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Grau Haare, Bart und Brille? Podcast jenseits des Wissenschaftler-Klischees

Ich bin ja, wie an vielen anderen Stellen schon mehrfach betont, ein großer Fan von Podcasts (seit einiger Zeit ja auch selbst Freizeit-Podcaster). Auch bin ich ein großer Fan von Wissenschaft, seinen Visionen, dem Blick über den Tellerrand hinaus, der Herausforderung sich immer wieder in neue Materie einzuarbeiten und die Zusammenhänge zu verstehen. Und hier kommt meine Idee in’s Spiel, die ich nun schon einige Zeit mit mir herumtrage, oder eher vor mir herschiebe: ich kombiniere beide Teile und mache einen Podcast zum Thema Wissenschaft und Forschung.

Warum?

Warum noch einen Wissenschafts-Podcast? Gibt es denn nicht schon genug? Ja es gibt bereits einige Podcasts mit Wissenschaftsbezug, hier ein paar wenige, deutsche Beispiele:

Mehr Wissenschafts-Pod-/Vodcasts findet man übrigens in der entsprechenden Liste von podcasts.de oder auch auf der Liste von Wissenschaft-im-Dialog.

Hinter den meisten Podcasts steckt ein tolles Team, viel Mühe, teils sogar professionelle Produktionen. Aus zwei Gründen glaube ich aber, dass es sinnvoll ist einen weiteren Podcast in diesem Themenumfeld zu machen. Erstens bin ich der festen Ansicht, dass es nicht genug Podcasts geben kann! Und zweitens gibt es aus meiner Sicht nicht so sehr viele Podcasts die sich dem Menschen hinter der Forschung widmen und noch viel weniger Podcasts, die sich dem Nachwuchs in der Wissenschaftswelt widmen.

Worüber?

Es geht mir in aller erster Linie um die Menschen, die sich in der Wissenschaft bewegen und die Forschung betreiben. Dabei geht es mir aber nicht um jene verdienten Eminenzen, die über viele Jahre der Forschungs- und Lehrtätigkeit bereits ihr wissenschaftliches Renommee gefestigt haben, sondern um eben jene, frisch in dieser Welt sind und sich ihre Sporen erst verdienen müssen – der wissenschaftliche Nachwuchs, die jungen Wilden im Forschungsbetrieb.

Zuhauf hört man, dass es zwar leicht steigende Nachwuchszahlen in der Wissenschaft gibt, dennoch wird vielerorts auch nicht selten geklagt. Mich interessiert die Innenansicht, die ich im Gespräch mit „jungen“ Wissenschaftlern ergattern möchte. Wie sehen sie selbst ihre Arbeit? Wie verorten sie sich im Koordinatensystem der Zukunft für das Wissenschaftssystem? Wie sieht das alltägliche Leben als Wissenschaftler ohne professorale Reputation aus? Welchen Zwängen und Drücken unterliegen sie? Wie gehen sie mit Erwartungsdruck seitens ihrer Arbeitgeber oder Forschungsförderer um? Wie gehen sie mit dem wissenschaftlichen „Schatten“ ihrer Vorgänger/Chefs/Protegés um? Wie haben sie überhaupt den Weg in die Wissenschaft gefunden? Und warum ausgerechnet die Wissenschaft? Und schlussendlich möchte ich auch gern erfahren welche Visionen sie haben?

Wenn sich all dies in einem netten, nicht so gezwungenen Gespräch unterbringen lässt, dann bin ich schon zufrieden.

Wann geht’s los?

Ich denke ich werde in den kommenden 2-3 Wochen eine erste, evtl. sogar eine zweite Folge produzieren und mal schauen wie es läuft. Derzeit gibt es weder einen eigenen Web-Auftritt dazu, noch einen Namen, ein Logo oder ähnliches. Vorerst werde ich die Podcast-Episoden also hier hosten  und hoffen, dass es beständig mehr werden.

Gut, jetzt wissen wir’s! Oder gibt’s noch was?

Nicht viel, vielleicht aber noch der etwas eigennützige Aufruf:

Wenn jemand eine Idee für einen Namen, oder einen Vorschlag für einen Wissenschaftler hat, der im Rahmen dieses Projekts interessant wäre, dann immer her damit! Postet es einfach in die Kommentare, oder schreibt mir eine Mail an fromm@mfromm.de – ich freu mich über jede Wortmeldung!

Bildnachweis: Neon Mic von fensterbme on flickr.com

15 Kommentare

  1. Danke Dir für den Kommentar, Michael!

    Über ein paar Ideen und Anregungen freue ich mich natürlich immer! Nun ja, das „jung“ muss sich nicht explizit auf’s Alter beziehen, wobei ich mich schon auf den wissenschaftlichen Nachwuchs konzentrieren möchte. Warum? Weil ich genau das Spannungsfeld interessant finde, in dem sich der Nachwuchs allgemein, aber besonders auch der wissenschaftliche Nachwuchs befindet – sich mit neuen und eigenen Ideen in die Zukunft gerichtet mit den verschiedensten Dingen auseinander zu setzen.

    Sicher wird es sich nicht wirklich scharf trennen lassen, wer zu „jungen“ Forschern gezählt werden kann. Vielleicht zäume ich das Pferd einmal anders herum auf: ich möchte nicht die renommierten Professoren und Doktoren interviewen, die ohnehin im Licht der (interessierten Teil-) Öffentlichkeit stehen, sondern die Forscher in den Fokus rücken, die an der Basis stehen, die ihre Ideen erst noch verfolgen und verfeinern müssen. Ich würde gern ein Stück von dem ganz normalen Forschungsalltag zeigen. Ich würde gern einen Einblick geben, mit welchen alltäglichen Herausforderungen Forscher zu kämpfen haben (Finanzierungsdruck und Antragskämpfe, Zusammenarbeit in internationalen Forschungsgruppen, das Bild des Forschers in der Öffentlichkeit, Konkurrenzdenken in der Wissenschaft), woher sie ihre Ideen bekommen, was sie sonst tun.

    Kurzum, ich möchte das Personenbild innerhalb der Wissenschaft zeichnen, das viel häufiger vorkommt als die relativ wenigen Exzellenzbeispiele der Wissenschaftler – das des Ottonormal-Forschers.

    Mir ist stellenweise die Abgrenzung, oder auch die Wahl der am besten geeigneten Zeichnungsmethode dafür noch nicht ganz klar. Aber ich denke das wird sich auch im Laufe der zeit mehr und mehr ergeben. Was meinst Du?

  2. Hi Matthias,

    schöne Idee. Melde Dich, mir fallen bestimmt ein paar junge und junggebliebene Luftfahrt-, Raumfahrt-, Energie- und Verkehrsforscher ein – auch in Berlin.

    Freue mich auf die erste Episode.

  3. Die Idee mit dem „Otto Normalforscher“ finde ich grundsätzlich gut. Die Erfahrung muss dann zeigen, ob das, was die Leute zu erzählen haben, für den Podcast trägt. Meine Erfahrung ist, dass die Forscher, die schon etwas länger dabei sind, die interessanteren Geschichten zu erzählen wissen. Das müssen keine Promis sein. Es gibt mehr als genug spannende Leute, die als hidden champions irgendwo in ihrem Labor oder anderswo vor sich hinarbeiten, und von denen nie jemand Notiz nimmt. Hier tut sich also ein großes Feld auf.

  4. Stimmt, Michael. Insofern wäre es immer auch etwas mehr als eine attraktive Fallback-Lösung auch mal Forscher in den Fokus zu rücken, die sich hinsichtlich ihres öffentlich wirksamen Durchbruchs noch auf Neuland bzw. jenseits der Aufmerksamkeitsgrenze bewegen.

    Ich denke all das wird sich im Laufe der Zeit ergeben – ich bin da sehr gespannt. Ich hoffe zumindest jetzt erst einmal relativ zeitnah in die Spur zu kommen. Learning by…well you know it! 😉

  5. Christian

    Mensch Matze! Hört sich klasse an! Nach meiner bescheidenen Meinung solle auf jeden Fall das berühmte My-Sigma Principle näher beleuchtet werden. Vielleicht lässt sich dies demnächst auch mal wieder per Feldforschung eruieren.

    Massivster Support von meiner Seite!
    crK

  6. Tom

    Hallo Matze,

    tolle Idee! Da ich das Thema Podcasts in letzter Zeit für mich entdeckt habe freue ich mich um so mehr, dass Du Dir ein Themenfeld rausgesucht hast, bei dem ich als Zuhörer interessiert lauschen werde.

    Gruß aus Stuttgart
    Tom

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