Mein veränderter Medienkonsum bzw. Mediennutzung

Mir fällt in letzter Zeit (insbesondere seit ein paar Wochen) vermehrt auf wie stark sich mein Medienkonsum, aber auch meine Mediennutzung in den letzten 1,5 Jahren (geschätzt) verändert hat.

Ein Großteil meines Medienkonsum machte schon immer der Konsum von Blogs (derzeit über 400 Abonnements) und Podcasts (derzeit ungefähr 140 Abonnements) aus. Beides abonniere ich als RSS-Feeds. Blog-Feeds laufen bei mir als RSS in Feedbin auf, um gelesen und geteilt zu werden, was für mich verlässlich funktioniert. Die Podcasts-Feeds laufen bei mir immer mal wieder in unterschiedliche Podcast-Clients, aber in der Regel nutze ich (eher frustriert als zufrieden) Instacast. Der Konsum von Blogs und Podcasts macht tatsächlich gut 80% meines gesamten Medienkonsums aus.

Bis 2013 habe ich auch ziemlich intensiv Twitter und Facebook genutzt, 2013/14 kam dann App.net hinzu. Hier hat sich einiges verändert. Twitter konsumiere ich zu 90% lesend und wenig schreiben (im Vergleich zu früher) – insgesamt macht Twitter noch gefühlte 20% meines Medienkonsums aus. Facebook nutze ich nur noch selten, App.net nutze ich so ziemlich gar nicht mehr.

Solche Medien die man landläufig eher als klassische Medien bezeichnen würde, konsumiere ich tatsächlich nur noch selten, habe aber nie das Gefühl unterinformiert zu sein. Ich konsumiere noch ein paar journalistische/wissenschaftsjournalistische Projekte wie bspw. das Wissenschaftsmagazin Substanz oder wissenschaftliche Journale wie PeerJ.1 Wenn machbar und von diesem Magazinen/Journals angeboten laufen auch hier die für mich relevanten Themen per RSS in den Reader.

Auch die Produktion eigener Podcasts habe ich zurückgeschraubt und betreibe derzeit aktiv nur noch die Formate Open Science Radio und Phonolog. Dafür blogge ich wieder aktiver auf diesem Blog, bzw. auch auf Offene Wissenschaft.

Es ist mir ehrlich gesagt zu anstrengend zu analysieren welche Gründe da im einzelnen dahinterstecken, aber zumindest ansatzweise kann ich mir das Ganze recht gut erklären:

  • Blogs und Podcasts via RSS: hier ist meine Nutzung gleichbleibend hoch (oder sogar tendenziell steigend), weil ich es einfach liebe Themen aufbereitet zu bekommen, (teils) scharfe Analysen und Meinungen anderer schlauer Leute zu hören.2 Die Lieferung als RSS ist für mich seit über 10 Jahren die komfortabelste Art mein eigenes News-Mag zusammenzustellen.
  • Twitter: hier hat meine aktive (ergo schreibende) Nutzung besonders aufgrund zweier Gründe stark nachgelassen. Zum einen ist mein Zeitkontingent um Twitter zu folgen berufsbedingt vehement heruntergegangen. Zum anderen ist es mir aufgrund des Umgangs miteinander, aber auch der diskutierten Themen oftmals zu anstrengend.3 Dennoch gibt mir Twitter doch noch etliche Male wertvolle Infos – besonders auch in Form von Feedback meiner Fragen.
  • Facebook: neben meinem geschrumpften Zeitkontingent, gibt es sicher viele kleine Gründe warum ich Facebook mehr und mehr aus meiner privaten wie beruflichen Nutzung verloren habe – darunter technische (wie nervige Interfaces und kaum mehr kontrollierbare Timeline4), wie auch soziale.
  • App.net: habe ich mittlerweile nahezu vollständig verdrängt – vielleicht am ehesten aufgrund eines psychologischen Aspekts: ein Service dessen Entwicklung eingestellt ist, kommt mir merkwürdig vor und fühlt sich in der Nutzung nicht mehr gut an.
  • eigenes Podcasting: hier habe ich einige Projekte dauerhaft auf Eis gelegt, mir fehlt schlichtweg einfach die Zeit.
  • eigenes Bloggen: hier versuche ich bei aller Zeitnot wieder aktiver zu werden. Das eigene Schreiben hilft mir beim Verfassen von Gedanken, Ideen, Kritik etc. – vor allem aber ist es eine virtuelle Gedächtnisstütze (insbesondere Offene Wissenschaft).

Wie gesagt, weitergehend habe ich das Ganze nicht analysiert und habe dazu auch wenig Lust. Schlecht anfühlen tut sich die Entwicklung jedenfalls nicht.


  1. alles abseits dessen, was ich beruflich lesen muss/kann/soll. 
  2. zugegeben ist hier natürlich eine Reihe von Angeboten enthalten, die eher unterhaltend als informativ sind, wobei die Trennlinie hier selten wirklich trennscharf zu ziehen ist. 
  3. Ja, ich weiß, dass das von meiner eigenen Filterbubble abhängt. Und ja, ich weiß wie man Diskussionen mutet. Next. 
  4. Wenn es denn spannende Diskussionen gibt, entgehen mir diese mitunter, weil sie nicht mehr in meiner Timeline auftauchen, oder verschachtelt an mir vorbei ziehen. 

Veröffentlicht von Matthias

Born '81. Berlin-based. Science Fan | Open Science Enthusiast | Podcaster Science Communication & -PR | Education & E-Learning | Rock'n'Roll | Metal | Sailing | Podcasting Jack of all trades, master of none.

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1 Kommentar

  1. Dank Dir für den Beitrag, Matthias!

    Als jemand der ja selbst „medienschaffend“ ist, bzw. es sich selbst antrainiert hat, über seinen eigenen Medienkonsum so gut es geht 24/7 zu reflektieren, ist es sehr spannend auch mal die eigene Wahrnehmung anderer zu lesen.

    Sehr ähnlich sehe ich vor allem mein eigenes Verhalten bei Facebook, dass ich so gut wie nicht mal mehr für die soziale Interaktion per privatem Profil sondern mehr zum pushen meiner eigenen Inhalte auf meiner Seite verwende. Das hat sich vor allem im Verlaufe des letzten Jahres so entwickelt.
    Hauptsächlich ebenfalls Feature/Design-bedingt aber auch weil das Nutzungsverhalten der anderen Kontakte sich auf das Posten von Urlaubsbildern oder der letzten Party reduziert hat, was man gelegentlich anerkennend kommentiert aber nach ein paar Sekunden schon wieder verdrängt hat. Da liegen meine Interessen dann doch eben woanders.

    Generell ist es mein Eindruck, dass Netzwerke, wie Twitter (leider) bzw. Facebook lediglich zu Zwecken der Selbstdarstellung und weniger zur (positiven) sozialen Interaktion verkommen sind. Mal von der üblichen gemeinsamen Häme über den letzten Tatort, des Dschungelcamps etc. oder des gegenseitigen Bashings, Shitgestorme etc. abgesehen. Das scheint aber nur mein sehr subjektiver Eindruck zu sein.

    Ich habe innerhalb der letzten Tage mal auf Twitter eine kleine Umfrage gestartet, welche Inhalte sich meine Follower (derzeit um die 280) am meisten von meinem Twitteraccount erhoffen. Abgesehen von meinen eigenen Interessensbereichen über die ich zu informieren versuche und die nahezu unangetastet blieben, lagen vor allem die private Interaktion bzw. alltägliche Informationen (zu meiner eigenen Überraschung) und aber auch meine scharfe Kritik (um nicht zu sagen „mein Gemecker“) zu speziellen Themen weit vorne. Letzteres sehe ich persönlich kritisch weil ich inzwischen mehr dazu neige eine positive Grundstimmung auf meinem Account herrschen zu lassen.
    Leider muss ich zugeben, dass die Teilnahme an der Umfrage nicht sonderlich hoch war (gerade mal 15 Votes innerhalb von 24 Stunden bei einmaligem Posten des Vote-Links).

    Auch konnte ich feststellen, dass einige Accounts (sowohl private als auch „Informationsverbreiter“), denen ich folge, über die letzten 2 Jahre einfach den Betrieb eingestellt haben. Grob geschätzt dürften es wohl 5%-10% von 350 gefolgten Accounts sein. Wenn nicht sogar mehr.

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