Zweifellos gehören Geschichte und Archäologie zu den anerkannten und sehr spannenden Wissenschaften. Weniger abstrakt und damit oftmals wesentlich feselnder (weil greifbarer) sind beide Wissenschaften in Verbindung mit nicht allzu lang zurückliegenden Ereignissen, wie beispielsweise dem Untergang der RMS Titanic, jenem Passagierschiff der britischen Reederei White Star Line, welches nach einer Kollision mit einem Eisberg am 15. April 1912 (nur 13 Tage nach seiner Indienststellung) während der Jungfernfahrt auf dem Atlantik sank.

Viele Forscher haben sich bisher mit der Geschichte der Titanic, aber auch mit dem Verbleib des Wracks beschäftigt. Nun soll ein neues Team aus Archäologen, Ozeanographen und Wissenschaftlern anderer Fachbereiche das Wrack der Titanic wieder einer näheren wissenschaftlichen Untersuchung unterziehen. Dabei soll nicht nur eine außergewöhnlich dichte und schlüssige Dokumentation herauskommen, zusätzlich soll der gesamte Prozess mittels Social Media nahezu in Echtzeit mit der Welt geteilt werden. Ich finden diese Idee nicht nur grandios, sondern halte die dafür bereits ins Leben gerufene Website schlichtweg für ein sehr gutes Beispiel für

  • sehr wohl überlegte Wissenschaftskommunikation
  • überzeugende Verbindung von Social Media und “älterer” Onlinemedien
  • in hohem Maße inhaltsgerechter Aufbereitung und Darstellung des Themas (Storytelling)

Screenshot http://www.expeditiontitanic.com

Allein die Website der Expedition finde ich schon sehr ansprechend gestaltet. Sie ist in ihrer Navigation dem Medium Wasser angepasst, d.h. man taucht zum Wrack hinab, findet unterwegs Informationshäppchen, die Wasserhelligkeit verändert sich, Transparenzen und Betrachtungsebenen sind erkennbar etc. Die Begleitung der Expedition durch schnelle Kommunikation mittels Social Media finde ich überaus überzeugend. Über die Kanäle Facebook, Twitter, Youtube und Flickr entsteht hier ein durchgängiger Informationsfluss, der nicht nur hochinteressant und faszinierend ist, sondern vielmehr auch das Zeug dazu hat die Leute für das Thema zu begeistern und sie “mit auf die Reise zu nehmen”.

Die ursprüngliche Idee für die Entwicklung der Expedition Titanic war es, eine Art “Linse” zu schaffen, durch die wir Normalsterblichen die Expedition und die Titanic erleben können, wie es sonst nur die Experten vermögen. Ist der Website-Besucher am Ende seiner 3D-artigen Reise in die Tiefe am Trümmerfeld der Titanic angekommen (immerhin in einer Tiefe von 3.803 Metern), kann er dort mit Hilfe einer virtuellen Karte die Wracktteile erkunden. Darüber hinaus kann er sich Videos und Bilder, die zukünftig nahezu in Echtzeit übertragen werden sollen, anschauen. Auch eine 360-Grad-Ansicht des Expeditionsequipments wurde implementiert. Gekrönt wird das Ganze künftig noch mit Meldungen von Mitgliedern des Expertenteams und schlußendlich mit einem 3D-Modell des Schiffes.

Ich muss sagen: chapeau! Ich bin begeistert.

Am Freitag der vorletzten Woche (21.05.2010) fand die zweite Veranstaltung der Vortragsreihe des Alumni-Netzwerks am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft statt (Thema: Freier Kulturjournalismus als Autoren in Hörfunk und Print: Erfahrungen im In- und Ausland). Bevor wir morgen bereits in die nächste Runde gehen, möchte ich noch die Gelegenheit nutzen und ein bisschen was zur letzten Lunch Lecture loswerden. Als Gäste waren dieses Mal Ute Büsing und Eberhard Spreng geladen. Beide sind Journalisten,  die vornehmlich, aber nicht ausschließlich im Kulturbereich tätig sind.

Bevor ich ein wenig über den Verlauf der Veranstaltung berichte, möchte ich einen kleinen Disclaimer voranstellen: ich bin kein Kulturjournalist, weise also in beiden Bereichen (Kultur und Journalismus) nur relativ generisches Halbwissen vor.

Zu den Personen:

Sowohl Ute Büsing, als auch Eberhard Spreng haben am Berliner Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft studiert, wo sie sich kennenlernten und auch erste Berührungspunkte mit der Medienpraxis erfuhren. Für beide lag die Initialzündung im uniweiten Streik gegen Berufsverbote im Jahr 1976. Ganz im Sinne einer Habermas’schen Gegenöffentlichkeit galt es damals sich aktiv in den Protesten zu beteiligen und darüber aufzuklären, dass die als Kommunisten verrufenen Professoren aus dem Lehrbetrieb entfernt werden sollten. Büsing/Spreng wendeten sich zu jener Zeit von den verschulten und theorielastigen Seminaren ab und u.a. der Tonbandgruppe zu (neben der Streikzeitung und der Videogruppe), die es immerhin schaffte Inhalte in der Sendung „Hochschule und Gesellschaft“ vom öffentlich-rechtlichen Sender Freies Berlin (SFB) zu platzieren. Mit doppeltem Erfolg wie sich herausstellte, denn das Berufsverbot wurde zurückgenommen und die Praxiserfahrung prägte beide nachhaltig.

Ute Büsing sammelte erste berufliche Erfahrung im Kulturjournalismus beim Berliner Stadtmagazin Zitty, wo sie unter anderem die Bürgerinitiativen-Seiten betreute. Weitere Stationen waren Stringer Associated Press, Berliner Allgemeine Wochenzeitung, Tageszeitung, SFB („Hochschule & Gesellschaft“, „Journal in 3“, „Zeitpunkte“), RIAS („Rockjournal“), NDR, SDR, BR. Insgesamt war ihre Arbeit, besonders in den Anfangsjahren, geprägt von gesellschafts- und sozialpolitisch von ihr als relevant erachteten und tatsächlich bedeutsamen Bewegungs-Phänomenen (Anti-AKW, Häuserkampf, Frauenbefreiung, Migration). 1983 ging sie als Auslandskorrespondentin für mehrere Jahre nach New York City und berichtete dort für eine Vielzahl deutscher Medien aus Amerika und erweiterte auch ihren Themenfokus (Musik, Obdachlosen-Problematik, Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner, Politik der Vereinten Nationen). Seit ihrer Rückkehr nach Berlin (1998) arbeitet sie nicht nur für den öffentlichen Rundfunk (z.B. SFB/ ORB, RBB, DW, DLF, NDR, BR, MDR), sondern auch für diverse Printmedien (TIP, Morgenpost) als freie Kulturjournalistin. Sie beschäftigte sich zunehmend mit einem breiteren, gesellschaftlich begründeten Kulturjournalismus. Nebenbei beschäftigt sie sich als Buchautorin (z.B. „Bar jeder Vernunft – die Kunst der Unterhaltung“ Eichborn Verlag).

Seit dem Abschluss des Studiums am Institut für Publizistik an der FU ist Eberhard Spreng als freier Kulturjournalist, Kritiker und Übersetzer in Berlin und Paris für zahlreiche Medien in Deutschland, der Schweiz und Frankreich tätig. Er wirkte daneben künstlerisch an mehreren Produktionen großer französischer Theater mit. Seit 1997 Reisen und Berichte über kulturelle Entwicklungen des arabischen Mittelmeerraums. Von 2000 bis 2002 war er Chefredakteur Deutschland für das europäische Internet-Kulturportal Divento. Seitdem konzentrierte er sich wieder überwiegend auf die Theaterberichterstattung, arbeitet als Kritiker für den Deutschlandfunk sowie als Übersetzer für die Édition de l’Arche, Paris.

Zur Veranstaltung:

Das spannende Duo Büsing/Spreng berichtete zunächst sehr dialogisch (zwischen sich) und unterhaltsam über ihren eigenen Einstieg in die Medienpraxis bzw. in ihr späteres Berufsfeld, den Kulturjournalismus.

Aber was ist eigentlich Kulturjournalismus? Kulturjournalismus dürfte sich am ehesten als Subsystem des Journalismus fassen lassen, welches sich kritisch einem bestimmten Themenkreis widmet – üblicherweise Literatur, Theater, Film, Musik, Kunst und Medien – und dies unter der journalistischen Arbeitsweise (Recherchetechnik, Erzählformen etc.) tut. Stephan Porombka, Juniorprofessor für Kulturjournalismus an der Uni Hildesheim, gibt in seinem Aufsatz für das Handbuch Literaturwissenschaft, Bd. 3: Literaturwissenschaft als Institution (Berufsfelder) eine recht taugliche Ergänzung zur Definition. Er beschreibt Kulturjournalismus als eine „Form des Schreibens, über die unter genau formulierten zeitlichen, thematischen und formalen Vorgaben ‘Gebrauchstexte’ entstehen.” An späterer Stelle betont er wie wichtig es ist, “Interesse an der Kultur im umfassenden Sinn zu entwickeln und von eigenen Recherchen, Beobachtungen und Erfahrungen kompetent erzählen zu können.”

Im Gegensatz zum Kulturjournalismus (oder dem Journalismus allgemein) der 70er und 80er Jahre stehen wir heutzutage allerdings vor stark veränderten Voraussetzungen – das betonten auch beide Gäste. Die meisten Verlage stehen unter enormem ökonomischen Druck, viele haben entsprechend die Redaktionen der einzelnen Ressorts personell und finanziell stark eingeschränkt. Damit hat sich auch die Beschäftigungsstruktur verändert. Viele Journalisten arbeiten als Freie, stehen jedoch vor dem Dilemma, dass sich Beiträge und Artikel nicht mehr so einfach mehrfach verwerten lassen (eine total-buy-out-Diskussion möchte ich an dieser Stelle allerdings nicht vom Zaun brechen). Auch der Zugang für Nachwuchsjournalisten ist nicht einfacher geworden. Heutzutage wird viel eher erwartet im Job direkt und unmittelbar produktiv einsetzbar zu sein, eine lange Einführung oder gar Ausbildung dürften die wenigsten Medienhäuser ihren Journalisten bieten. Das jedoch stellt den Nachwuchs vor das Problem, dass man sich das Wissen um Arbeitsweise, Technik, Produktion etc. weitestgehend bereits vor dem Schritt in die Praxis aneignen muss. Ob dies an der Vielzahl der Aus- und Weiterbildungsstätten wirklich immer gewährleistet ist, ist zumindest fragwürdig (ich schätze, dass viele Hochschulen noch in der praxisbezogenen Ausbildung Defizite aufweisen, während praxisorientierte Ausbildungsträger vielleicht ein Defizit in der methodischen, politischen oder gar gesellschaftstheoretischen Ausbildung defizitär aufgestellt sind). So bleibt den meisten Nachwuchsjournalisten nur der Weg sich sozusagen „on the fly“ die entsprechenden Kenntnisse anzueignen oder sie zu vertiefen. In der Diskussion mit Ute Büsing und Eberhard Spreng kamen diese Punkte an einigen Stellen auf, eine Lösung dafür konnten jedoch beide (erwartungsgemäß) nicht liefern. Dennoch gab es Tipps von den Experten:

  • Früh in die Möglichkeiten des technischen Equipments einarbeiten (der Kulturjournalist ist heutzutage nicht nur Redakteur oder Autor seines Beitrags, sondern auch Cutter oder Produzent)
  • Erfahrung vor dem Schritt in das Praktikum, das Volontariat oder den Job machen – in den Jobs erhält man nur noch selten eine Einführung, hier gilt es produktiv einsetzbar zu sein
  • Sich mit den Dingen beschäftigen, die einen auch inhaltlich interessieren

Während es für den ersten Tipp sicher den einen oder anderen Ansatzpunkt gibt (Seminare in der Uni, Gebrauch im privaten Umfeld, usw.) stellte sich im zweiten Tipp eigentlich die implizite Frage nach dem Königsweg in den Kulturjournalismus (Welcher Weg eröffnet mir denn nun die besten Chancen?). Genau hier gibt es jedoch anscheinend keine favorisierte Lösung. Am besten lässt es sich wohl mit einem simplen Prozessschlagwort beschreiben: „trial and error“. Oder anders gesagt: Schreiben (oder produzieren) was das Zeug hält und versuchen einen „Abnehmer“ für seine Arbeiten zu finden. Somit erlernt man zumindest das Handwerkszeug, findet vielleicht seinen eigenen journalistischen Stil und bekommt ein Gefühl für das Metier. Wie man allerdings seine Arbeiten wirklich „an den Mann“ bringt, konnte auch in der Diskussion nicht abschließend geklärt werden.

Vielleicht hilft an dieser Stelle der zurückliegende, rasante Fortschritt in der Digitalisierung. Während der Lunch Lecture wurde das Spannungsfeld, das durch die Digitalisierung und das World Wide Web entsteht, heiß und vornehmlich kritisch diskutiert. Sicherlich bewirkte es einen tiefgreifenden Wandel der Öffentlichkeit und zum Teil auch die Verwässerung der tradierten Rollenaufteilung zwischen Medienkonsumenten (Leser/Hörer) und Medienproduzenten (Journalist). Heute sind die Konsumenten so aktiv wie die Produzenten und treten damit nicht selten in ein Konkurrenzverhältnis im Kampf um die Aufmerksamkeit der Leser- oder Hörerschaft. Auch wenn nicht alle Otto-Normalverbraucher so gebildet sind wie die Feuilletonisten, so sind die Informationsvorsprünge nicht mehr länger nur ein Privileg einer kulturellen Infoelite. Der journalistische Anspruch einer umfassenden Aufklärung ist ins Stocken geraten, inzwischen zählt mehr und mehr auch ein gewisser Unterhaltungszwang, dem Journalisten unterliegen, damit sie auch weiterhin in ihrem angestammten Medium publizieren dürfen.

Meines Erachtens bietet diese Entwicklung hin zum „Prosumer“  jedoch auch riesige Chancen für den Nachwuchs. Niemals zuvor war es so einfach sich selbst eine Plattform zum Publizieren zu schaffen, sich auszuprobieren und die Reaktion auf die eigene Arbeit (Beiträge, Artikel etc.) am „lebenden Publikum“ unter realen Bedingungen, oder vielmehr in der realen Umwelt, zu testen. Gerade die modernen Kommunikationsmittel ermöglichen nicht nur die kostengünstige Bereitstellung einer Infrastruktur, sondern bieten darüber hinaus genug Möglichkeiten um auf das eigene Angebot aufmerksam zu machen. Wer dies konsequent nutzt, dürfte meiner Meinung nach durchaus Chancen haben sein „Produkt“ auch in den Aufmerksamkeitshorizont der etablierten Medien (bzw. eher ihrer Personalie) zu bekommen. Gerade solche Möglichkeiten wie z.B. eine Lizenzierung der eigenen Inhalte unter offenen Lizenzen (Creative Commons Share Alike o.ä.) erweitert die Grenzen der Aufmerksamkeit für die eigene Person und Arbeit wiederum um ein Stück und trägt somit zumindest zur eigenen Reputation bei. Womöglich ist dies kein sonderlich tragfähiges Modell, um sich einen konstanten Einkommensstrom zu generieren, aber ein Weg des oben angesprochenen „trial and error“, des Erfahrungen-Sammelns, dürfte es schon sein.

Zum Abschluss dieser PuK Lunch Lecture fiel dann noch ein Gedanke, der recht banal erscheint, aber den Kern der Sache trifft und zumindest interessant für all jene sein dürfte die in den Bereich Kulturjournalismus wollen: Als Kulturjournalist reicht es mitnichten nur den Veranstaltungskalender zu kommentieren, das Herz der Sache liegt noch immer darin die Lebenswelt zu analysieren.

FAZIT:

Der Besuch dieser Veranstaltung lohnt sich nach wie vor! Die Mischung der Gäste dürfte für so ziemlich jede Interessensrichtung innerhalb der Publizistik etwas bieten. Ich kann einen Besuch nur wärmstens empfehlen! Und mit den richtigen, unverblümten Fragen kann man noch einiges mehr aus den Vortragenden „herauskitzeln“ – also, die Chance nutzen!

Eine weitere Gelegenheit dazu bietet sich schon am morgigen Freitag, wenn Christoph Schwab, Head of Research bei Goldmedia Custom Research GmbH, über Medienwirkungsforschung in der Praxis spricht.

An dieser Stelle noch einen ganz herzlichen Dank an Ute Büsing und Eberhard Spreng!

Am vorletzten Freitag, den 07. Mai, fiel nun endlich der Startschuss für die neue Vortragsreihe des Alumni-Netzwerks am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, den PuK Lunch Lectures. Leider komme ich erst jetzt dazu eine kurze Zusammenfassung zu schreiben – aber besser spät, als nie.

Die Auftaktveranstaltung dieser gemeinsamen Initiative des PuK-Instituts und des PuK-Alumni-Netzwerks widmete sich sogleich einem schwierigen, aber überaus spannenden Thema: der Krisenkommunikation. Unter dem Titel „Krisenkommunikation als Instrument des Krisenmanagements“ gab Carola Wunderlich, PR-Beraterin und Krisenkommunikatorin, einen interessanten Einblick in ihren Arbeitsalltag, ihr Verständnis von Krisenkommunikation und dem professionellen Umfeld.

Zur Person:

Carola Wunderlich studierte anfänglich in Bochum, bevor sie an die Freie Universität wechselte, um Publizistik mit den Nebenfächern Politologie und Germanistik studieren. In ihrer Magisterarbeit beschäftigte sie sich mit der „Entwicklung der Stadtmagazine in West-Berlin und der Bundesrepublik und ihrer Funktion unter Berücksichtigung ihrer Stellung innerhalb der so genannten Alternativpresse“. Nach ihrer freien journalistischen Tätigkeit für das Berliner Stadtmagazin „Zitty“ sowie für den NDR in der TV-Sendereihe „Extra Drei“ kehrte Frau Wunderlich 1983 wieder an die FU zurück, um im interdisziplinären Modellversuch „Öffentlichkeitsarbeit“ an der Dokumentation und dem Zwischenbericht, sowie in der Studienberatung des Ergänzungsstudiengangs im Fachbereich Kommunikationswissenschaften mitzuwirken.

In ihren weiteren Stationen in verschiedenen Tätigkeiten – vor allem in den Bereichen Redaktions-, Projekt-, und Öffentlichkeitsarbeit – betreute Frau Wunderlich zunehmend die Öffentlichkeitsarbeit von konfliktträchtigen Projekten im öffentlichen Raum, beispielsweise öffentliche Bauvorhaben wie das Bauprojekt „Bahnhof Potsdam Stadt“ und das Ausbauvorhaben des Frankfurter Flughafens. Bei letzterem Projekt, den Aus- bzw. Neubau der Landebahn Nord-West, war sie für das Berichtswesen im Mediationsverfahren 1998-2000 verantwortlich. Dem Luftfahrtbereich blieb sie bis zum heutigen Tage weitestgehend treu und arbeitete seit 2002 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und als Pressesprecherin für die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV), dem Bundesverband der deutschen Flughäfen. In dieser Tätigkeit verantwortete sie die Medienarbeit, Publikationen und Kongresse, betreute den Fachausschuss Öffentlichkeitsarbeit sowie den Relaunch des Internetauftritts in 2002 und 2004.

Aktuell betreibt Frau Wunderlich ihr eigenes Beratungsunternehmen, das Institut für Krisenkommunikation, und engagiert sich in verschiedenen Vereinen und Ehrenämtern:

  • Deutsche Public Relations Gesellschaft e.V.
  • VICTRESS Initiative e.V. („Excellence knows no gender“)
  • Freunde der Publizistik e.V.
  • FU Berlin – PuK Alumni-Netzwerk

Zum Thema:

Was meinen wir eigentlich, wenn wir von Krisenkommunikation sprechen?

Nun, jedem dürfte klar sein, dass Unternehmen im Licht der Öffentlichkeit stehen, denn sie sind nicht nur Akteure im wirtschaftlichen Sinne, sondern bewegen sich gleichermaßen als Akteure im öffentlichen Raum der Gesellschaft. Gerade in der heutigen Zeit haben sie damit mehr denn je auch soziale und umweltbezogene Aufgaben, an denen sie oftmals von der Öffentlichkeit gemessen werden. Versäumnisse in einem dieser Bereiche – und seien es auch unverschuldete – wachsen sich jedoch schnell zu einer Krise aus, die Image und Bestand des Unternehmens nachhaltig (negativ) beeinflussen und damit gefährden können. Das Meinungsklima ist (besonders großen) Unternehmen gegenüber skeptischer geworden, bisweilen tendiert es sogar in Richtung Ablehnung. Und dies ist nicht nur für klassische „Risikounternehmen“ zu beobachten, wie beispielsweise Biotechnologieunternehmen, Energieversorger oder Mineralölkonzerne, sondern zunehmend auch für Firmen in „normalen“ Branchen. Während manche Manager weiterhin „business as usual“ betreiben, sind für die Unternehmen mit dem veränderten Meinungsklima neue Realitäten entstanden, in denen es gilt mit akut entstehenden, oder auch latent schwelenden Krisen umzugehen.

Als Krisen kann man im Allgemeinen riskante Situationen verstehen, die durch bestimmte Entwicklungen gekennzeichnet sind:

  • sie kommen oft unerwartet und haben zumeist schwere kurz- oder langfristige Folgen
  • sie sind sofort sichtbar und generieren üblicherweise einen enormen Druck in den Unternehmen zu Entscheidungen und (Re)Aktionen
  • sie sind nicht selten ein „gefundenes Fressen“ für die Medien und damit hochgradig gefährlich für das öffentliche Ansehen der betroffenen Unternehmen

Wie schnell Krisen ganze Unternehmen und das entsprechende Top-Management vor überraschende Herausforderungen stellen, zeigen einige Beispiele:

  • Betriebsunfälle, die für Mensch und Umwelt eine Gefahr bedeuten, wie beispielsweise das Leck an einer Ölplattform (aktuell z.B. der Fall „Deepwater Horizon“),
  • Unvorhersehbare Naturereignisse wie der Ausbruch eines Vulkans, der plötzlich ganze Branchen (Luftfahrt, Tourismus) bedroht, weil diese den Betrieb einstellen müssen (aktuell z.B. der Eyjafjallajökull),
  • Datenschutzverstöße, wenn heikle Informationen von Kunden oder Mitarbeitern an die Öffentlichkeit gelangen (aktuell z.B. Vorfälle bei Ruf-Reisen, oder dem SchülerVZ-Netzwerk);
  • Schädliche Mängel an Produkten, die entsprechend zurückgerufen werden müssen (z.B. diverse Kinderspielzeugfälle, Fahrzeugrückrufaktionen)
  • Zögerliche öffentliche Kommunikation, die von der Öffentlichkeit als „Vertuschung von Tatsachen“ wahrgenommen wird (zuletzt beispielsweise in den Störfällen in Kernkraftwerk)

Selbst große Unternehmen werden von solchen Krisen meistens unvorbereitet getroffen. Eine an vielen Stellen ungeschickte öffentliche Kommunikation verschlimmert in nicht wenigen Fällen dann die bestehende Krise sogar noch. Das typische Reaktionsmuster verläuft oftmals vom Schockzustand in eine Abwehr- oder Rückzugshaltung, zum späten Eingeständnis und noch späterer Veränderung und Anpassung.

Krisen ziehen für Unternehmen erhebliche Kosten nach sich, die nicht nur materieller, sondern auch immaterieller Natur sind. Es entstehen Beseitigungs- oder Bekämpfungskosten, Zeitkosten bei der Bindung von Mitarbeiterkapazitäten zur Begleitung der Krisen, Imageschäden und Vertrauensverluste in der Öffentlichkeit sowie die damit verbundenen Einbußen im Absatz, Motivations- und Vertrauensverluste bei den eigenen Mitarbeitern, gegebenenfalls Schadensersatzforderungen und Prozesskosten, und eventuell politische oder gesetzgeberische Auflagen. All dies gilt es eigentlich zu verhindern. Sicherlich gibt es kein Patentrezept, um für Krisen (jeglicher Art) richtig gewappnet zu sein, Frau Wunderlich formulierte jedoch ein paar Dinge, über die man sich im Klaren sein sollte:

  • Die ersten Stunden entscheiden über Tenor und Umfang der publizistischen Krise, und damit oft über das Urteil der Öffentlichkeit
  • Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck
  • Emotionen sind oftmals wichtiger als bloße (harte) Fakten, sie wollen berücksichtigt werden

Tritt dann ein Krisenfall ein ist schnelles und adäquates Handeln das oberste Gebot, das angemessene und schnelle Reagieren unerlässlich. Es gilt Verständnis für die Sorgen und Nöte der Betroffen bzw. der Öffentlichkeit aufzubringen, Verantwortung zu übernehmen und Informationslücken in der öffentlichen Kommunikation zu vermeiden. Besonders in letzerem gilt es schnellstmöglich, bestenfalls innerhalb der ersten Stunde, eine Pressemitteilung herauszugeben und zeitnah eine Pressekonferenz einzuberufen und Leitmedien sowie wichtige Agenturen zu informieren (denn Krisen verlaufen unter einem enormen Zeitdruck). Dabei sollte man besonders die Kommunikation mit den Medien einer medienerfahrenen Führungskraft überlassen. Immer wieder merkt man in Krisenfällen, dass einige Unternehmen schwere Fehler in der Öffentlichkeitsarbeit begehen: sie informieren unzureichend, reaktiv und defensiv, unglaubwürdig und nicht wahrheitsgemäß. All dies gilt es um jeden Preis zu verhindern. Im Zweifel ist es sinnvoller, auch fehlende Erkenntnisse einzugestehen. Frau Wunderlich gab noch ein paar Tipps, die m.E. wichtig sind, aber sich in der Überlegung zu Krisenkommunikation nicht gleich zuallererst aufdrängen. So ist es ratsam bereits im Vorfeld von Krisen Mitarbeiter zu schulen und die Infrastruktur im Krisenfall zu klären. Auch eine Evaluation des gesamten Krisenverlaufs nach der Krise ist eine ratsame Aktion.

Frau Wunderlich stützte ihre Argumente im Laufe ihres Vortrags durch anschauliche Beispiele aus ihrem eigenen Erfahrungshorizont und zog zum Ende der ersten Stunde ein, wie ich finde, sehr eindringliches Fazit und Schlussbemerkungen, die ich hier in Kurzform wiedergeben möchte:

  • „Es versendet sich“ gilt nicht mehr! Das Netz „konserviert“ auch Krisenfälle.
  • Unternehmenskommunikatoren müssen nicht nur Mitglied des Krisenstabes sein, sondern im operativen Krisenmanagement als mitgestaltender Partner akzeptiert sein.
  • Der Trend der Medienberichterstattung zur Dramatisierung in Text und Bild erhöht die Gefahr von Sekundärkrise in der Kommunikation.
  • Gegen die Medien lässt sich keine Krise bestehen. Ohne die Medien und öffentliche Wahrnehmung jedoch auch nicht.
  • Akteure des öffentlichen Lebens erhalten die Berichterstattung, die sie ihrer kompetenten oder auch unprofessionellen Pressestelle – oder vielleicht auch nur sich selbst – zu verdanken haben.

Der gut einstündige Vortrag von Frau Wunderlich gab einen guten ersten Überblick über das Themenfeld und den möglichen Einstieg in die professionelle Krisenkommunikation. Im Anschluss bot sich die ausführliche Gelegenheit für die anwesenden Studierenden und Dozenten des Fachbereichs Fragen zu stellen und einige Themen nochmals tiefergehend zu diskutieren. Die vollständige Wiedergabe würde hier sicherlich den Rahmen sprengen, daher möchte ich nur einige Punkte festhalten, die mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben sind.

  • In nicht wenigen Unternehmen stehen einer schnellen Reaktion im Krisenfall derzeit langwierige Abstimmungsprozesse im Weg. Es ist nicht selten, dass verschiedene Abteilungen (Geschäftsführung, Rechtsabteilung, Technische Abteilung, PR, etc.) eine Pressemitteilung „abnicken“ müssen oder wollen, bevor diese an die Öffentlichkeit kommt. Hier wäre es bedenkenswert, entweder die Prozesse zu verschlanken, oder gleich interdisziplinäre Krisenteams zu bilden, die uneingeschränkt handlungsfähig sind.
  • In einigen Krisen erscheint das Handeln der betroffenen Unternehmen ausschließlich auf die kurzfristige Reaktion ausgelegt zu sein. Besonders bei Personalentscheidungen (ein Mitarbeiter übernimmt Verantwortung und räumt seinen Posten), zeichnet sich in der öffentlichen Wahrnehmung ein Bauernopfer-Bild. Hier dürfte bezweifelt werden, wie nachhaltig solche Aktionen sind – eine Krise „besiegen“ dürften damit in den seltensten Fällen gelingen.
  • Jede Krise kann sich bei ehrlichem Umgang und positiver Bewältigung durchaus in eine Chance wandeln. Positive Imageeffekte können Unternehmen durch den guten und glaubhaften Umgang mit einer Krise entstehen. Selbst das chinesische Schriftzeichen für „Krise“ setzt sich, wie wir von Frau Wunderlich erfahren haben, aus den Symbolen für Gefahr und Chance zusammen.

FAZIT zur ersten PuK Lunch Lecture:

Der Besuch dieser Veranstaltung lohnt! Selten kommt man wohl so einfach an Personen, die so direkt im Berufsumfeld stehen. Die einführenden Vorträge bieten einen guten Überblick über die Person, das Berufsfeld, mögliche Einstiege in den Job und die Herausforderungen, die dieser mit sich bringt. Ich kann einen Besuch nur wärmstens empfehlen! Eine Gelegenheit dazu bietet sich schon diesen Freitag,  wenn die freien Journalisten Ute Büsing und Eberhard Spreng einen Einblick in das Thema „Freier Kulturjournalismus als Autoren in Hörfunk und Print – Erfahrungen im In- und Ausland“ geben.

An dieser Stelle noch einen ganz herzlichen Dank an Carola Wunderlich!

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Über das zurückliegende Wochenende bot mir das PolitCamp 2010 wieder einmal die Möglichkeit mich mit dem Thema Government 2.0 bzw. dem ganzen Thema e-Democracy etwas näher auseinanderzusetzen und mich mit der (interessierten) Community auszutauschen. Sollte ich aber meinen Veranstaltungsbesuch in einem kurzen Satz auswerten, würde mir nicht viel mehr einfallen als: „Hinterher ist man auch nicht immer schlauer.“

Ich komme nicht umhin festzustellen, dass die Zusammenfassung von Nikolaus Huss auf Kooptech.de durchaus auch mein Stimmungsbild recht passend abbildet, daher kann ich seinen Beitrag jedem Interessierten empfehlen.

Ich habe dem eigentlich bloß zwei kurze Punkte hinzuzufügen.

(1) Bei allen derzeit bereits existierenden Beispielen für digitale, offene Verwaltungs-, Behörden- und Regierungsinitiativen kommt man nicht umhin festzustellen, dass wir großteils Insellösungen betreiben. Besonders deutlich wird dies im Bereich der E-Partizipation, in dem weitestgehend alle Bestrebungen von einer im Vergleich eher kleinen Gemeinde ausgehen – der Netzgemeinde. Gerade beim Thema der politischen Teilhabe ist es aber die große Herausforderung nicht nur den kleineren (online-affinen) Teil der Gesellschaft einzubinden, sondern eben jenen großen Teil, den man nur spärlich im Netz antrifft (aus welchen Gründen auch immer).

(2) Leider ist die Debattenkultur anscheinend selbst bei einer solchen Veranstaltung nicht besonders fortgeschritten, so ließen sich in vielen Diskussionsrunden grausige Anzeichen einer abnehmenden Diskursfähigkeit erkennen: mangelnde Durchsetzungsfähigkeit einiger Moderatoren, mangelnde Konzentration der Diskutanten auf das Kernthema oder die gestellte Frage, Intoleranz einiger Diskutanten gegenüber den Argumenten ihrer Mitdiskutanten und die nahezu unerträgliche Phrasenreiterei.

Vielleicht sollten wir uns alle wieder ein paar Dinge angewöhnen:

  • ich lasse mein Gegenüber aussprechen
  • ich akzeptiere seine Argumente und versuche auch seine Gedanken nachzuvollziehen
  • ich antworte auf die mir gestellte Frage
  • ich versuche das Kernthema der Diskussion nicht aus den Augen zu verlieren
  • Dissenz fördert Diskussion (nicht immer ist Streit ein negativ konnotierter Begriff)
  • ich versuche meine Gedanken nicht in abgedroschenen Phrasen zu verpacken
  • ich darf auch einmal konstruktive Vorschläge oder Handlungsempfehlungen äußern

Am Ende steht eine Erkenntnis: nach dem PolitCamp ist vor dem Goverment 2.0 Camp. Wir sehen was wir bis dahin gelernt haben.

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Vor Kurzem führte ich ein Gespräch mit einem Dozenten eines Studiengangs der Medienwissenschaften, welcher sich darüber beklagte, dass seine Studenten zwar Medienwissenschaften studieren würden, jedoch kaum jemand selbst öffentlich kommunizieren würde. Es gäbe zwar Studenten die während eines Praktikums in Zeitungs- oder Zeitschriftenredaktionen geschreiben hätten, jedoch würde nur ein sehr kleiner Teil permanent publizistisch tätig sein. Verständlicherweise war jener Dozent nicht besonders begeistert von so wenig Engagement in einem solch kommunikativen Feld.

Einmal für das Thema sensibilisiert,  fiel mir in den folgenden Tagen auf (z.B. via Twitter), dass besagter Dozent nicht allein mit seinen Klagen war. Anscheinend gibt es mehrere Lehrende in kommunikations- und medienwissenschaftlichen Studiengängen, die Studenten eben solcher Studienfächer magelnde Initiative unterstellen.

Kurzerhand habe ich mich also entschlossen die Möglichkeiten des Web 2.0 zu nutzen und via twtpoll eine Umfrage zu diesem Thema zu starten. Das Erkenntnisinteresse dieser Mini-Umfrage liegt also darin, herauszufinden welche Social Media Applikationen Studenten der Kommunikations- und Medienwissenschaften selbst aktiv nutzen.

Die Umfrage wird bis zum 14. November noch via http://twtpoll.com/r/tliusd zu erreichen sein.

Nach ca. 5 Stunden gab es bereits 35 Votings, ich hoffe es finden noch ein paar mehr Besucher zur Umfrage, damit die Ergebnisse eine begründete Interpretation zulassen. Über weitere aktive Beteiligung freue ich mich selbstverständlich sehr.

Die Auswertung gibt es dann hier im Blog.

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linked2communication goes posterous

Man mag sich fragen, welchen Mehrwert es wohl hat sich auf mehreren Plattformen zu bewegen. Nun, im Zweifel hat es keinen Mehrwert, mir bietet sich jedoch die Möglichkeit beim Mikro-Blog-Dienst Posterous meine eigene “Schnipselsammlung” zu eröffnen.

Hier kann ich unkompliziert und schnell (z.B. per Mail) Videos, Bilder, Kommentare oder ähnliches posten, die ich finde und als interessant erachte. Somit gehen diese Schnipsel nicht verloren und können darüber hinaus auch in meinem Netzwerk die Runde machen. Gepostet wird also informatives und unterhaltsames aus der Welt der Medien (ob klassisch, online oder sozial), des Journalismus, der PR und der Wissenschaft.

Posterous dient zudem als eine Brücke zwischen meinen anderen Plattformen wie Twitter oder diesem Blog. Genügend Anschlussmöglichkeiten bietet Posterous ja, wenn ich auch noch nicht alle nutze.

Mal sehen wie sich die Sache entwickelt. Hier also der Link: linked2communication@posterous.

Der Original-Post ist im Blog [sic] Science & Innovation Communication erschienen.

Welche Ziele, welchen Selbstanspruch und welche Perspektiven hat die deutsche Wissenschaftskommunikation heute – nach vier Jahrzehnten? Droht ihr beispielsweise durch “Social Media” eine Reduzierung auf 140 Zeichen, oder kommt es endlich zu dem lang ersehnten, vertrauensbildenden Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft? Was heißt das für die Veränderungsbereitschaft der Bevölkerung gegenüber neuen Technologien? Machen Blogs den Wissenschaftsjournalismus überflüssig? Oder kommt ihm vielmehr als investigative Instanz eine neue Rolle zu? Muss vielleicht die Wissenschafts-PR künftig mehr “verführen” als “informieren”?

Solchen Fragen geht die „Trendstudie Wissenschaftskommunikation” nach (http://www.wk-trends.de), unter anderem in sechs Umfragen für Branchenvertreter aus Journalismus und PR, Bildungs- und Eventbereich sowie natürlich für Wissenschaftler und Kommunikationsforscher.

Die Ergebnisse werden auf dem „Forum Wissenschaftskommunikation” von Wissenschaft im Dialog WiD am 1. Dezember präsentiert.

Die Umfrage nimmt in etwa 5-10 min in Anspruch. Unter den Teilnehmern der einzelnen Studienabschnitte werden dann iPods der neuesten Generation verlost.

Weitere Informationen zur Trendstudie findet man unter:
http://www.wk-trends.de

Direkter Link zur Umfrage:
http://wk-trends.limequery.net/index.php?sid=27188〈=de

Tweets zu den Zwischenergebnissen:
http://twitter.com/innovisions

Die (Zwischen-)Ergebnisse der Studie werden dann bei ScienceBlogs diskutiert: http://www.scienceblogs.de/sic/

Weitere Information zum Forum Wissenschaftskommunikation findet man auf den Seiten des WiD:
http://www.wissenschaft-im-dialog.de/wissenschaftskommunikation/forum-wissenschafts-brkommunikation.html

Kurz verlinkt: Ausbildung in der PR

Auf Kommunikationsblog.de, dem Blog der Kölner Agentur BetterRelations äußert sich Dr. Peter Gerlach, seit dem 1. Juli neuer Geschäftsführer der PZOK, knapp einem Monat nach seinem Amtsantritt zu seinen weiteren Plänen für die Entwicklung der PR-Ausildung. Das Interview führte Riccardo Wagner (RW) – (V.i.S.d.P.), Geschäftsführer der BetterRelations GmbH.

Kritische Worte bezüglich der Ausbildung und Weiterbildung von PR-Leuten findet Norbert Schulz-Bruhdoel in seinem offenen Brief, in dem er die Beweggründe für seinen Austritt aus der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) darlegt.

Stellung zur PR-Ausbildung bezieht auch die Deutsche Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft DG PuK im entsprechenden Papier der Fachgruppe PR/Organisationskommunikation. Das Positionspapier kann man hier einsehen. Wie allein schon aus dem Titel ersichtlich, bindet diese Position die Ausbildung sehr stark an die Forschung und somit vor allem an Universitäten und Fachhochschulen. Im Gegensatz zum Praktiker-Ansatz soll das Handeln hier also vornehmlich auf Wissen & Reflexion gestützt werden, wie das Papier in den Qualifikationszielen (Wissen – Reflexion – Kritik und Selbstkritik – reflektierte Anwendung) darstellt.

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Innovation Leaders

Rowan Gibson stellte kürzlich auf Blogging Innovation die Frage nach der „Innovation Nation“ und wie sich diese aufbaut. In seinem Beitrag trifft er recht einleuchtende Feststellungen.

Some nations and regions, of course, are already blessed with a culture that is predisposed to innovation. What we usually find in these countries is a historical openness to ideas from all around the world, a lot of cultural diversity, a high degree of connection and conversation, a deep-seated belief that one can build a better future for oneself and one’s family – and ultimately one’s community and country – through education and hard work and by seeking entrepreneurial opportunities, and a tendency to encourage or at least tolerate free thinking and contrarian views. … Some countries have an incredible head start in these fields [brainpower industries - nanotech, biotech, pharmaceuticals, etc.], which means they are already several technology generations ahead, and they may also be lucky enough to have one or more regional industry clusters right on their doorstep, which gives them easy access to skills and other resources. How can other nations hope to compete when they don’t have these kinds of advantages? Not by running the same broad, technological race as everybody else – which I believe will ultimately be a loser’s game – but by narrowly focusing on a few niches (technological or otherwise) where the country can lead the world.

Ein gutes Beispiel hierfür dürften auf nationaler Ebene die deutschen Mittelständler sein, die unter dem Motto „globaler Nischendominanz“ einen beachtlichen Weltmarktführeranteil verzeichnen können. (Dies ist auch in der aktuell erschienenen Studie der VDI-Nachrichten nachzulesen.)

Weiter konstatiert Gibson:

… the idea that innovation is solely about big science and big R&D budgets is an outdated paradigm. The fact is that many of today’s most successful innovations are business model innovations, not technological innovations – they are ways of doing business that break from industry norms by serving unmet or unsatisfied customer groups, providing new or different benefits, or delivering value in an unconventional fashion. These kinds of innovations can potentially come from any entrepreneurial individual in any country on earth.

Fasst man diesen Gedanken etwas breiter, könnte man behaupten: es müssen nicht immer die großen und teuren Ideen sein, die man durch Forschungsvorhaben oder durch vom Management aufgesetzte Ideenfindungsprozesse generiert. Eine Idee muss nicht auf einer Technologie beruhen um eine Innovation zu werden. Damit tritt neben die zweifelsfrei so wichtige Investition in Bildung und Forschung eine weitere wichtige Aufgabe – die Schaffung eines Innovationsklimas. Einer Kultur also, die Ideen JEDERZEIT willkommen heißt, sammelt, auswertet und fortführt. Genau dies ist der Punkt den Nationen im Großen, wie auch Unternehmen im Kleinen verstehen müssen.

Welche sind nun aber die innovationsstärksten Nationen und Unternehmen? Nach der aktuellen BCG 2009 Senior Executive Innovation Survey „Innovation 2009 -  Making Hard Decisions in the Downturn” aus dem April diesen Jahres sehen die ersten 10 Plätze der innovativsten Unternehmen wie folgt aus:

1. Apple (primary reason for selection: breakthrough products)
2. Google (primary reason for selection: unique customer experience)
3. Toyota Motor Company (primary reason for selection: innovative processes)
4. Microsoft Corporation (primary reason for selection: innovative processes)
5. Nintendo (primary reason for selection: breakthrough products)
6. IBM Corporation (primary reason for selection: innovative processes)
7. Hewlett-Packard Development Company (primary reason for selection: innovative processes)
8. Research in Motion (primary reason for selection: breakthrough products)
9. Nokia Corporation (primary reason for selection: breakthrough products)
10. Wal-Mart Stores (primary reason for selection: innovative processes)

Auf der Nationen-Ebene erhält man je nach der zugrunde liegenden Methodik und Untersuchungsgegenstände verschiedene Rankings. Der Global Innovation Index von INSEAD in Zusammenarbeit mit der Confederation of Indian Industry listet aktuell 130 Nationen nach ihrer „innovation readiness“ und stellt die Top 10 wie folgt dar:

1. United States
2. Germany
3. Sweden
4. United Kingdom
5. Singapore
6. South Korea
7. Switzerland
8. Denmark
9. Japan
10. Netherlands

Die von der Information Technology and Innovation Foundation (ITIF) und dem European American Business Council (EABC) erstellte Benchmark-Studie „The Atlantic Century Benchmarking EU & U.S. – Innovation and Competitiveness” weist wiederum ein leicht unterschiedliches Ranking auf:

1. Singapore
2. Sweden
3. Luxembourg
4. Denmark
5. S. Korea
6. U.S.
7. Finland
8. UK
9. Japan
10. NAFTA (North American Free Trade Agreement region, inkl. Mexico, Canada, United States)
11. Netherlands
12. France
13. Ireland
14. Belgium
15. Germany

Das European Innovation Scoreboard 2008 der Europäischen Kommission analysiert den Europäischen Raum (EU27 Mitgliedsstaaten, sowie Kroatien, Türkei, Island, Norwegen und die Schweiz) anhand von 29 Indikatoren und gruppiert die Mitgliedsstaaten anhand ihres innovativen Leistungsvermögens („innovative performance“) in 4 Gruppen:

Sweden, Finland, Germany, Denmark and the UK are the Innovation leaders, with innovation performance well above that of the EU average and all other countries. Of these countries, Germany is improving its performance fastest while Denmark is stagnating.

Austria, Ireland, Luxembourg, Belgium, France and the Netherlands are the Innovation followers, with innovation performance below those of the innovation leaders but above that of the EU average. Ireland’s performance has been increasing fastest within this group, followed by Austria.

Cyprus, Estonia, Slovenia, Czech Republic, Spain, Portugal, Greece and Italy are the Moderate innovators, with innovation performance below the EU average. The trend in Cyprus’ innovation performance is well above the average for this group, followed by Portugal, while Spain and Italy are not improving their relative position.

Malta, Hungary, Slovakia, Poland, Lithuania, Romania, Latvia and Bulgaria are the Catching-up countries with innovation performance well below the EU average. All of these countries have been catching up, with the exception of Lithuania. Bulgaria and Romania have been improving their performance the fastest.

Interessant wäre an dieser Stelle die Untersuchung inwiefern sich die einzelnen Staaten beispielsweise im Investitionsvolumen für den FuE-Bereich unterscheiden, welchen Anteil unternehmensgetriebene Innovationsaktivitäten haben und welche Rolle die Innovationskommunikation spielt. Gerade letztere dürfte einen nicht allzu geringen Anteil daran haben Innovationsbestreben auch in die Tat umzusetzen und Innovationen in vermarktungsfähige Produkte, Prozesse oder Geschäftsmodelle zu transferieren.

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Was macht eigentlich Don Tapscott?

Bei VINT / SOGETI sprach Don “Mr. Wikinomics” Tapscott über sein aktuelles Buchprojekt “Rebuilding the World”.

“As the crisis has spread to other sectors in the economy and even other sectors of society, it is exposing structural weaknesses and modes of operation that no longer nurture social and economic growth. The recent collapse of many newspapers is just one storm-warning of more to come: conventional wisdom isn’t going to cut it for success in this century. We need to reinvent our institutions.”

The new keynote “Rebuilding the World” by Don Tapscott from Sander Duivestein on Vimeo.

In gut 63 Minuten knüpft Mr. Tapscott viele aufschlussreiche Verbindungen.

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