Geburtstag!

Schauen wir doch mal was an meinem Geburtstag so in der Wissenschaftswelt passiert ist. Die Wikipedia sagt:

  • 1811: Die Philosophical Transactions of the Royal Society dokumentieren einen Beitrag von Humphry Davy über Experimente im Vorjahr. Er kommt danach zur Erkenntnis, dass Chlor ein eigenes chemisches Element sei.
  • 1832: Eine englische Antarktis-Expedition unter John Biscoe entdeckt die dem Grahamland auf der Antarktischen Halbinsel vorgelagerten Inseln.
  • 1947: Sofortbildkamera (Modell von 1957)
  • 1902: Harvey Cushing führt seine erste Gehirnoperation durch.
  • 1946: Gründung der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V., Bauforschungsinstitut der Bundesrepublik Deutschland, in Kiel.
  • 1947: Der Physiker Edwin Herbert Land stellt in New York gemeinsam mit der Firma Polaroid die erste Sofortbildkamera vor.

Und sonst so?

  • Karl Marx und Friedrich Engels publizieren Ihr The Communist Manifesto im Jahr 1848.
  • Das erste Telefonbuch der Welt wurde 1878 in New Haven, Connecticut herausgegeben.
  • The New Yorker erscheint mit der ersten Ausgabe im Jahr 1925.
  • Der Bayerische Rundfunk veröffentlicht 1962 die erste Episode der Hörspielreihe Meister Eder und sein Pumuckl mit Hans Clarin als der Pumuckl-Sprecher.
  • 1986 erscheint mit The Legend of Zelda das erste Spiel der Legend of Zelda Reihe in Japan – damals noch auf dem Famicom Disk System.

Fazit: nicht gerade der ereignisreichste Tag der menschlichen Geschichte. So mag ich es auch.

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Mein veränderter Medienkonsum bzw. Mediennutzung

Mir fällt in letzter Zeit (insbesondere seit ein paar Wochen) vermehrt auf wie stark sich mein Medienkonsum, aber auch meine Mediennutzung in den letzten 1,5 Jahren (geschätzt) verändert hat.

Ein Großteil meines Medienkonsum machte schon immer der Konsum von Blogs (derzeit über 400 Abonnements) und Podcasts (derzeit ungefähr 140 Abonnements) aus. Beides abonniere ich als RSS-Feeds. Blog-Feeds laufen bei mir als RSS in Feedbin auf, um gelesen und geteilt zu werden, was für mich verlässlich funktioniert. Die Podcasts-Feeds laufen bei mir immer mal wieder in unterschiedliche Podcast-Clients, aber in der Regel nutze ich (eher frustriert als zufrieden) Instacast. Der Konsum von Blogs und Podcasts macht tatsächlich gut 80% meines gesamten Medienkonsums aus.

Bis 2013 habe ich auch ziemlich intensiv Twitter und Facebook genutzt, 2013/14 kam dann App.net hinzu. Hier hat sich einiges verändert. Twitter konsumiere ich zu 90% lesend und wenig schreiben (im Vergleich zu früher) – insgesamt macht Twitter noch gefühlte 20% meines Medienkonsums aus. Facebook nutze ich nur noch selten, App.net nutze ich so ziemlich gar nicht mehr.

Solche Medien die man landläufig eher als klassische Medien bezeichnen würde, konsumiere ich tatsächlich nur noch selten, habe aber nie das Gefühl unterinformiert zu sein. Ich konsumiere noch ein paar journalistische/wissenschaftsjournalistische Projekte wie bspw. das Wissenschaftsmagazin Substanz oder wissenschaftliche Journale wie PeerJ.1 Wenn machbar und von diesem Magazinen/Journals angeboten laufen auch hier die für mich relevanten Themen per RSS in den Reader.

Auch die Produktion eigener Podcasts habe ich zurückgeschraubt und betreibe derzeit aktiv nur noch die Formate Open Science Radio und Phonolog. Dafür blogge ich wieder aktiver auf diesem Blog, bzw. auch auf Offene Wissenschaft.

Es ist mir ehrlich gesagt zu anstrengend zu analysieren welche Gründe da im einzelnen dahinterstecken, aber zumindest ansatzweise kann ich mir das Ganze recht gut erklären:

  • Blogs und Podcasts via RSS: hier ist meine Nutzung gleichbleibend hoch (oder sogar tendenziell steigend), weil ich es einfach liebe Themen aufbereitet zu bekommen, (teils) scharfe Analysen und Meinungen anderer schlauer Leute zu hören.2 Die Lieferung als RSS ist für mich seit über 10 Jahren die komfortabelste Art mein eigenes News-Mag zusammenzustellen.
  • Twitter: hier hat meine aktive (ergo schreibende) Nutzung besonders aufgrund zweier Gründe stark nachgelassen. Zum einen ist mein Zeitkontingent um Twitter zu folgen berufsbedingt vehement heruntergegangen. Zum anderen ist es mir aufgrund des Umgangs miteinander, aber auch der diskutierten Themen oftmals zu anstrengend.3 Dennoch gibt mir Twitter doch noch etliche Male wertvolle Infos – besonders auch in Form von Feedback meiner Fragen.
  • Facebook: neben meinem geschrumpften Zeitkontingent, gibt es sicher viele kleine Gründe warum ich Facebook mehr und mehr aus meiner privaten wie beruflichen Nutzung verloren habe – darunter technische (wie nervige Interfaces und kaum mehr kontrollierbare Timeline4), wie auch soziale.
  • App.net: habe ich mittlerweile nahezu vollständig verdrängt – vielleicht am ehesten aufgrund eines psychologischen Aspekts: ein Service dessen Entwicklung eingestellt ist, kommt mir merkwürdig vor und fühlt sich in der Nutzung nicht mehr gut an.
  • eigenes Podcasting: hier habe ich einige Projekte dauerhaft auf Eis gelegt, mir fehlt schlichtweg einfach die Zeit.
  • eigenes Bloggen: hier versuche ich bei aller Zeitnot wieder aktiver zu werden. Das eigene Schreiben hilft mir beim Verfassen von Gedanken, Ideen, Kritik etc. – vor allem aber ist es eine virtuelle Gedächtnisstütze (insbesondere Offene Wissenschaft).

Wie gesagt, weitergehend habe ich das Ganze nicht analysiert und habe dazu auch wenig Lust. Schlecht anfühlen tut sich die Entwicklung jedenfalls nicht.


  1. alles abseits dessen, was ich beruflich lesen muss/kann/soll. 
  2. zugegeben ist hier natürlich eine Reihe von Angeboten enthalten, die eher unterhaltend als informativ sind, wobei die Trennlinie hier selten wirklich trennscharf zu ziehen ist. 
  3. Ja, ich weiß, dass das von meiner eigenen Filterbubble abhängt. Und ja, ich weiß wie man Diskussionen mutet. Next. 
  4. Wenn es denn spannende Diskussionen gibt, entgehen mir diese mitunter, weil sie nicht mehr in meiner Timeline auftauchen, oder verschachtelt an mir vorbei ziehen. 

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Tanzendes Licht

Aurora Borealis, by Fredrik Bølstad on flickr.com (CC BY-SA 2.0)

Aurora Borealis, by Fredrik Bølstad on flickr.com (CC BY-SA 2.0)

Als ich 2006 in Schweden studiert habe, hatte zweimal über den Winter die Zeit mich in den Zug zu setzen und in den wirklich hohen Norden zu fahren. Zugfahren ist im tiefen nordskandinavischen Winter übrigens eine der angenehmsten, aber aus skurrilsten Arten der Fortbewegung – wenn sich das tonnenschwere Gefährt in Temperaturen um die -20 bis -30 Grad Celcius durch die eingeschneite Landschaft wälzt. Aber das ist eine andere Geschichte. Abisko und Jukkasjärvi in Schweden, Narvik in Norwegen und auch in das nördliche Finnland hab ich so erfahren können.

Neben der Erfahrung von Tiefsttemperaturen von -37,4 Grad Celcius, Eisfischen in Norwegen, Wale im Fjord, Hundeschlittenfahren und schlafen im Iglu, war eines der imposantesten und nachhaltig in meine Erinnerung eingebrannte Erlebnisse das Beobachten der Polarlichter. Was in Narvik mit einem zufällig erhaschten Blick auf dieses elektromagnetische Phänomen begann, konnte ich in Nordfinnland voll auskosten. Auf der zweitägigen Hundeschlittentour inklusive Nächtigung unter freiem Himmel hatten wir sternenklaren Himmel und damit die besten Bedingungen. Und es ist unglaublich ein paar Meter abseits der wohligen Wärme des Feuers im Lager, im dunklen kalten Wald auf dem Boden im Schnee zu liegen, den Blick schnurstracks in den Himmel gerichtet, und über einem dieses tanzende Licht. Zum Greifen nah, himmelsfüllend. Atemberaubend.

Kein digitales Produkt kann dieses Erlebnis in der Natur ersetzen, oder kommt auch nur annähernd daran heran. Dennoch sind die Bilder solcher Phänomene nicht minder faszinierend. Schön, dass man Polarlichter jetzt auch bei Google Maps erkunden kann, eine kleine Sammlung gibt es bereits in dieser Galerie

Übrigens ist dieses Jahr das Internationale Jahr des Lichts.

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So will ich Wissenschaft lesen

PeerJ ist ein steter Quell für wirklich interessante Geschichten. Und mit Geschichten meine ich wissenschaftliche Paper. Wirklich, ich kann nur empfehlen sich in dem Open Access Journal mal genauer umzusehen1 – klar die Naturwissenschaften haben hier die Nase vorn, aber es gibt auch Sozialwissenschaften und Wissenschaftspolitische Themen. Und mit Themen meine ich wirkliche wissenschaftliche Paper.

Kürzlich bin ich beispielsweise auf das Paper “Sizing ocean giants: patterns of intraspecific size variation in marine megafauna” von Craig McClain et al.2 gestoßen. Die Wissenschaftlergruppe rund um McClain ist der simplen, aber durchaus komplex zu beantwortenden Frage nachgegangen, welche die größten Größen sind die die Fauna hervorbringt. Das Paper ist bei PeerJ erschienen und vollständig offen verfügbar. Das schöne daran: man findet das gesamte (!) Paper, also den Volltext, alle Grafiken und den Hinweis auf die Daten, die das Autorenteam bei DataDryad abgelegt hat. Das Ganze ist wirklich spannend zu lesen3, insbesondere die Methodik-Sektion. Bei dem Paper ist auch eine nette Infografik herausgefallen:

Sizing ocean giants: patterns of intraspecific size variation in marine megafauna by McClain et al (CC BY 4.0)

Sizing ocean giants: patterns of intraspecific size variation in marine megafauna by McClain et al (CC BY 4.0)

Auch spannend: man kann kommentieren und zum Beispiel Fragen stellen, denn es gibt eine dezidierte Funktion dafür. Und so hat bereits ein Leser die Frage gestellt, die auch mir sofort in den Kopf schoss: What about size of ocean giants on the geological past? Das Schöne daran ist, dass der Fragende, Kenneth de Baets, seinerseits Wissenschaftler ist und den direkten Anknüpfungspunkt gleich mitliefert:

Some of the biggest representatives of some phyla lived in the geological past, which are only barely touched upon here. We (Klug et al. 2014) recently tried to summarize the largest marine cephalopods and arthropods living in the Paleozoic: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/let.12104/full We pointed out the problems of verifying the largest specimens as well as taking into account geographic and intraspecic variation. Would your method also work to size oceanic giants in the geological past ? It would be great to integrating such data in a new study. More importantly, what do you think is the most important environmental factor driving body size in ocean giants ?

Mehr zu diesem Paper gibt es entweder kurz zusammengefasst im PeerJ Blog, oder direkt im Paper. Wie gesagt, das gibt es im Volltext online und zum Download.

Und noch einmal – ich kann jedem nur empfehlen sich mal ein wenig bei PeerJ zu tummeln. Man kann sich durchaus von Paper zu Paper hangeln (es gibt auf der rechten Seite immer eine Similar Papers Sektion), aber es lohnt auch ein Blick auf die Suche, die man sich recht angenehm modifizieren und abonnieren kann.

Ich jedenfalls bin, auch als Nichtwissenschaftler, steter Besucher und Leser.


  1. Generell lohnt es sich nicht nur in das Magazin zu schauen, sondern auch eimal dahinter. Das Submit- und Kostenmodell ist einzigartig und das Feedback der Autoren im Großen und Ganzen sehr gut. Wer will kann auch in das Open Science Radio reinhören, in dem wir des Öfteren mal über PeerJ sprechen
  2. McClain CR, Balk MA, Benfield MC, Branch TA, Chen C, Cosgrove J, Dove ADM, Gaskins LC, Helm RR, Hochberg FG, Lee FB, Marshall A, McMurray SE, Schanche C, Stone SN, Thaler AD. (2015) Sizing ocean giants: patterns of intraspecific size variation in marine megafauna. PeerJ 2:e715 http://dx.doi.org/10.7717/peerj.715 
  3. Zumindest für all jene die sich für solche wissenschaftliche Arbeitsweisen interessieren. 

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Fight for Space

© Paul Hildebrandt, Fight for Space

© Paul Hildebrandt, Fight for Space

20121 gab es bei Kickstarter das “kleine” Dokumentarfilmprojekt Fight for Space -Space Program and NASA Documentary2 von Paul Hildebrandt, das ich damals mit unterstützt habe.

“Fight for Space” is a feature length documentary film that explores the current state and future of the U.S. space program. Since the Apollo era of the 1960s, NASA’s budget has been shrinking and our ambitions in space have been decreasing. We are producing a documentary that will examine the reasons why our space program is not all it can be. We are also going to show that space IS worth the time, money, and energy that it needs, not for only exploration and scientific reasons but for economic, planetary security, and cultural reasons as well. We will also be covering the great scientific achievements that NASA is making right now, and we will be examining the new commercial space enterprise by companies like SpaceX, Sierra Nevada, Bigelow, and more. Many problems have occurred in just the past 10 years that have lead to the consistent underfunding of NASA, the cancellation of multiple space systems, and the decline of America’s role in space.

We are not producing your average space documentary where we show restored footage from the moon landings and CGI galaxy renderings. We are covering the real political and economic issues of the recent past, today, and tomorrow. We are covering both sides of the argument and we promise to produce a fair and objective film.

Nach erfolgreicher Finanzierung und durchaus langer Produktionszeit steht mit Mitte 2015 nun auch ein Release-Termin und kürzlich ist auch der zweite Trailer erschienen:
 

 

Man mag zur NASA stehen wie man will, aber ihre Bedeutung für die Raumfahrt kann man ihr wohl kaum absprechen. Die budgetäre Situation ist wie bei vielen anderen wissenschaftlichen Institutionen prekär, weil kontinuierlich schrumpfend:3

NASA's budget as percentage of federal total, from 1958 to 2012. CC 0 (Public Domain) by 0x0077BE

NASA’s budget as percentage of federal total, from 1958 to 2012. CC 0 (Public Domain) by 0x0077BE

Ich finde den Ansatz des Films auch (und vor allem) über die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu berichten gerade besonders spannend. Paul Hildebrandt sammelt übrigens gerade in einem “Nachschlag” noch etwas zusätzliches Geld für die “standesgemäße” Veröffentlichung. Das Ganze läuft noch 17 Tage und kann durchaus noch etwas Unterstützung gebrauchen – für was haben die Macher auch erklärt:

Fight for Space is nearly complete, and we urgently need to raise an additional $80,000 to complete the film and get it released. Our goal is to get the film out to our supporters sometime around March-May 2015, show the film at limited theatrical screenings around the country, and have it ready for public television broadcast later this year. We need money for:

  1. Post Production Technical Mix – Color Correction and Sound Mixing are an essential part of a good documentary, we need funding to have our film professionally mixed for television and theatrical release.

  2. Musical Score – We need funding to produce an epic original score with both live orchestral and electronic elements. Composer pending.

  3. Archival Footage – We must transfer a large amount of 35 and 16mm original film negatives from the National Archives and various presidential libraries to digital HD video. Additionally, we must pay for archival news footage to use in the film. This is a very expensive process and we need your help to get it done.

Zum besseren Nachvollziehen haben die Filmmacher die Budgetverteilung mal aufgegliedert:

Budget-Distribution, © Paul Hildebrandt

Budget-Distribution, © Paul Hildebrandt

Was ich besonders sympathisch finde:

BONUS – If we are funded, all public domain footage that we have transferred from the National Archives, NASA, and other sources will be made freely available in it’s source format online on a site such as Archive.org or similar video archival webpage. It is important that this footage be available to future documentary filmmakers around the world.

Und klar, man kann sich auch die Frage stellen, warum Raumfahrt überhaupt wichtig ist, und warum wir da weiterhin Gelder hineinpumpen sollten. Dazu haben viele Köpfe, viele schlaue Dinge gesagt.4

Bei allen schlauen Gründen dafür (und ja, ich bin dafür so viel Geld wie nur möglich darauf zu werfen), bleibt am Ende auch immer noch Carl Sagan:

One of the great revelations of the age of space exploration is the image of the earth finite and lonely, somehow vulnerable, bearing the entire human species through the oceans of space and time.

Well said Mr. Sagan!


  1. Also noch vor dem erheblichen und auch in Europa medienwirksamen Government Shutdown in den USA, von dem übrigens auch das Projekt betroffen war. 
  2. Mehr und aktuelle Infos gibt’s auf der Website des Projekts
  3. Quelle: Wikimedia Commons 
  4. Hier empfehle ich einfach mal die Keynote Speech von Neil DeGrasse Tyson zum 28. National Space Symposium

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Dione über den Saturnringen

"PIA07744: Ringside with Dione" © NASA/JPL/Space Science Institute

“PIA07744: Ringside with Dione” © NASA/JPL/Space Science Institute

Unter anderem genau wegen solcher Bilder bin ich so begeistert von der Wissenschaft. Das Bild wurde von Cassini gemacht, dem Saturn-Orbiter der 1997 gemeinsam mit dem Titan-Lander Huygens gestartet ist (hier die Missions-Website der NASA).1 Das Bild zeigt den Saturnmond Dione vor Saturn und über den Saturnringen.

Speeding toward pale, icy Dione, Cassini’s view is enriched by the tranquil gold and blue hues of Saturn in the distance. The horizontal stripes near the bottom of the image are Saturn’s rings. The spacecraft was nearly in the plane of the rings when the images were taken, thinning them by perspective and masking their awesome scale. The thin, curving shadows of the C ring and part of the B ring adorn the northern latitudes visible here, a reminder of the rings’ grandeur.

It is notable that Dione, like most of the other icy Saturnian satellites, looks no different in natural color than in monochrome images.

Images taken on Oct. 11, 2005, with blue, green and infrared (centered at 752 nanometers) spectral filters were used to create this color view, which approximates the scene as it would appear to the human eye. The images were obtained with the Cassini spacecraft wide-angle camera at a distance of approximately 39,000 kilometers (24,200 miles) from Dione and at a Sun-Dione-spacecraft, or phase, angle of 22 degrees. The image scale is about 2 kilometers (1 mile) per pixel.2

Wow! Nur noch mal so zur Erinnerung: Saturn hat eine durchschnittliche Entfernung zur Erde von ca. 1,43 Milliarden Kilometer.3


  1. The Cassini-Huygens mission is a cooperative project of NASA, the European Space Agency and the Italian Space Agency. The Jet Propulsion Laboratory, a division of the California Institute of Technology in Pasadena, manages the mission for NASA’s Science Mission Directorate, Washington, D.C. The Cassini orbiter and its two onboard cameras were designed, developed and assembled at JPL. The imaging operations center is based at the Space Science Institute in Boulder, Colo. 
  2. Quelle: http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA07744 
  3. Quelle 

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Augen auf, denn Atomwaffen gehen nicht einfach weg

Michael Büker hat kürzlich auf dem 31. Chaos Communication Congress (31C3) einen sehr sehenswerten Talk über den Wahnsinn des Atomwaffenproblems gehalten. Ich kann jedem nur ans Herz legen sich dies mal anzuschauen, denn wie seine Überschrift schon verrät: das Problem geht nicht einfach weg.

An overview of 70 years of nuclear weapons, focusing on some of the underlying physics, the international politics that surround the topic, modern technology for nuclear weapons detection and monitoring, and what everyone can do to help nuclear disarmament.
With the end of the Cold War, the sense of imminent danger from nuclear weapons quickly faded. But the weapons never went away: Today, half the world’s population lives in countries with nuclear weapons. Roughly 15,000 nuclear warheads, each powerful enough to destroy a city, are in the hands of nine countries.
The most important international treaty on nuclear weapons states that only five countries can ‘legally’ have them. But over the last 50 years, eight other countries have come into their posession, four of which are established nuclear powers today. How did that happen?
Moreover, nuclear tests of different kinds are banned by a multitude of international treaties. An impressive global measurement network of hundreds of seismic, hydroacoustic, infrasound and radionuclide measurement stations has been set up to detect nuclear tests. However, a treaty to finally ban all sorts of nuclear explosions, signed by 183 countries, is on the brink of failing. What is up with that?
This talk aims to provide a broad physical, technical and historical overview of the topic of nuclear weapons, and explain where international politics and verification technology stand today.

Hier ist die Aufzeichnung des Talks (kann man im Media-Repository des CCC auch herunterladen):

Michael weiß übrigens durchaus wovon er redet, denn als Wissenschaftskommunikator und Diplom-Physiker hat er sich sicher mit dem Thema eingehender beschäftigt.

Im Media-Repository des CCC findet sich übrigens noch ein weiterer sehenswerter Talk zu diesem Thema (Nuclear Disarmament Hacks How to achieve a world free of nuclear weapons?), den Moritz Kütt auf den MetaRheinMainConstructionDays 2014 gehalten hat.

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Leinen los für die Wissenschaft

Screenshot Ocean Blogs

Neben meinem Interesse für die Wissenschaft und meiner Leidenschaft für das Podcasting, hege ich vor allem eine Faszination (und mittlerweile eine tiefe Verbundenheit) für alles was mit dem Befahren der Ozeane zu tun hat.

Das Schöne an der Wissenschaft – und insbesondere der Wissenschaftskommunikation – ist nun, dass es mittlerweile viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gibt, die mit großer Leidenschaft und Faszination über ihren Arbeitsalltag bloggen. Besonders erfreulich ist, dass das Bloggen auch in einigen Wissenschaftsorganisationen bereits als ernsthafte Form der Wissenschaftskommunikation angekommen ist. Eines der Blogprojekte die ich seit Beginn an verfolge sind die Ocean Blogs ein “Blogportal der Kieler Meereswissenschaften” das gemeinsam vom Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“1 und dem [GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel]2(http://www.geomar.de/) betrieben wird. Das Blogportal ist mit einer simplen Mission angetreten:

Oceanblogs will die Vielzahl an Aktivitäten im Bereich der Meeresforschung bündeln und einem größeren Publikum bekannt machen. Auf Oceanblogs schreiben Meeresforscherinnen und Meeresforscher über ihre Projekte, Expeditionen und diskutieren über wissenschaftliche Fragestellungen. Oceanblogs ist offen für alle, die in der Kieler Meeresforschung aktiv sind oder mit ihr kooperieren. Jeder User ist eingeladen, Inhalte zu kommentieren und Fragen an die Wissenschaft zu stellen.

Auf den verschiedenen Blogs findet man Berichte aus dem unterschiedlichsten Missionen und unterschiedlichsten Forschungsbereiche und -themen. Neben konkretem Forschungsvorhaben sind es vor allem die Berichte von Expeditionen wie die des Forschungsschiffes Sonne die für mich die Faszination des Portals ausmachen. Diverse Forschungsfahrten der Expeditionsschiffe finden sich im Archiv der Blogs –  spannende, interessante und unterhaltsame Beiträge von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus ihrem Arbeitsalltag rund um ihre eigene Forschung, aber auch die Seefahrt. Genau diese Verquickung von Forschungsthemen und der Beschreibung des Erlebnisalltags der Seefahrer auf Zeit macht für mich viel von der Faszination aus.

Ich finde auch den offenen Aufruf an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zur Nutzung des Blogportals eine gute Sache:

Sie sind Meeresforscherin oder Meeresforscher und wollen einen eigenen Blog aufsetzen. Wir beraten Sie gerne. Einfach eine E-Mail an presse@ozean-der-zukunft.de oder presse@geomar.de senden, und wir setzen uns schnellstmöglich mit Ihnen in Verbindung.

Für mich ist diese Art der Wissenschaftskommunikation eine der spannendsten Arten – die Erlebnisse direkt aus der Feder der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Zum Glück haben mittlerweile diverse Wissenschaftsorganisationen dies als einer lohnender Art der Kommunikation erkannt, so berichtet beispielsweise auch das Alfred-Wegener-Institut (AWI)3 mittlerweile freigebig über seine Expeditionen und lässt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bloggen (wie z.B. auf dem Eisblog).4 Gelungen fand ich im Übrigen auch das Blog-Experiment vom ZDF, bei dem ein Team von Wissenschaftsjournalisten auf einer Expedition des Forschungsschiffs Polarstern vom Alltag an Bord bloggte.

Da kann man nur hoffen, dass es Ihnen viele weitere Wissenschaftsorganisationen gleich tun.


  1. Der Kieler Exzellenzcluster ‘Ozean der Zukunft’ erforscht die Veränderungen der Ozeane in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mit einem weltweit einmaligen Ansatz: Meeres-, Geo- und Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Mediziner, Mathematiker, Informatiker, Juristen sowie Gesellschafts- und Sozialwissenschaftler bündeln ihr Fachwissen in insgesamt elf multidisziplinären Forschergruppen. Ihre Forschungsergebnisse fließen ein in nachhaltige Nutzungskonzepte und Handlungsoptionen für ein weltweites Management der Ozeane. Das neue Forschungsprogramm setzt sich dabei eine verstärkte Wissensintegration zum Ziel. Dabei soll das grundsätzliche Verständnis des Ozeans zu wissenschaftlich fundierten Vorhersagen und Szenarien führen, um – in engem Dialog mit Entscheidungsträgern – zu einem nachhaltigen Management der Ozean beitragen zu können. (Quelle) 
  2. Das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel ist eine der führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der Meeresforschung in Europa. Aufgabe des Instituts ist die Untersuchung der chemischen, physikalischen, biologischen und geologischen Prozesse im Ozean und ihre Wechselwirkung mit dem Meeresboden und der Atmosphäre. Mit dieser Bandbreite deckt das GEOMAR ein in Deutschland einzigartiges Spektrum ab. (Quelle) 
  3. Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren und hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die nationale und internationale Wissenschaft zur Verfügung. (Quelle) 
  4. Ganz allgemein finde ich hat die Helmholtz-Gemeinschaft ein gutes Händchen für das Bloggen – so finden sich in meinem Feedreader neben den Blogs des DLR auch weitere Helmholtz-Expeditionsblogs

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Happy Birthday Creative Commons!

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CC BY Creative Commons

Heute vor 12 Jahren haben Lawrence Lessig und sein Team die erste Lizenz-Suite von Creative Commons auf den Weg gebracht:

12 years ago today, we launched the first Creative Commons license suite.

The internet was changing the way people share, and changing what it meant to be a creator. But copyright law hadn’t caught up. The Net was making sharing easy; the law was making it hard.

We made a bet that many creators would stand between the extremes. That they would be inspired by the idea of “some rights reserved” and dedicate some of their rights to the commons.

One billion licensed works later, I think we were right.

12 Jahre in denen mittlerweile fast 1 Milliarde Werke unter einer Creative Commons Lizenz erschienen sind. Großartig!

Vielen Dank an Creative Commons und vor allem vielen Dank an all jene die ihre Werke unter einer der CC-Lizenzen veröffentlichen!

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Geschichten mit Substanz

Screenshot Artikelbild auf Substanz1

Ich habe gerade ein tolles Stück wissenschaftsjournalistischer Arbeit gelesen und empfehle es bereitwillig weiter. Im gerade gestarteten Wissenschaftsmagazin Substanz hat sich Karl Urban2 ausführlich mit der Situation der amerikanischen Polarforschung nach dem Shutdown3 gewidmet:

Nur 16 Tage dauerte im Herbst 2013 die US-Haushaltssperre – doch diese 16 Tage genügten, um fast die gesamte amerikanische Antarktis-Forschung aus den Angeln zu heben. Und mit ihr die Karrierepläne hunderter Nachwuchsforscher. Die Geschichte einer Tragödie.

“Eingebrochen” ist nicht nur ein thematisch spannendes Stück, sondern (wie ich finde) gut recherchiert, argumentiert und aufbereitet. Zudem kommt es mit allerlei nettem Begleitmaterial (Fotos, Audio, Video) daher das nicht wie so oft üblich in Klickstrecken eingebunden sind, sondern in die Website4 integriert. Der Artikel ist, wie alle Artikel auf der Plattform nicht kostenlos, sondern kostet aufgrund seines Umfangs 3€, die man über Laterpay zahlt. So etwas empfehle ich gern weiter, ein absolut lesenswerter Artikel mit Substanz.

Apropos Substanz

In den vergangenen Jahren wurde allerlei mit den unterschiedlichsten journalistischen Formaten im Digitalen herumprobiert. Neue und alte Ideen wurden herumjongliert, kombiniert, ausprobiert, verworfen und so weiter. Die Diskussion was funktioniert, oder auch nicht, ist mit Sicherheit noch nicht beendet, langweilt mich aber schon jetzt ziemlich. Ich persönlich bin ein großer Fan von langen, ausführlichen Stücken wie man sie bspw. beim Aggregator Longreads findet. Ich mag auch gern die Stücke in denen Audio, Video und Text kombiniert wird. In Deutschland gab es in kürzerer Zeit ein paar dahingehende Initiativen wie Krautreporter, was ich mir persönlich nur kurz angeschaut habe und noch nicht Feuer und Flamme bin.5

Jetzt hat mit Substanz ein Wissenschaftsmagazin den Weg in die Welt gefunden, das genau diesen Weg beschreiten möchte. Und beim ersten Blick, auf das kürzlich gestartete, reine Onlinemagazin bin ich tatsächlich recht angetan. Der Auftritt ist optisch sicher Geschmacksache, sagt mir aber durchaus zu und ich bin froh, dass man hier mal einen leicht anderen Weg beschreitet. Die Beiträge auf Substanz sind nicht kostenfrei – kürzere Beiträge kosten 29cent, ausführlichere Beiträge 3€ und schlussendlich findet man diverse Abomöglichkeiten die von monatlich 9€ bis jährlich 108€ reichen. Das Bezahlmodell basiert technisch auf Laterpay, was wiederum den Vorteil mit sich bringt, dass Interessenten zumindest einmal hineinschnuppern können bevor sie zur Kasse gebeten werden, denn unter dem Claim Jetzt nutzen, später zahlen kann man Inhalte kaufen und sofort nutzen, muss aber erst zahlen sobald man Inhalte für insgesamt 5€ gekauft hat.

Die Macher hinter Substanz sind übrigens keine Neulinge auf dem wissenschaftsjournalistischen Parkett – Denis Dilba und Georg Dahm haben beide bis 2013 bei der deutschen Ausgabe des New Scientist6 gearbeitet. Dilba und Dahms haben für Substanz das Unternehmen Fail Better Media gegründet und eine Finanzierung neben eigenen Finanzen mit einem Crowdfunding bei Startnext komplementiert. Nach ihrer Idee befragt wie sie das Magazin zum Erfolg führen wollen und Leser zum Zahlen animieren wollen, sagt Dilba in einem Interview bei newsroom.de:

Die ganz einfache Antwort: Indem wir Geschichten bieten, die es nicht umsonst gibt. Erstens: Wir versuchen gar nicht erst, mit nachrichtengetriebenen Seiten wie Zeit Online oder Spiegel Online zu konkurrieren. Wir liefern die Einordnung, die großen, etwas zeitloseren Geschichten. Zweitens: Wir inszenieren jede Geschichte von Anfang an fürs Tablet, das wird ein völlig anderes Leseerlebnis als die klassische Kombi “Printgeschichte + leidlich relevante Bildergalerie + Youtube-Link”. Drittens: Wir wollen eine neue Tonalität in den Wissenschaftsjournalismus einführen. Ein Kollege hat unser Konzept mal als “Business Punk für Science-Leser” beschrieben. Das ist gar nicht so falsch.

Alles in allem hat mich der erste Eindruck von Substanz besonders in Hinblick auf die Qualität der Beiträge überzeugt und werde auf jeden Fall erst einmal regelmäßiger Konsument werden. Ich hoffe auf viele weitere spannende Geschichten und wünsche den Herren Dilba und Dahm unternehmerischen Erfolg und ein gutes und faires Händchen bei der Auswahl ihrer Autorinnen und Autoren!

Übrigens hat sich auch Wissenschaftsjournalist Marcus Anhäuser das Magazin nach dem Start angeschaut. Hier sein Eindruck in Videoform:


  1. Karl bloggt als AstroGeo bei den Scilogs und macht den gleichnamigen, sehr empfehlenswerten Podcast AstroGeo
  2. Definition Wikipedia: “Als Government Shutdown…wird in den Vereinigten Staaten die Lage bezeichnet, in der die Behörden der Bundesregierung ihre Tätigkeit zu großen Teilen einstellen und nur noch die als unerlässlich angesehenen Aufgaben erledigen. Der Regierungsapparat fährt bei einem solchen Shutdown herunter, wenn die bisherige rechtliche Grundlage für die Bewilligung von Haushaltsmitteln ausläuft und sich Senat, Repräsentantenhaus und Präsident nicht rechtzeitig über weitere Haushaltsmittel einigen, indem sie ein entsprechendes Gesetz beschließen.” Der Government Shutdown 2013 beeinflusste neben der Library of Congress unter anderem auch die NASA, oder das Smithonian Institute. 
  3. Disclaimer: Ich habe in Ermangelung eines Tablets nur die Web-Version ausprobiert, bin damit aber sehr zufrieden. 
  4. Bei Krautreporter habe ich immer den Eindruck viele der Beiträge in dieser oder zumindest ähnlicher Form schon einmal woanders gelesen zu haben, habe aber keine Ahnung ob dem wirklich so ist. 
  5. Der deutsche Ableger des britischen Wissenschaftsmagazins, der als 100%ige Tochter des Spiegel gegründet wurde, wurde 2013 nach nur kurzer Zeit wieder eingestellt. 
  6. Screenshot des Artikelbilds auf Substanz. 

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