Leinen los für die Wissenschaft

Screenshot Ocean Blogs

Neben meinem Interesse für die Wissenschaft und meiner Leidenschaft für das Podcasting, hege ich vor allem eine Faszination (und mittlerweile eine tiefe Verbundenheit) für alles was mit dem Befahren der Ozeane zu tun hat.

Das Schöne an der Wissenschaft – und insbesondere der Wissenschaftskommunikation – ist nun, dass es mittlerweile viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gibt, die mit großer Leidenschaft und Faszination über ihren Arbeitsalltag bloggen. Besonders erfreulich ist, dass das Bloggen auch in einigen Wissenschaftsorganisationen bereits als ernsthafte Form der Wissenschaftskommunikation angekommen ist. Eines der Blogprojekte die ich seit Beginn an verfolge sind die Ocean Blogs ein “Blogportal der Kieler Meereswissenschaften” das gemeinsam vom Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“1 und dem [GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel]2(http://www.geomar.de/) betrieben wird. Das Blogportal ist mit einer simplen Mission angetreten:

Oceanblogs will die Vielzahl an Aktivitäten im Bereich der Meeresforschung bündeln und einem größeren Publikum bekannt machen. Auf Oceanblogs schreiben Meeresforscherinnen und Meeresforscher über ihre Projekte, Expeditionen und diskutieren über wissenschaftliche Fragestellungen. Oceanblogs ist offen für alle, die in der Kieler Meeresforschung aktiv sind oder mit ihr kooperieren. Jeder User ist eingeladen, Inhalte zu kommentieren und Fragen an die Wissenschaft zu stellen.

Auf den verschiedenen Blogs findet man Berichte aus dem unterschiedlichsten Missionen und unterschiedlichsten Forschungsbereiche und -themen. Neben konkretem Forschungsvorhaben sind es vor allem die Berichte von Expeditionen wie die des Forschungsschiffes Sonne die für mich die Faszination des Portals ausmachen. Diverse Forschungsfahrten der Expeditionsschiffe finden sich im Archiv der Blogs –  spannende, interessante und unterhaltsame Beiträge von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus ihrem Arbeitsalltag rund um ihre eigene Forschung, aber auch die Seefahrt. Genau diese Verquickung von Forschungsthemen und der Beschreibung des Erlebnisalltags der Seefahrer auf Zeit macht für mich viel von der Faszination aus.

Ich finde auch den offenen Aufruf an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zur Nutzung des Blogportals eine gute Sache:

Sie sind Meeresforscherin oder Meeresforscher und wollen einen eigenen Blog aufsetzen. Wir beraten Sie gerne. Einfach eine E-Mail an presse@ozean-der-zukunft.de oder presse@geomar.de senden, und wir setzen uns schnellstmöglich mit Ihnen in Verbindung.

Für mich ist diese Art der Wissenschaftskommunikation eine der spannendsten Arten – die Erlebnisse direkt aus der Feder der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Zum Glück haben mittlerweile diverse Wissenschaftsorganisationen dies als einer lohnender Art der Kommunikation erkannt, so berichtet beispielsweise auch das Alfred-Wegener-Institut (AWI)3 mittlerweile freigebig über seine Expeditionen und lässt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bloggen (wie z.B. auf dem Eisblog).4 Gelungen fand ich im Übrigen auch das Blog-Experiment vom ZDF, bei dem ein Team von Wissenschaftsjournalisten auf einer Expedition des Forschungsschiffs Polarstern vom Alltag an Bord bloggte.

Da kann man nur hoffen, dass es Ihnen viele weitere Wissenschaftsorganisationen gleich tun.


  1. Der Kieler Exzellenzcluster ‘Ozean der Zukunft’ erforscht die Veränderungen der Ozeane in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mit einem weltweit einmaligen Ansatz: Meeres-, Geo- und Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Mediziner, Mathematiker, Informatiker, Juristen sowie Gesellschafts- und Sozialwissenschaftler bündeln ihr Fachwissen in insgesamt elf multidisziplinären Forschergruppen. Ihre Forschungsergebnisse fließen ein in nachhaltige Nutzungskonzepte und Handlungsoptionen für ein weltweites Management der Ozeane. Das neue Forschungsprogramm setzt sich dabei eine verstärkte Wissensintegration zum Ziel. Dabei soll das grundsätzliche Verständnis des Ozeans zu wissenschaftlich fundierten Vorhersagen und Szenarien führen, um – in engem Dialog mit Entscheidungsträgern – zu einem nachhaltigen Management der Ozean beitragen zu können. (Quelle) 
  2. Das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel ist eine der führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der Meeresforschung in Europa. Aufgabe des Instituts ist die Untersuchung der chemischen, physikalischen, biologischen und geologischen Prozesse im Ozean und ihre Wechselwirkung mit dem Meeresboden und der Atmosphäre. Mit dieser Bandbreite deckt das GEOMAR ein in Deutschland einzigartiges Spektrum ab. (Quelle) 
  3. Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren und hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die nationale und internationale Wissenschaft zur Verfügung. (Quelle) 
  4. Ganz allgemein finde ich hat die Helmholtz-Gemeinschaft ein gutes Händchen für das Bloggen – so finden sich in meinem Feedreader neben den Blogs des DLR auch weitere Helmholtz-Expeditionsblogs

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Happy Birthday Creative Commons!

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CC BY Creative Commons

Heute vor 12 Jahren haben Lawrence Lessig und sein Team die erste Lizenz-Suite von Creative Commons auf den Weg gebracht:

12 years ago today, we launched the first Creative Commons license suite.

The internet was changing the way people share, and changing what it meant to be a creator. But copyright law hadn’t caught up. The Net was making sharing easy; the law was making it hard.

We made a bet that many creators would stand between the extremes. That they would be inspired by the idea of “some rights reserved” and dedicate some of their rights to the commons.

One billion licensed works later, I think we were right.

12 Jahre in denen mittlerweile fast 1 Milliarde Werke unter einer Creative Commons Lizenz erschienen sind. Großartig!

Vielen Dank an Creative Commons und vor allem vielen Dank an all jene die ihre Werke unter einer der CC-Lizenzen veröffentlichen!

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Geschichten mit Substanz

Screenshot Artikelbild auf Substanz1

Ich habe gerade ein tolles Stück wissenschaftsjournalistischer Arbeit gelesen und empfehle es bereitwillig weiter. Im gerade gestarteten Wissenschaftsmagazin Substanz hat sich Karl Urban2 ausführlich mit der Situation der amerikanischen Polarforschung nach dem Shutdown3 gewidmet:

Nur 16 Tage dauerte im Herbst 2013 die US-Haushaltssperre – doch diese 16 Tage genügten, um fast die gesamte amerikanische Antarktis-Forschung aus den Angeln zu heben. Und mit ihr die Karrierepläne hunderter Nachwuchsforscher. Die Geschichte einer Tragödie.

“Eingebrochen” ist nicht nur ein thematisch spannendes Stück, sondern (wie ich finde) gut recherchiert, argumentiert und aufbereitet. Zudem kommt es mit allerlei nettem Begleitmaterial (Fotos, Audio, Video) daher das nicht wie so oft üblich in Klickstrecken eingebunden sind, sondern in die Website4 integriert. Der Artikel ist, wie alle Artikel auf der Plattform nicht kostenlos, sondern kostet aufgrund seines Umfangs 3€, die man über Laterpay zahlt. So etwas empfehle ich gern weiter, ein absolut lesenswerter Artikel mit Substanz.

Apropos Substanz

In den vergangenen Jahren wurde allerlei mit den unterschiedlichsten journalistischen Formaten im Digitalen herumprobiert. Neue und alte Ideen wurden herumjongliert, kombiniert, ausprobiert, verworfen und so weiter. Die Diskussion was funktioniert, oder auch nicht, ist mit Sicherheit noch nicht beendet, langweilt mich aber schon jetzt ziemlich. Ich persönlich bin ein großer Fan von langen, ausführlichen Stücken wie man sie bspw. beim Aggregator Longreads findet. Ich mag auch gern die Stücke in denen Audio, Video und Text kombiniert wird. In Deutschland gab es in kürzerer Zeit ein paar dahingehende Initiativen wie Krautreporter, was ich mir persönlich nur kurz angeschaut habe und noch nicht Feuer und Flamme bin.5

Jetzt hat mit Substanz ein Wissenschaftsmagazin den Weg in die Welt gefunden, das genau diesen Weg beschreiten möchte. Und beim ersten Blick, auf das kürzlich gestartete, reine Onlinemagazin bin ich tatsächlich recht angetan. Der Auftritt ist optisch sicher Geschmacksache, sagt mir aber durchaus zu und ich bin froh, dass man hier mal einen leicht anderen Weg beschreitet. Die Beiträge auf Substanz sind nicht kostenfrei – kürzere Beiträge kosten 29cent, ausführlichere Beiträge 3€ und schlussendlich findet man diverse Abomöglichkeiten die von monatlich 9€ bis jährlich 108€ reichen. Das Bezahlmodell basiert technisch auf Laterpay, was wiederum den Vorteil mit sich bringt, dass Interessenten zumindest einmal hineinschnuppern können bevor sie zur Kasse gebeten werden, denn unter dem Claim Jetzt nutzen, später zahlen kann man Inhalte kaufen und sofort nutzen, muss aber erst zahlen sobald man Inhalte für insgesamt 5€ gekauft hat.

Die Macher hinter Substanz sind übrigens keine Neulinge auf dem wissenschaftsjournalistischen Parkett – Denis Dilba und Georg Dahm haben beide bis 2013 bei der deutschen Ausgabe des New Scientist6 gearbeitet. Dilba und Dahms haben für Substanz das Unternehmen Fail Better Media gegründet und eine Finanzierung neben eigenen Finanzen mit einem Crowdfunding bei Startnext komplementiert. Nach ihrer Idee befragt wie sie das Magazin zum Erfolg führen wollen und Leser zum Zahlen animieren wollen, sagt Dilba in einem Interview bei newsroom.de:

Die ganz einfache Antwort: Indem wir Geschichten bieten, die es nicht umsonst gibt. Erstens: Wir versuchen gar nicht erst, mit nachrichtengetriebenen Seiten wie Zeit Online oder Spiegel Online zu konkurrieren. Wir liefern die Einordnung, die großen, etwas zeitloseren Geschichten. Zweitens: Wir inszenieren jede Geschichte von Anfang an fürs Tablet, das wird ein völlig anderes Leseerlebnis als die klassische Kombi “Printgeschichte + leidlich relevante Bildergalerie + Youtube-Link”. Drittens: Wir wollen eine neue Tonalität in den Wissenschaftsjournalismus einführen. Ein Kollege hat unser Konzept mal als “Business Punk für Science-Leser” beschrieben. Das ist gar nicht so falsch.

Alles in allem hat mich der erste Eindruck von Substanz besonders in Hinblick auf die Qualität der Beiträge überzeugt und werde auf jeden Fall erst einmal regelmäßiger Konsument werden. Ich hoffe auf viele weitere spannende Geschichten und wünsche den Herren Dilba und Dahm unternehmerischen Erfolg und ein gutes und faires Händchen bei der Auswahl ihrer Autorinnen und Autoren!

Übrigens hat sich auch Wissenschaftsjournalist Marcus Anhäuser das Magazin nach dem Start angeschaut. Hier sein Eindruck in Videoform:


  1. Karl bloggt als AstroGeo bei den Scilogs und macht den gleichnamigen, sehr empfehlenswerten Podcast AstroGeo
  2. Definition Wikipedia: “Als Government Shutdown…wird in den Vereinigten Staaten die Lage bezeichnet, in der die Behörden der Bundesregierung ihre Tätigkeit zu großen Teilen einstellen und nur noch die als unerlässlich angesehenen Aufgaben erledigen. Der Regierungsapparat fährt bei einem solchen Shutdown herunter, wenn die bisherige rechtliche Grundlage für die Bewilligung von Haushaltsmitteln ausläuft und sich Senat, Repräsentantenhaus und Präsident nicht rechtzeitig über weitere Haushaltsmittel einigen, indem sie ein entsprechendes Gesetz beschließen.” Der Government Shutdown 2013 beeinflusste neben der Library of Congress unter anderem auch die NASA, oder das Smithonian Institute. 
  3. Disclaimer: Ich habe in Ermangelung eines Tablets nur die Web-Version ausprobiert, bin damit aber sehr zufrieden. 
  4. Bei Krautreporter habe ich immer den Eindruck viele der Beiträge in dieser oder zumindest ähnlicher Form schon einmal woanders gelesen zu haben, habe aber keine Ahnung ob dem wirklich so ist. 
  5. Der deutsche Ableger des britischen Wissenschaftsmagazins, der als 100%ige Tochter des Spiegel gegründet wurde, wurde 2013 nach nur kurzer Zeit wieder eingestellt. 
  6. Screenshot des Artikelbilds auf Substanz. 

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Sci-Fi-Comic(forschung)

Comics sind ja wirklich eine Welt für sich, und bei weitem nicht alles trifft auch meinen Geschmack. Aber es gibt da ein paar Sachen die ich nicht missen möchte, wie zum Beispiel die Mosaik-Comics (ja Abrafaxe und Digedags), oder eine meiner Lieblingsserien DMZ von Brian Wood. Daneben gibt’s natürlich noch viel anderen spannenden Kram und immer wenn ich da ein wenig an der Oberfläche kratze, wandern neue Geschichten oder ganze Serien auf meine Wunschliste. Besonders der Bereich Sc-Fi hat’s mir angetan (oh Wunder!) und da fand ich die Nachricht der University of Iowa, auf die bei Matt Novak gestoßen bin (der übrigens den super Blog Paleofuture schreibt) natürlich superspannend.

Denn die Bibliothek der University of Iowa hat bekannt gegeben, dass sie in einem Projekt 10.000 Comic-Fanzines der James L. “Rusty” Hevelin Collection digitalisieren will und zwar zurück bis in die 1930’er Jahre. Die Hevelin Collection stellt eine bedeutende Sammlung von Comics und Fanart des Science Fiction Genres dar. Rusty selbst ist begeisterter Fan und seit den 1940er Jahren ein bedeutender Sammler von Sci-Fi-Comic-Kultur.

Hevelin was a fan and a collector for most of his life. He bought pulp magazines from newsstands as a boy in the 1930s, and by the early 1940s began attending some of the first organized science fiction conventions. He remained an active collector, fanzine creator, book dealer, and fan until his death in 2011. Hevelin’s collection came to the UI Libraries in 2012, contributing significantly to the UI Libraries’ reputation as a major international center for science fiction and fandom studies.

Hevelin’s Sammlung, die die Uni 2012 nach seinem Tod erwarb soll nach der Digitalisierung in einer Datenbank zur Verfügung gestellt werden.

Das spannende daran finde ich nicht nur, dass hier sehr wahrscheinlich tolle Comics schlummern, sondern, dass diese Sammlung auch ein unwahrscheinlich reichhaltiger Schatz an Kulturgut und Zeitzeugnis ist. Es handelt sich ja vor allem um Fanzines, also Amateurmagazine die von Fans der Sci-Fi-Comickultur erstellt in in Umlauf gehalten wurden. Ich finde die Science Fiction ist ein herrlicher Hort von Zeitzeugnissen an denen man sehr gut auch die zum Zeitpunkt der Erstellung gegenwärtigen sozialen und gesellschaftspolitischen Umstände ablesen kann. In den Amateurgeschichten dürfte das nicht anders sein. Was auch für ein tolles Sammelsurium für Forscher! Ob nun Politik-, Sozial-, oder Lituraturwissenschaften – die Sammlung dürfte für viele Wissenschaftsbereiche Futter für die Beantwortung von spannenden Fragenstellungen bereithalten.

Dem Projektfortschritt kann man übrigens sehr detailliert auf dem eigenen Tumblr-Blog Hevelin Collection folgen.

Apropos Forschung, Comic-Forschung dürfte ein durchaus faszinierender Bereich sein. In Deutschland gibt’s seit 2011 bereits eine Gesellschaft für Comicforschung:

Die Gesellschaft für Comicforschung (ComFor) konstituierte sich ursprünglich am 11. Februar 2005 in Koblenz; sie wurde am 11. April 2014 in Frankfurt am Main als eingetragener Verein neu gegründet. Zweck des Vereins ist die Förderung und Vernetzung von Wissenschaft und Forschung im deutschsprachigen Raum in allen Bereichen, die den Comic betreffen.

Und ich finde deren Publikationen können sich durchaus sehen…ähm….lesen lassen.

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Das Ohr direkt an der Wissenschaft

Storytelling ist ja seit gefühlt 25 Jahren eines der Buzzwords in der beruflichen Kommunikation von Wissenschaft (aka Wissenschaftskommunikation, inbesondere der Wissenschafts-PR)1. Ich glaube Walter Benjamin hat mal über Storytelling gesagt:

“The art of storytelling is reaching its end because the epic side of truth, wisdom, is dying out.”

Das schöne ist, dass Wissenschaft oftmals in der Lage ist seine eigene Geschichte erzählen zu können, ohne dass jemand einen riesen Salmon drumherum schreibt. Oder vielmehr sind es einzelne wissenschaftliche Artefakte die mit ein wenig Kontext (z.B. Angaben wann, wo und wie diese entstanden sind) alleinstehend schon bemerkenswert weitreichende Geschichten erzählen können. Es dürfte nicht unschwer zu bemerken sein, dass ich ein durchaus audiophiler Mensch bin, und daher bin ich natürlich äußerst fasziniert wenn es sich bei solchen Artefakten um Audioaufnahmen handelt, denn Audio kann – wie ich finde – nicht nur sehr gut einen Geschichte im Kopf entstehen lassen, sondern auch noch hervorragend Stimmungen vermitteln.

In der Welt der Wissenschaft gibt es bereits seit etlichen Jahren immer mal wieder Projekte in denen es um die Auswertung von Audiosignalen geht. Und etliche Player haben bereits früh angefangen solche Audioaufnahmen auch zu veröffentlichen und somit einer breiten Masse zugänglich zu machen. Zwei Beispiele die ich immer wieder gern anführe sind dabei die NASA und das AWI. Die NASA ist sicher ein Vorreiter, da sie bereits früh angefangen haben Audioaufnahmen in Multimedia-Datenbanken zur Verfügung zu stellen – so zum Beispiel Mitschnitte aus dem Funkverkehr von Space- und Mondmissionen. Die NASA veröffentlichte aber auch schon früh Audioaufnahmen aus konkreten wissenschaftlichen Experimenten, so wie hier beispielsweise Audioaufnahmen von der Soundkulisse des Saturn. Aber auch in Deutschland gibt es mit dem AWI schon recht frühe Beispiele von wissenschaftlichen Organisationen die diesen Schritt gegangen sind und Audioaufnahmen der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellten – hier beispielsweise Aufnahmen des Perennial Acoustic Observatory in the Antarctic Ocean.

Auch in kürzester Zeit gab es erfreuliche Meldungen für Wissenschaftsenthusiasten und Audiophile.

Die NASA hat vor kurzem einen Soundcloud-Account eröffnet auf dem sie über 60 Audioaufnahmen zur Verfügung stellen.2 Der Vorteil gegenüber eines Multimediaarchivs auf ihrer eigenen Website liegt hier eindeutig in der Sharing- und Embed-Funktion.

Aber auch die ESA ist auf Soundcloud vertreten und hat gerade mit der Rosetta-Mission und insbesondere mit der kürzlich kürzlich erfolgten Landung von Philae auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko die Möglichkeiten sehr schön genutzt.

Und klar, entfachen jetzt an diversen Stellen wieder die Diskussionen ob man für so etwas Geld ausgeben sollte, oder dieses lieber direkt in die Projekte stecken. Meiner Meinung ist die Antwort da ganz einfach – ja sollte man. Zum einen ist der budgetäre Aufwand für Stellen die sich um so etwas kümmern im Vergleich zum Gesamtbudget eher gering, wenn nicht gar zu vernachlässigen. Zum anderen ist das Wissen was raus muss in die Welt. Nicht nur weil wir es bezahlt haben, es Hunderttausende Menschen interessiert und fasziniert, wir mit solchen Dingen potentiellen Nachwuchs erreichen und begeistern können, sondern weil Wissen nur dann fruchtbar ist, wenn es zugänglich ist und geteilt wird!

Übrigens, wer genauso gern wissenschaftliche Themen über das Gehör aufnimmt, dem sei die Folge 21 des Open Science Radio empfohlen, in der Konrad und ich über unseren Newskonsum gesprochen haben – ab ca. 1h8min gehen wir näher auf unsere Podcastabos ein.


  1. Was hier der Unterschied oder die Aktivitätsmerkmale sind ist mir ziemlich egal und spielt hier überhaupt keine Rolle. 
  2. Ja, es gibt leider auch gegenteilige Entwicklungen wie bspw. die budgetbedingte Schließung des Media Resource Center im Johnson Space Center der NASA: “The Media Resource Center has closed due to limited resources. NASA imagery and communication specialists will continue to identify and publish the best multimedia products available with contextual background and detailed captioning. However, specialized customer service will be limited and JSC’s video loan service will cease.” 

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Newskonsum

Die aktuelle Folge vom Open Science Radio haben Konrad und ich dazu genutzt mal über unseren Newskonsum zu sprechen – es ging darum natürlich insbesondere um unseren Newskonsum mit Wissenschaftsbezug. Im Zuge dessen habe ich mal meine Podcasts-Subscriptions mit Wissenschaftsbezug aus meinem Podcastclient und meine RSS-Abos von Blogs mit Wissenschaftsbezug aus meinem Feedreader exportiert.

Wer also einen Blick werfen will, kann das gern hier tun:

Falls Ihr weitere Tipps habt, fühlt Euch herzlich eingeladen diese in den Kommentaren drüben beim Open Science Radio oder direkt bei Github als Commit loszuwerden. Danke!

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Schmieriger Abgang von Shell beim Berliner Science Slam

Was kann schon schiefgehen, wenn ein Mineralölkonzern wie Shell eine PR-Agentur wie Burson-Marsteller beauftragt einen Science Slam auszurichten?

 

Lesenswertes rund um Open Science

Ich beschäftige mich ja nun seit einiger Zeit auch verstärkt mit Open Science. In der Tat hat sich mein Fokus ein wenig weg von Wissenschaftskommunikation hin zu Open Science in all seinen Facetten verlegt. Vielleicht macht auch dieses Blog ein Stück weit diese Entwicklung mit, allerdings habe ich genug andere Orte wo ich dazu schreibe und podcaste, sodass dieses Blog hier weiter ein bunter Strauß zu allerlei verschiedene Themen rund um Kommunikation und Wissenschaft bleiben soll.

Das Thema Open Science steht jedenfalls bei mir recht zentral in meinem Interessensfeld und findet ausreichend Platz in einem meiner Podcasts, dem Open Science Radio, aber auch in meinem Blog Offene Wissenschaft. Gerade in letztem habe ich kürzlich damit begonnen die lesenswerten Links aus meinem Feedreader auch dort kommentiert zu empfehlen:

Ich lese viel. Sehr viel. Leider komme ich bei weitem nicht dazu all die Informationen die ich lesend aufnehme entsprechend weiterzuempfehlen, sei es als Tweet, Post oder Blogpost. Das möchte ich allerdings ändern und gleichzeitig dieses Blog hier wieder ein bißchen beleben.

Also habe ich meinen Feedreader als Grundlage genommen, in dem sich mittlerweile gut 400 Abonnements von Blog-RSS-Feeds  zu allen möglichen Themen befinden. Empfehlenswerte Links teile ich als Bookmarks zu Pinboard und kommentiere sie in der Regel, damit deutlich wird warum ich diese empfehlen und dies hier nicht all zu sehr als “automatische Linkschleuder” funktioniert. Sobald dort 3 Links mit entsprechendem Tag vorliegen, zieht sich das WordPress-Plugin Postalicious diese Links und postet sie.

Wenn Euch dies stört oder nervt, dann lasst es mich wissen, dann denke ich darüber nach die Linkempfehlungen vielleicht in einen eigenen RSS-Feed zu packen, damit sie diesen Blogfeed nicht unnötig verstopfen. Ich werde natürlich weiterhin auch “richtige” Posts hier verfassen.

Darüber hinaus hat sich kürzlich eine kleine Kooperation mit den Kollegen von der österreichischen Open Science Bewegung ergeben. Stefan Kasberger hat mich im Nachgang zu unserem Gespräch für das Open Science Radio gefragt ob ich nicht Lust hätte zu einer Art Newsletter bzw. monatlichen Blogpost beizutragen. Was ich spannend finde und fortan tun werde:

Wie heißt es immer so schön? Tue Gutes und rede darüber. Und auch wenn dieses Bonmot von diversen PR-Veranstaltungen dieser Welt zum Credo erkoren wurde (und nicht selten ad absurdum geführt wurde), trifft das doch besonders auf die Bereiche zu in denen man selbst aktiv ist, oder deren Aktivitäten man gern unterstützt. Von daher ist es mir ein Vergnügen mich redaktionell beim Monthly Sum-Up zum Thema Open Science zu beteiligen den die Kollegen Stefan Kasberger, Chris Kittel und Peter Kraker aus Graz in’s Leben gerufen haben. Und da darin auch noch einmal erklärt wird worum es geht, hier gleich die erste Ausgabe dieser monatlichen Edition, wie er am 11. Oktober drüben auf dem Open Science Blog der Kollegen Stefan und Chris erschienen ist.

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Was so in letzter Zeit bei mir ins Internet fiel

So, für alle die es die Tage vielleicht verpasst haben (und natürlich die es auch interessiert), möchte ich auch hier mal einen Hinweis auf die Podcasts ablegen die ich den vergangenen zwei Woche veröffentlicht habe:

 

Bohemian Gravity!

ch weiß, ich weiß…es war schon in jedem Blog, in jedem Twitter-Account und jeder Facebook-Timeline. Aber es ist einfach zu gut, um es hier nicht auch noch einmal zu bringen, denn Tim Blais hat sich extrem viel Mühe mit Text, Gesang und Video gegeben und dabei ein großartiges Stück Wissenschaftskommunikation “bottom-up” geschaffen.