion für die Innovation in der deutschen Wissenschaftskommunikation. Für dieses Jahr danke ich ihm aber trotz allem für seine Arbeit und die Organisation des Forums!

Um den Rahmen zu schließen: braucht die Wissenschaft also mehr Marketing? Vielleicht, die Frage wurde mir zumindest im diesjährigen Forum nicht beantwortet. In einer Sache bin ich mir aber ziemlich sicher: die Wissenschaftskommunikation braucht mehr Mut! Mehr Mut, um mit Spaß an der Sache auch mal neue Dinge auszuprobieren und nicht ständig gleich die Sinnfrage mit dem ROI im Hinterkopf zu stellen. Mehr Mut, um auch mal Dinge gegen den Wind innerhalb oder auch außerhalb der eigenen Organisation auszuprobieren. Und mehr Mut, um auf die Erkenntnis hinzuwirken, dass Wissenschaftskommunikation nicht nur Aufgabe einer zentralen Arbeitsstelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist, sondern immanente Aufgabe eines jeden Wissenschaftlers (wenn er es denn möchte), für die Raum und Zeit sein muss und die sich vor allem für den Wissenschaftler auch lohnen muss!

P.S.: Noch drei kleine Hinweise zu guter Letzt. Begleitende Blogbeiträge finden sich beim Kollegen Reiner Korbmann. Einen Einblick bekommt man auch über die beiden Hashtags zur Veranstaltung - #fkw2012 (offiziell) und #fwk12 (quasi “inoffiziell”).

Bildrechte: C. Rieken/WiD

Die Flucht aus dem Elfenbeinturm, wie ich sie mir vorstelle

Da ich ja in der nächsten Woche das Vergnügen haben werde mit einigen sehr schlauen Köpfen zum Thema der Forschung und Lehre zum Mitmachen zu diskutieren, möchte ich im Vorfeld gern meinen Standpunkt festhalten, um zu sehen wie er sich in der Diskussion oder danach verändert.

Ich möchte das Thema allerdings etwas weiter halten und hier gern ein paar Punkte meiner Sicht zur Wissenschaft und Lehre zum Teilhaben darlegen. Warum diese Änderung? Ich verwende hier den Begriff Wissenschaft als etwas weiteren Begriff von Forschung – Wissenschaft dürfte ja im Kernverständnis sowohl Forschungs- als auch Lehreanteile enthalten – um den systemischen Aspekt von Forschung einzubeziehen. Forschung findet ja in weiten Teilen in einem eigens dafür geschaffenen System statt, z.B. in den wissenschaftlichen Institutionen und Organisationen, aber auch in Unternehmen. Ein zahlenmäßig kleinerer Anteil dürfte sogar außerhalb von solchen Systemen stattfinden, einfach weil Menschen den Drang haben, Dingen auf den Grund zu gehen. Ich benutze hier also Wissenschaft als einen weiterfassenden Systembegriff, um auch die damit einhergehenden Systemzwänge einzubeziehen. Des Weiteren möchte ich den Begriff Mitmachen auf Teilhaben erweitern, oder (je nach Blickwinkel) abschwächen. Für mich hat Mitmachen einen starken Fokus auf die aktive Beteiligung, in Kombination von Forschung und Lehre wäre ein Mitmachen die aktive Beteiligung an einem dieser beiden Prozesse, also ein Investieren an Zeit und Energie in die Mitgestaltung dieser Prozesse. Ich möchte den Begriff in diesem Text ein wenig erweitern, da ich für ein nichtelitäres, offenes Verständnis von Wissenschaft und Lehre glaube, das nicht immer ein aktives Mitmachen an einzelnen Prozessen vonnöten ist. Diese Möglichkeit sollte bestehen, für mich fängt das offene Verständnis von Wissenschaft und Lehre aber bereits da an, wo ich informativ an den darin stattfindenden Prozessen und den beteiligten Akteuren informativ Teilhaben kann. Teilhabe hat hier für mich also einen rezeptives Moment (die Möglichkeit an Informationen zu bekommen und die Prozesse transparent nachvollziehen zu können) und kann darüber hinaus auch ein aktives Moment haben (die Möglichkeit aktiv über Kommunikation oder Beteiligung an Arbeitsprozessen und Ergebnissen mitzumachen).

Genug der Vorrede, die ich bloß vorangestellt habe, um zu verdeutlichen, dass ich an dieser Stelle ein wenig mehr Punkte aufführen könnte, als in der oben erwähnten Diskussion auf der diesjährigen re:publica eine Rolle spielen. Darüber hinaus möchte ich noch anbringen, dass ich eine eher progressive (manche würden es vielleicht auch radikaler nennen) Ansicht hinsichtlich einer offenen Wissenschaft und Lehre innehabe, als viele andere Menschen. Ich war 5 Jahre im Wissenschaftssystem tätig und habe bei der Fraunhofer-Gesellschaft an der spannenden Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft gearbeitet. Auch weiterhin beschäftige ich mich bspw. an der Uni und im Rahmen meines Podcasts Explorism – Scientists in Progress mit der Wissenschaft als System (Raum für Forschung, Raum für Nildung, aber auch Arbeitgeber und Raum für Menschen). Sicher sind die Einblicke, die ich im Rahmen dieser Tätigkeiten in das Wissenschafts- und Lehrsystem erlangen konnte und werde nur marginal im Vergleich mit jenen, die seit 20 Jahren oder mehr in diesen Feldern tätig sind. Darüber hinaus ist mir klar, dass jedwede Tranparenz auch immer unter der Wahrung bestimmter Interessen der beteiligten Akteure betrachtet werden muss (Geheimnisrechte, Sicherheitsaskpekte, Zuwendungen von Verwertungsinteressenten, etc.), dem steht aber eine grundlegende Offenheit des Systems nicht entgegen. Ich erlaube mir hier also eine (an vielen Stellen sicher diskussionswürdige) Meinung zu haben, ganz einfach weil ich es kann und weil ich für diese Gesellschaftsbereiche genügend Faszination mitbringe, um mich eingehend mit ihnen zu beschäftigen.

Nun aber genug mit dem Vorgeplänkel. Ich möchte gern im Folgenden ein paar Standpunkte darlegen und bin im Nachgang zur Veranstaltung und den Diskussionen gespannt inwieweit ich eines Besseren belehrt werde. ;-)
Als Vorbereitung zu den nachfolgenden Punkten empfehle ich übrigens die Lektüre einiger Beiträge von Christian Spannagel zum Öffentlichen Wissenschaftler (hier und hier), von Oliver Tacke (hier und hier) und der P2PFoundation (hier). Was also bedeutet für mich also der Begriff einer Offenen Wissenschaft und Lehre, denen die Möglichkeit zur Teilhabe immanent sein soll?

Aspekte Offener Wissenschaft

Wiki Commons (CC BY-SA 3.0)

  • Die Wissenschaft (Institutionen, Organisationen, Personen) bietet einen offenen Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen (Open Access), der es jedermann erlaubt diese Ergebnisse entgeltfrei zu lesen, herunterzuladen oder zu verlinken. Dies gilt natürlich auf jeden Fall für solche Ergebnisse, die aus öffentlichen Geldern finanziert werden, wäre aber auch für alle anderen Ergebnisse wünschenswert (hier müsste man sicher über Modalitäten wie bspw. die Granularität der Darstellungstiefe nachdenken).
  • Im Sinne einer Open Access Strategie sollte die Wissenschaft den Nutzern (also der Öffentlichkeit) darüber hinaus z.B. über Freie Lizenzen eine weitere Nutzung bieten, die besonders für öffentlich finanzierte Forschung die Vervielfältigung, Verbreitung oder auch Bearbeitung der Dokumente (natürlich unter entsprechender Kennzeichnung) erlaubt.
  • Die Wissenschaft bietet einen offenen Zugang zu wissenschaftlichen Rohdaten und Tools (OS – Open Source / OD – Open Data), die wiederum unter einer bestimmten Lizenz zur Nach- und Weiternutzung zur Verfügung stehen. Dies erhöht zum einen die Nachvollziehbarkeit und Überprüfbarkeit wissenschaftlicher Arbeit, zum anderen ermöglicht sie aber auch Ansatzpunkte für weitere Forschung, alternative Forschungsrichtungen und nicht zuletzt auch Ansatzpunkte für die Wirtschaft.
  • Die Wissenschaft bietet der Öffentlichkeit eine offene Kommunikation hinsichtlich der in ihr stattfindenden wissenschaftlichen Arbeitsprozesse (Forschung) sowie der systeminternen Arbeitsprozesse (Verwaltung). Dieser Punkt ist immens wichtig, um einen transparenteren Einblick in die Wissenschaftswelt und das Wissenschaftssystem zu erlauben und Verständnis, aber auch Anreize in der Öffentlichkeit zu schaffen. Fragen wie Wie verlaufen wissenschaftliche Forschungsprozesse?, Wie werden wissenschaftliche Projekte auf den Weg gebracht?, Wer sind die Personen hinter den wissenschaftlichen Ergebnissen? oder Wie verläuft der Alltag in der Wissenschaft? offen zu beantworten, ist unter anderem auch immens wichtig, um den Nachwuchs für die Arbeit in der Wissenschaft zu begeistern. Damit einhergehend beinhaltet diese offene Kommunikation auch den vernünftigen und offenen Umgang mit so etwas wie dem Scheitern (das der Wissenschaft ja mit dem Falsifikationsprozess immanent ist).
  • Die Wissenschaft bietet einen offenen wissenschaftlichen Diskurs, der es Wissenschaftler z.B. erlaubt (sofern diese es wollen) ihre Ideen, Arbeitsmethoden und Ergebnisse offen z.B. im Netz zu diskutieren und so auch anderen Menschen die Möglichkeit geben am Forschungsprozess teilzuhaben und sich ggf. auch an der Lösung des Forschungsproblems zu beteiligen.
  • Die Wissenschaft bietet einen offenen (also nachvollziehbaren) Begutachtungsprozesse bei Publikationen sowie eine offene (also transparente) Behandlung von Forschungsantrags- und Förderungsvergabeverfahren.

Aspekte Offener Bildung und Lehre

  • Das Bildungssystem bietet einen freien Zugang zu Lern- und Lehrmaterialien (z.B. durch das zur Verfügung stellen von Open Educational Resources oder OpenCourseWare) und einen freien Zugang zu Lehrveranstaltungen (Offene Kurse z.B. in Form der Massive Open Online Courses). Durch dererlei Maßnahmen erhalten wir ein offenes Bildungssystem, dass nicht nur Wissen frei jenen zur Verfügung stellt, die sich im Bildungssystem integrieren, sondern auch jenen die (aus welchen Gründen auch immer) nicht integriert sind. Aus meiner Sicht ist Wissen und Bildung keine Hoheitsobjekt, sondern ein Kulturgut.
  • Das Lehrsystem, also Institutionen, Organisationen oder Personen mit Lehrauftrag bieten partizipative Lern- und Lehrmethoden (z.B. Lernen durch Lehren, Forschendes Lernen).
  • Das Lehrsystem stellt seine Lehre öffentlich zur Diskussion und öffnet sich einem Diskurs an dem alle Beteiligten (Lehrende und Lernende) eine gerechte und angemessene Chance auf Beteiligung zur Gestaltung von Lehre haben.

Zum Abschluß bleiben mir noch drei Dinge, die ich gern betonen möchte.

Zum ersten habe ich hier sicher Idealvorstellungen geschildert die nicht leicht umzusetzen sind und auch nicht 1:1 in die Wirklichkeit übernommen werden können. Bei vielen dieser Punkte muss man über eine Ausgestaltung nachdenken, Ideen diskutieren und gemeinsam mit den am Prozess Beteiligten an einer adäquaten Lösung und Umsetzung arbeiten. Hauptsache ist aber, dass man überhaupt erst einmal den Bedarf erkennt und anfängt darüber zu reden!

Zum zweiten möchte ich mich der Einschätzung von Christian Spannagel et al. anschließen: “Öffentliche Wissenschaftler [und Lehrende] müssen nicht alle Punkte umsetzen. Je nachdem, wie viele dieser Aspekte sie berücksichtigen, sind sie ‘mehr’ oder ‘weniger’ öffentlich. Wichtiger Punkt ist aber, dass nicht nur Produkte der wissenschaftlichen Tätigkeit veröffentlicht werden (das machen alle Wissenschaftler), sondern dass der Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens transparent wird.”

Und zum dritten und letzten möchte ich noch einen Appel loswerden, den ich bereits in meiner Nachbetrachtung zum letzten Forum Wissenschaftskommunikation äußerte. Dort habe ich es so formuliert: “Die Wissenschaftskommunikation hadert m.E. in den eigenen Prozessen mit einem der essentiellen Untersuchungsmethoden der Wissenschaft selbst – dem Experiment! Wo ist der Mut bei so vielen, einfach mal etwas auszuprobieren? Wo ist der Mut zu Scheitern, durch dieses Scheitern einem Erfolg aber wenigstens schrittweise näher zu kommen? Und wer sagt überhaupt, dass man Scheitern wird? Wo ist der Spaß???” Was ich damit sagen will, ist, dass wir bei allen kritischen Punkten die zu bedenken sind, nicht eine grundlegende Sache außer Acht lassen sollten: Laufen lernt man nur durch Laufen!

Ich freu mich auf Eure Eindrücke, Ideen und Diskussionen – entweder hier, oder noch lieber am 2. Mai ab 16Uhr auf der re:publica.

Raus aus dem Elfenbeinturm, rein in die re:publica 2012

re:publica 12Argh, die diesjährige re:publica naht mit großen Schritten (es sind nur noch 8 Tage) und mir fällt erst jetzt auch, dass ich noch gar nichts dazu verbloggt habe. Das ist in der Regel auch nicht schlimm, denn die vergangenen Jahre habe ich die Veranstaltung nur als Besucher frequentiert. In diesem Jahr wird sich das zumindest an einem Tag ändern.

Denn am Mittwoch, den 02. Mai um 16Uhr werde ich das große Vergnügen haben im Track re:learn mit Monika König, Oliver Tacke und Volkmar Langer die Session “Raus aus dem Elfenbeinturm! Forschung und Lehre zum Mitmachen” zu bestreiten; genauer gesagt, werde ich die Session moderieren. Ich freue mich natürlich darüber, dass Oliver den Vorschlag einer solchen Session eingebracht hat und ich mit den Herrschaften diskutieren darf.

Es ist übrigens jeder herzlich eingeladen mitzudiskutieren. Während der Session werde ich immer ein Auge auf Twitter haben (einen Hashtag geben wir noch bekannt) und für eine Diskussion vor und nach der Session hat Oliver eigens eine Wikiversity-Seite eingerichtet.

Ich freue mich auf angeregte Diskussionen zum Thema, aber auch abseits davon auf den ein oder anderen Schnack!

Lernen und Lehren mit Medien im Explorism-Podcast

Ich hatte gestern, nach einer leider viel zu langen Pause, die Chance eine neue Folge für den Explorism-Podcast aufzuzeichnen. Zu Gast war Sandra Hofhues mit der ich über ihren wissenschaftlichen Werdegang und ihre jetzige Tätigkeit sprechen konnte. Sandra ist “eLearning Activist and Researcher on Educational Media at Hamburg University of Applied Sciences” und ganz ihrem wissenschaftlichen Naturell nach geht es im Podcast vor allem um medienpädagogische Aspekte des Lernen und Lehrens. Ich wünsch’ Euch Spaß beim Hören.

Wer es noch nicht kennt – auch die erste Folge mit Oliver Tacke könnte sich lohnen. ;-)

Daten schaffen Verständnis, wenn man ihnen ein Gesicht gibt

Bild: "Locals and Tourists #2 (GTWA #1): New York" by Eric Fisher (@ flickr.com)

Datenauswertung ist ein sehr spannendes Thema, das mich seit vielen Jahren immer mal wieder umtreibt. Sei es beruflich im Kontext der Verarbeitung von Big Data - also solch großer Datenmengen die mit herkömmlichen Datenbanken und Datenbank-Management-Tools nicht mehr erschöpfend auswertbar sind – oder auch privat, wenn mir interessante Projekte im Bereich Datenjournalismus, Datenvisualisierung oder Infografiken über den Weg laufen.

Warum ist das Thema so spannend? Weil visualisierte Daten – egal ob als Infografik oder DataMap oder Chart – uns helfen können Sachverhalte besser zu verstehen, Zusammenhänge oder gänzlich neue Seiten eines Sachverhalts zu entdecken und sichtbar zu machen, oder gar Zugang zu einem uns sonst verschlossenen Thema zu eröffnen (nicht zuletzt durch den oftmals eher spielerischen Designansatz von Datenvisualisierungen). Einen Schritt weit ermöglichen uns visualisierte Daten eine einfachere, oder zumindest zugänglichere, Bewertung von Sachverhalten, seien sie auch noch so komplex.

An genau dieser Stelle spielt das Thema Datenvisualisierung auch in der Wissenschaft eine Rolle. Der Arbeitsschritt der wie auch immer gearteten Datenauswertung ist ein dem Wissenschaftssystem immanenter Schritt. Die Datenvisualisierung ist ebenso schon seit jeher ein Bestandteil der wissenschaftlichen Arbeitsweise, sie kann jedoch auch außerhalb des Wissenschaftssystems einen merklichen Stellenwert erringen. Nicht zuletzt ermöglichen uns visualisierte Daten eine recht leicht verständliche Form des wissenschaftlichen Storytellings. Damit schaffen sie für die interessierte Öffentlichkeit einen relativ niederschwelligen Zugang zu wissenschaftlichen Themen, zu Forschung und zu komplexen Sachverhalten. Im Zuge einer Diskussion um Open Access in der Wissenschaft (also dem freien Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen die durch öffentliche Gelder finanziert wurden) bietet der Datenjournalismus eine exzellente Form des Zugangs und des Verständnisses für die Öffentlichkeit zu diesen Ergebnissen.

Welch großartige Geschichten sich erzählen lassen, kann man schon an einigen Beispielen sehen (Hans Roslin sei hier nur einmal genannt) und erfreulicherweise sind mehr und mehr Wissenschaftsorganisationen dazu bereit Offene Daten zur Verfügung zu stellen (z.B. die NASA, Helmholtz Gemeinschaft). Wir dürfen also gespannt sein.

Hör- und Sehempfehlung

Ich selbst kann ja nicht verhehlen, dass ich großer Fan von Podcasts und Vodcasts bin und kann an dieser Stelle meine themenbezogene Empfehlung für die Datenschau aussprechen. Die “…gemütliche Internetsendung rund um Visualisierungen von Daten, Informationsarchitektur, Gamification, neue Formen des Onlinejournalismus und den ganzen Rest” widmet sich in (leider recht großen, aber) regelmäßigen Abständen eben jenen Themen. Der Mix aus Podcast und Vodcasts funktioniert meines Erachtens recht gut und verspricht in Kombination mit ein bißchen mehr Fokus auf bestimmte Hauptthemen wirklich ein spannendes Format zu werden. Was ich mir persönlich wünschen würde, habe ich dem Team (Anna Lena Schiller, Philip Banse, Lorenz Matzat, Marcus Bösch) schon in die Kommentare zur Folge 3 geschrieben.

Neben der Datenschau möchte ich auch noch dieses Video von Geoff McGhee (Stanford University) empfehlen, der den Einfluss von Datenvisualisierung auf den Journalismus audiovisuell aufarbeitet.

Leseempfehlung

Wer sich etwas weiter mit dem Thema beschäftigen möchte, dem kann ich ein paar erste Anlaufstellen empfehlen:

Hörempfehlung: #Soziopod und #Segelradio

Wie in vielen, vielen Posts schon beschrieben, bin ich ein großer Fan von Podcasts jeglicher Couleur. Mittlerweile zähle ich gut 30 verschiedene Podcasts, die ich regelmäßig höre und weitere Podcasts von denen ich einzelne Folgen höre, wenn mich das jeweilige Thema interessiert. Ich höre sowohl technikbezogen, als auch wissenschafts-, gesellschafts- oder popkulturbezogene Podcasts (für einen Ausschnitt meines Hörspektrums kann man zum Beispiel einen Blick in die Blogroll der Collaborativerockers werfen, vielleicht schreibe ich aber irgendwann auch noch einmal etwas ausführlicher über mein “Hörprogramm”).

Heute möchte ich bewusst eine klare und explizite Hörempfehlung für zwei relativ neue Podcastprojekte aussprechen, die es zwar noch nicht allzu lange gibt, die mich aber bereits mit den ersten Folgen vollkommen überzeugt haben.

Empfehlung N°1: Soziopod

Meine erste Empfehlung gilt dem Soziopod, einem Podcast zu “Netzkultur, Soziologie, Pädagogik, Religion, Philosophie und Politik” mit dem hehren Ansinnen diese Themen “endlich unterhaltsam und verständlich” zusammenzuführen. Hinter dem Podcast stecken:

  • Doktor Köbel aka Dr. Nils Köbel: wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut I für Bildungsphilosophie, Anthropologie und Pädagogik der Lebensspanne an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln)
  • Herr Breitenbach aka Patrick Breitenbach: freier Mitdenker und Quermacher, Medienarchitekt und Markengestalter, Mundpropagandist und Memforscher, Podcaster und Blogger.

Den beiden Machern gelingt tatsächlich, zumindest nach meinem Empfinden, was relativ selten gelingt:  komplexe Themen der Sozialwissenschaft unterhaltsam, unaufgeregt, und verständlich in unsere Lebenssituation einzubetten und diese gefühlt unelitär in unseren täglichen Erlebnishorizont einzubetten. Wer nicht unbedingt darauf Wert legt mit der ersten Folge zum Thema “Privacy” anzufangen, dem sei die aktuelle und achte Folge zum Thema “Identität” empfohlen. Chapeau! und bitte weiter so, die Herren!

Empfehlung N°2: Segelradio

Die zweite Empfehlung möchte ich an dieser Stelle einem Projekt aussprechen, dessen Initiator Hinnerk Weiler schon Gast bei uns im Collaborativerockers-Podcast war. Dies war vielleicht auch ein wenig Mitauslöser (oder das Tüpfelchen auf dem “i”), dass Hinnerk seine Podcastpläne in die Tat umsetzte und mit dem Segelradio ein großartiges Projekt am Start hat. Wie der Name schon erkennen lässt, geht es inhaltlich rund um’s Segeln – Technik, Geschichten, Touren u.v.m. Die ersten beiden Folgen sind bereits erschienen und sind jeweils nette Gespräche mit anderen Seglern, zuletzt mit Claudia und Jürgen Kirchberger die mit Ihrer La Belle Epoque derzeit in Alta, Norwegen überwintern. Den Podcast krönt Hinnerk noch mit einem schönen Gedanken, denn beim Segelradio kann man mitmachen:

Die Plattform segelradio.de steht nicht nur für meinen Törn als weitere Plattform, sondern ist offen für interessierte Podcaster und vor allem solche, die es werden wollen. Über die Zeit wird so ein breites Themenspektrum mit Formaten und Sendungen rund das Segeln entstehen. Mitmachen kann und soll jeder, der mit Spaß und Interesse eigene Projekte realisieren, und diese gebündelt mit Gleichgesinnten hier veröffentlichen möchte. Egal ob Bootsbauer, Weltumsegler, Segelmacher, Regattaskipper oder einfach nur begeisterter Segler, der aus diversen Themen Inhalte für seine Sendung heraussucht. Du hast Lust mitzumachen? Dann melde Dich hier!

Hut ab Hinnerk & gutes Gelingen!

Empfehlung N°3: Hörsuppe

Okay, oben schrieb ich ja noch etwas von zwei Empfehlungen. Es sind auch zwei Podcasts, die ich hier empfehle. Zu guter letzt möchte ich es mir aber nicht nehmen lassen Euch noch etwas an’s zu legen, dass zum Thema Podcasting mittlerweile durchaus dazu gehört, nämlich das Projekt/die Website/Die Redaktion der Hörsuppe. Auf der Website berichtet Christian mit einem schier endlosen Elan über “Neues aus der deutschen Podcastszene” – er bloggt aber nicht einzeln über erschienene Folgen, sondern bastelte auch einen Kalender der Sendetermine, einen Live-Link und eine Jukebox mit deren Hilfe man sich per Zufall mit einer aktuellen Podcastfolge irgendeines Podcast beschallen lassen kann. Einfach nur durch der Mann! ;-)

Respekt, Christian!